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Oracle-Datenbanksysteme mit proprietären und freien Tools verwalten

David und Goliath

von Wojtek Bolimowski
Erschienen im Linux-Magazin 2004/04

Gute Werkzeuge für Oracle-Datenbanken kann der Admin nie genug haben. Die Open-Source-Welt steuert mehrere Profi-Tools bei, die den Programmen des Herstellers in nichts nachstehen.

Oracle-Anwender erhalten für Linux eine Reihe vernünftiger Verwaltungstools direkt vom Datenbankhersteller. Aber auch die Open-Source-Gemeinde schläft nicht, wenn es darum geht, kommerzielle Datenbanken anzusteuern. Von den vielen freien Projekten ist Tora das wohl interessanteste. Der Vergleich zwischen Oracles Originaltools und den Open-Source-Programmen mag auf den ersten Blick an den Kampf zwischen David und Goliath erinnern, aber letztlich tritt der Administrator als Kampfrichter auf und der Ausgang ist noch lange nicht entschieden. Dieser Artikel stellt Administrations- und Monitoring-Tools vor.

Out of Box: Oracle-Tools

Die schlechten alten Zeiten von Oracle 8i[1] gehören der Vergangenheit an. Keine komplizierte Installation mehr und auch das aufwändige Programmieren von Skripten entfällt. Oracle hat sehr viel Arbeit in die Linux-Version der Datenbank gesteckt. Der Oracle-Support für bestimmte Distributionen kann mindestens mit dem Support für die Windows-Plattform Schritt halten. Der Autor hat zwar Probleme mit der Installation des Oracle-Clients auf Red Hat 9 erlebt (Inkompatibilitäten mit Shared-Libraries). Allerdings unterstützt Oracle Red Hat auch nicht offiziell. Zudem war das Problem nach einer Recherche im Internet innerhalb weniger Minuten gelöst.

Nach der Installation des Oracle-Clients erhält der Anwender Zugriff auf die ganze Palette der Administrationstools. Ein Großteil ist über das DBAstudio-Tool ansprechbar, das der Anwender mit dem Befehl »oemapp dbastudio« aufruft. Oracle befolgt die konsequente Strategie mit einer einheitlichen Benutzerschnittstelle für alle Systemplattformen: Neben der gleichen Funktionalität gibt\'s auch das gleiche Look & Feel wie bei den Windows- oder Solaris-Versionen.

Gleiche Tools für alle Plattformen

Der Benutzer definiert manuelle Verbindungsparameter oder greift auf die automatische Konfiguration zurück, die alle Daten aus der Datei »tnsnames.ora« bezieht. Die Benutzerschnittstelle der Applikation ist elegant und ergonomisch. Es gibt dutzende Erstellungshilfen und Assistenten, die auch für fortgeschrittene Administratoren brauchbar sind. Dank der so genannten "Erstellen wie"-Assistenten können typische administrative Aufgaben schnell und problemlos erledigt werden.

Hilfreich ist es zudem, den auszuführenden SQL-Code in der Vorschau zu betrachten. Diese Option ist über den Button »Show SQL« beziehungsweise »Hide SQL« (Abbildung 1) einstellbar. Der Zugriff auf die administrativen Tools erfolgt über das Hauptmenü. Die Werkzeuge sind thematisch gruppiert: Instance, Schema, Security, Storage, Distributed, Warehouse und Workspace. Außerdem gibt es weitere Programme, die nur über das linke Fenster zur Verfügung stehen.


Abbildung 1: DBAstudio stellt den SQL-Code für jeden Befehl übersichtlich in einem eigenen Fenster dar.

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