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Die Software des Intra2net Intranator 2200 im Langzeittest

Kommunikationswunder

von Mirko Dölle
Erschienen im Linux-Magazin 2002/08

Kommunikationsserver unter Linux haben immer aktuelle Software, managen das VPN und sind von nahezu jedermann zu administrieren. Der Intranator von Intra2net stützt diese These.

Mit der Verbreitung von Linux in Firmen wächst auch der Bedarf an erfahrenen Administratoren, die sich mit dem freien Betriebssystem auskennen. Gerade in kleineren und mittleren Unternehmen kann dieses Problem den Einsatz von Linux verhindern.

Hier setzt der Kommunikationsserver Intranator von Intra2net[1] an. Das erstmals im Linux-Magazin 4/02[2] vorgestellte Gerät ist ein Kompakt-PC aus Standardbauteilen, der sich als Access-Router, Proxyserver, Mail-Gateway, Virenscanner, Faxserver und VPN-Gateway einsetzen lässt.

Basis ist Red Hat Linux 6.2, von dem außer dem Namen aber kaum etwas übrig geblieben ist: In Release 3.53 der Intranator-Software, kommt neben aktuellen Diensten Kernel 2.2.21rc3.2 zum Einsatz. Die Pakete generiert Intra2net selbst, wobei der Hersteller bekannt gewordene Sicherheitslücken der Dienste berücksichtigt. Per E-Mail werden die Kunden informiert, wenn wieder Updates auf dem Intra2net-Server bereitstehen. Dieser Service ist allerdings nicht kostenlos: Im Kaufpreis ist ein Jahr Update-Service enthalten, ein weiteres Jahr kostet derzeit 350 Euro.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass der Intranator nach jedem Update-Paket neu gestartet wird. Hat man einige Updates übersprungen, kann dies in eine wahre Reboot-Orgie ausarten. Zu Problemen kam es während des sechsmonatigen Tests nicht: Das liegt zum einen an der standardisierten Hardwarebasis als auch daran, dass die Kunden normal keinen Root-Zugang zum System bekommen, um außerhalb des Admin-Tools Änderungen vorzunehmen. Wer auf seinem Root-Zugang besteht, kann das Passwort nach Verzicht auf die Softwaregarantie bei Intra2net anfordern.

Erst-Einrichtung am Bildschirm

Bei Auslieferung ist der Intranet-Netzwerkkarte die Adresse 192.168.1.1 zugewiesen, Rechnername und Domain sind mit »intranator.net.local« angegeben. Falls die voreingestellte IP nicht verwendbar ist, muss die grundlegende Netzwerkeinrichtung per Monitor und Tastatur durchgeführt werden. Ein einfaches Skript passt nach dem Login als »intranator« IP-Adresse und Rechnername an. Probleme bereiten Tippfehler - die Terminal-Emulation ist falsch: [Backspace], [Del] und viele andere Steuertasten funktionieren nicht.

Auch die Sprachanpassung ist lückenhaft, einige Fehlermeldungen sprechen nur Englisch. Lästig ist zudem der Reboot bei jeder Änderung der Netzwerkeinstellungen. Obwohl streng genommen nicht erforderlich, hat Intra2net in der Vergangenheit Inkonsistenzen mit einigen Diensten beobachtet, wenn die IP-Adresse on the fly verändert wird. In der Praxis fällt der Neustart aber kaum ins Gewicht, da er faktisch nur bei der Erstinstallation erfolgt.

Ausgereiftes Web-Frontend

Das Web-Frontend zur Administration ist schlicht und funktionell gestaltet, von den Frames abgesehen sogar Lynx-tauglich. Abbildung 1 zeigt die gelungene Benutzerverwaltung. Gut durchdacht ist die Online-Hilfe: Zu jeder Eingabemaske gibt es eine detaillierte Erklärung. Bei weitergehenden Fragen hilft auch das gute deutsche Handbuch weiter.

Der Intranator ist als Access-Router für ISDN, DSL oder Ethernet einsetzbar. Eine Provider-Datenbank wie bei Yast sucht man vergeblich, die Eingabe der Daten ist aber übersichtlich gestaltet. Für Zugriffe von außen unterstützt die Software temporäre Hostnamen über DynDNS und ähnliche Dienste.

Mit der semi-aktiven ISDN-Karte eignet sich der Intranator zudem als elektronisches Fax: Eingehende Sendungen werden als E-Mail mit PDF- oder PNG-Attachement verschickt. Für den Versand bedarf es eines Windows-Clients, eine Anleitung für Linux gibt es nicht.


Abbildung 1: Das Web-Frontend des Intranator ist übersichtlich und funktionell. Der Zugang zu Diensten oder Internet lässt sich mit der abgebildeten Benutzerverwaltung sowie der Rechnerverwaltung konfigurieren.

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