MySQL mit PHP MyAdmin administrieren
Von Daten auf Banken
von Martin Loschwitz
Erschienen im Linux-Magazin
2003/11
Wer sich schon die Mühe macht, seine Homepage mit Daten zu beschicken, damit andere schnell und leicht an die Infos gelangen, möchte die Datenbank zumindest einfach managen können - mit einer grafischen Oberfläche wie PHP MyAdmin.
Dicke Datenbanken wie zum Beispiel MySQL[1] oder PostgreSQL[2] laufen problemlos auf Highend-Webservern wie auch auf dem heimischen Desktop. Um sie zu pflegen, gibt es grafische Konfigurations- und Administrationsprogramme. Auf dem gehosteten Rechner darf es aber schon ein Webfrontend sein - wozu betreibt man schließlich einen Webserver. Egal wo der Admin eine Datenbank aufsetzt - eines ist immer das Gleiche: Vor den Erfolg hat der Herr den Schweiß gesetzt. Das schließt Benutzerkonten einrichten ebenso ein, wie Tabellen anlegen oder löschen.
Genau dort geraten Unerfahrene aber oft ins Straucheln: Weil Konfigurationstools meist nur auf der Kommandozeile laufen, kann von Benutzerfreundlichkeit nicht die Rede sein. Eine Lösung für Datenbank-Anfänger muss her, die ihnen eine einfache, intuitive Oberfläche an die Hand gibt. Eine, die dabei alle Möglichkeiten ausschöpft, eine wie PHP MyAdmin für MySQL[4].
Immer dabei
PHP MyAdmin gilt als Standardapplikation und liegt jeder aktuellen Linux-Distribution bei. Wer Debian Woody einsetzt, sollte allerdings erwägen, eine aktuelle Version aus dem Sourcecode zu kompilieren, die aus dem Stable-Zweig ist leicht abgehangen.
In den meisten Fällen sollte bei jeder Default-Installation auch ein vorkonfigurierter Webserver dabei sein. Hier noch Hand anlegen ist nur erforderlich, wenn die Datenbank auf einem anderen Rechner läuft: Dann müssen in der Datei »config.inc.php« unter »Server(s) configuration« die Werte »host « und möglicherweise »port « angepasst werden. Ist beim MySQL-Server der Zugriff per TCP/IP deaktiviert, dann ist noch die Variable »connect_type« auf »socket« zu setzen. Der Webserver mit PHP MyAdmin muss in diesem Fall zwingend auf demselben Rechner laufen wie die MySQL-Datenbank.
Das Beispiel geht davon aus, dass der Wert »auth_type« in der Konfigurationsdatei auf »cookie« gesetzt ist - das ist die bequemste Authentifizierung. Ist PHP MyAdmin installiert und konfiguriert, ruft man es im Browser unter der URL [http://localhost/phpmyadmin/] auf. Beim ersten Login gibt sich der Benutzer als »root« zu erkennen. Das Standardpasswort des MySQL-Administrators sollte in der Dokumentation zum Paket zu finden sein, bei Debian ist es - wie bei vielen Distributionen - leer.
Um PHP MyAdmin wie beschrieben benutzen zu können, müssen im Browser Cookies aktiviert sein. Sollte die Anmeldung fehlschlagen, obwohl das Passwort korrekt ist und Cookies aktiviert sind und obwohl beim Anlegen des Benutzers unter »Host« die Option »Jeder Host« angegeben ist, dann sollte der künftige Admin prüfen, ob die Datenbank überhaupt Logins von anderen Adressen als »localhost« akzeptiert. Infos gibt die MySQL-Dokumentation[5].
Aller Anfang
Abbildung 1 zeigt PHP MyAdmin nach dem ersten Login - als »Language« ist »German« ausgewählt: Der blau hinterlegte Teil mit Dropdown-Menü am linken Rand zeigt - wenn eine Datenbank geöffnet ist - eine Liste der enthaltenen Tabellen. Der rechte Teil gliedert sich in zwei Spalten: Unter »MySQL« lassen sich Befehle ausführen, die MySQL direkt betreffen. Unter »phpMyAdmin« lässt sich die Sprache umstellen, die Dokumentation anzeigen oder die Projekt-Homepage aufrufen.
Die Arbeit mit einer MySQL-Datenbank beginnt typischerweise mit dem Anlegen eines Benutzeraccounts. Ähnlich wie überall in der Unix-Welt gilt auch hier der Grundsatz, dass »root« ausschließlich administrative Aufgaben hat. Um einen neuen Benutzer hinzuzufügen, wählt er auf der Startseite den Punkt »Rechte« und klickt im Dialog auf »Neuen Benutzer hinzufügen«.
Im folgenden Dialog bestimmt er unter »Benutzername«, wie das neue Konto heißen soll - im Beispiel »lm-testbenutzer«. Unter »Host« legt er die Maschine fest, von der aus sich der Benutzer anmelden darf. Mit dem Eintrag »localhost« wird MySQL jeden Versuch, sich von einem anderen Rechner aus einzuwählen, zurückweisen.
Unter »Globale Rechte« ist festgelegt, wie sich die Rechte des Benutzer auf verschiedene Datenbanken erstrecken: MySQL teilt sein Rechtesystem in globale und Datenbank-spezifische Berechtigungen. Ein Benutzer kann auf eine Datenbank vollen Lese- und Schreibzugriff haben, auf andere Datenbanken nur Lese- oder gar keine Zugriffsrechte. Die MySQL-Hauptdatenbank mit sensiblen Passwort-Informationen ist auf diese Weise vor unbefugten Benutzerzugriffen geschützt. Globale Rechte sollten so restriktiv wie möglich vergeben werden. Normale Benutzer benötigen in der Regel keine globalen Schreib- und Leserechte, ihre Zugriffsberechtigungen regelt MySQL gesondert.
»Ressourcenbeschränkungen« sind nur für Datenbanken mit hohen Zugriffsraten interessant und nicht Gegenstand dieses Beispiels. Passen die übrigen Einstellungen, legt ein Klick auf »OK« den neuen Benutzer an.

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Abbildung 1: Der PHP-MyAdmin-Dialog nach dem ersten Aufruf. Die Warnung mahnt ein neues Passwort an.
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Abbildung 2: Der PHP-MyAdmin-Dialog zum Hinzufügen eines Benutzers - das darf nur Root.
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