Fünfte Chemnitzer Linuxtage am 1. und 2. März
2003
Linux-Parteitag
von Elisabeth Bauer
Erschienen im Linux-Magazin
2003/05
Zum fünften Mal organisierte die Linux Usergroup Chemnitz zusammen mit dem Fachbereich Informatik der TU die Chemnitzer Linuxtage. 1800 Besucher, aber nur 46 kranke PCs sind die Bilanz.
Ein dicht gedrängtes Programm aus über 50 Vorträgen, Vorführungen und Workshops erwartete die rund 1800 Besucher der Chemnitzer Linuxtage[1]. Wie im vergangenen Jahr stand auch diesmal Klaus Knopper mit seiner Linux-Distribution Knoppix im Mittelpunkt des Interesses. Die Linuxtag-Knoppix-Edition fand so reißenden Absatz, dass Klaus noch Samstagnacht für Nachschub sorgen musste.
Aber auch andere Distributionen und sogar andere Betriebssysteme kamen nicht zu kurz: Ein ganzer Nachmittag war dem Thema NetBSD gewidmet, außerdem gab es Einführungen in Gentoo und Rock Linux.
Schwerpunkt Sicherheit
Eine ganze Reihe von Vorträgen am Sonntag widmete sich dem Thema Sicherheit. Hendrik Scholz stellte sein Pfprintd vor, ein Tool zum passiven OS-Fingerprinting. Edin Dizdarevic zeigte Möglichkeiten, das Intrusion-Detection-System Snort für schnelle Netze mit hohem Datenaufkommen zu optimieren. Frank Richter präsentierte Maßnahmen, mit denen sich die TU-Chemnitz vor Spam schützt.
Linux auf der D-Box
Nicht ganz ohne Pannen verlief die Live-Installation von Linux auf der D-Box 2. Um den digitalen Fernsehempfänger mit dem freien Betriebssystem zu versehen, versuchte das Referententeam um Sven Köhler das D-Box-BIOS zu flashen, was nach mehrfachen vergeblichen Anläufen schließlich auch klappte.
Nachdem die - per Infrarot-Fernbedienung etwas mühsame - Netzkonfiguration geschafft war, präsentierte Sven Köhler die Fähigkeiten der D-Box als MP3-Player und Bildbetrachter. Die lüfterlose D-Box, die man einfach an- und ausschalten kann, so Köhler, eigne sich hervorragend als Linux-Rechner fürs Schlafzimmer. Fernsehen könne man damit natürlich auch weiterhin.
Für Lehrer lohnte sich der Besuch der Linuxtage besonders. Einen Schwerpunkt bildete das Thema "Linux in Schulen" mit Erfahrungsberichten über Linux in der Grundschule, über Online-Lernen und Tipps zur Bandbreitenbeschränkung für allzu surflustige Schüler. Der Volkshochschullehrer Kurt Gramlich schilderte die Abenteuer, die er bei der Migration von Netscape Messenger auf SuSE hin zu einem Mailsystem mit Fetchmail, Postfix und Mutt auf der Basis von Debian erlebte.
Andreas Tille stellte unter anderen Debian-Projekten auch Debian Edu und Debian Junior vor. Mit angepassten Metapaketen, die besonders administrationsfreundlich sind, bemüht sich Debian um neue Zielgruppen wie Schulen, Mediziner und Kinder.
Christian Hahn und Sven Guckes präsentierten die Features von Screen, eines Windowmanagers für die Konsole. Wer seine Arbeitsumgebung mit allen gestarteten Programmen und geöffneten Dateien beim nächsten Login wieder genau so vorfinden will, wie er sie verlassen hat, oder wer sich mit anderen Benutzern auf demselben Rechner eine Konsole als Clipboard teilt, komme ohne Screen nicht mehr aus.

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Die Spielecke ist auch während der Vorträge gut besucht.
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