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E-Mails filtern mit Spamassassin

Tux liest

von Bernhard Röhrig
Erschienen im Linux-Magazin 2005/10

Eines der bekanntesten und wirksamsten Softwareprodukte für die Spam-Abwehr ist Spamassassin. Das Programm ist ein Bestandteil des Apache-Projekts. Gleich zwei neue Bücher behandeln ausführlich die Einrichtung der Software und ihren Einsatz in der täglichen Praxis.

Die Bekämpfung unerwünschter E-Mails ist eine wichtige Aufgabe für Systemadministratoren. Aber auch Endbenutzer interessieren sich zunehmend für Techniken, um der "Geißel des Internet" zu entgehen oder deren Schläge wenigstens abzumildern. Die Aufgabe ist alles andere als trivial, was Anwender oft abschreckt. Da freut sich der Mensch über Hilfe durch eine Anleitung, die über die Programmdokumentation hinausgeht.

Von der Pike auf

Autor Alistair McDonald legt bei Addison-Wesley einen Leitfaden zu Konfiguration, Integration und Einsatz von Spamassassin vor, der diese Anforderung bestens erfüllt. Das Buch beschreibt Installation und Konfiguration von Spamassassin unter Linux und Unix sowie den Einsatz im täglichen Betrieb.

Darüber hinaus widmet der Autor der Client-Konfiguration gebührend Raum und geht auf Aspekte des Einsatzes von Windows-Software ein. Auf den ersten 70 Seiten erörtert er grundlegende Aspekte der Spam-Abwehr. Dabei wird deutlich, dass sich das Problem nicht durch Einsatz einer einzelnen Software lösen lässt und sei sie auch so komplex angelegt wie Spamassassin.

Auch gestandene Mail-Admins finden Anregungen für die Stärkung ihrer Abwehr. Das gilt besonders für das Kapitel über Bayes-Filterung. Der trainierbare Bayes-Filter durchsucht Mails nach Begriffen, die zuvor gehäuft in jenen E-Mails aufgetaucht sind, die als Spam klassifiziert wurden. In den Abschnitten "Benutzerdefinierte Anpassung", "Filterregeln" und "Optimierungsfragen" werden Mail-Admins zusätzlich fündig.

Eigene Kapitel sind den Themen Systemlayout unter Performance-Aspekten sowie Einrichtung eines Antispam-Gateway gewidmet. Den Index wünschte man sich ausführlicher, um etwa nach Konfigurationsdirektiven und Kommandozeilenschaltern suchen zu können.

Für Experten

Sehr technisch kommt "SpamAssassin" von Alan Schwartz aus dem O\'Reilly-Verlag daher. Eine schnelle Internetverbindung vorausgesetzt ist der erfahrene Systemverwalter schon nach ein bis zwei Stunden im Besitz eines funktionierenden und grundlegend konfigurierten Spamassassin. Einsteiger dürften es etwas schwerer haben, wenn einmal etwas nicht so läuft wie geplant.

Der Rest des Buches widmet sich der Integration des Programms in bestehende oder aufzubauende Strukturen und der Verfeinerung der Konfiguration. Der Autor geht auf viele technische Details ein und berücksichtigt neben dem aktuellen Spamassassin 3.0 auch Version 2.63, die noch vielfach im Einsatz ist.

Breiten Raum nehmen die Analyse und Modifikation vorhandener und das Schreiben eigener Spam-Tests ein. Gleiches gilt für das Training der Bayes-Filterung. Ausführlich wird die Verwendung von Datenbanken zur Leistungssteigerung verschiedener Spamassassin-Funktionen beschrieben. Im Unterschied zum Addison-Wesley-Buch, das sich auf Postfix als Mailserver konzentriert, behandelt Schwartz detailreich die Zusammenarbeit von Spamassassin mit Sendmail, Postfix, Exim und Qmail. Das betrifft die elementare Integration und den Einsatz als Mail-Gateway gleichermaßen. Ein Kapitel über Mail-Proxys und ein umfangreicher Index runden das Werk ab.

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