Bezahlen muss einfach sein
Die Möglichkeit, freie Projekte zu bezahlen, muss leicht gemacht werden. Für Kleinzahlungen ab etwa zehn Euro ist das inzwischen auch über Ländergrenzen hinweg kein Problem. Das zeigt beispielsweise der Anbieter Kagi[1], wo bereits einige freie Softwareprojekte[2],[3],[4],[5] Zahlungsmöglichkeiten eingerichtet haben.
In Deutschland und hoffentlich bald in Europa ist die günstige Überweisung eine Alternative zur Kreditkarte oder dem nordamerikanischen Scheck. Beliebt sind ebenfalls die aufkommenden Internet-Zahlungmittel wie Pay Pal oder Firstgate. Pay Pal scheint bei Projekten international verbreitet, obwohl schon einige Kritik[6] an Pay Pal Inc. laut wurde. Darum sei mit Firstgate[7] eine noch deutsche Alternative genannt, die sich wohl prinzipiell für freie Software eignen würde, wenn genügend Umsatz zusammenkommt. Firstgate ist derzeit eher auf umsatzstärkere Inhaltsanbieter ausgerichtet und wird beispielsweise für einige Online-Angebote von Zeitschriften genutzt.
Bei Kagi kostet die Registrierung als Anbieter keine Grundgebühr, es können mehrere Angebote eingestellt werden und die Kunden müssen sich nicht mal registrieren. Gegen Aufpreis wird eine Postkarte mit der Zahlungsbestätigung verschickt, was für viele Käufer aus Institutionen wichtig ist.
Die Hauptentwickler aller Projekte sollten damit beginnen, Zahlungsmöglichkeiten für ihr Projekt zu entwickeln. Formal lässt sich ein solches Angebot wohl als Vertrag über eine Dienstleistung an der Software durchführen. Der Anbieter würde dann seinen Teil des Vertrags mit dem Bereitstellen der Software im Internet erfüllen.
Dieser Ansatz unterscheidet sich also von den bisher meist üblichen Spendenaufrufen für freie Projekte. Er ermutigt dazu, den konkreten Gegenwert zu entlohnen, den der zahlende Vertragspartner durch die Software hat. Dass dieser Gegenwert auch allen anderen offen steht, liegt im Wesen freier Software und ändert nichts an der Tatsache.
Je konkreter den potenziellen Kunden gezeigt wird, welche Erfolge der Anbieter hat und was er als Nächstes plant, desto höher die Chancen auf eine solche Bezahlung. Bei mehreren Anbietern, die Software ähnlicher Funktionalität entwickeln, steht zu erwarten, dass in der Wirtschaft übliche Kriterien zur Geltung kommen - Glaubwürdigkeit, Ansehen durch Leistung und Marktverhalten.
Bei proprietärer Software sind viele bereit oder sogar dazu gezwungen, mit Geld zur Entwicklung beizutragen. Freie Software bietet uns einen größeren Wert als proprietäre. Es ist nur logisch, für freie Software zu bezahlen.

|
Kagi ist ein bei freien Projekte derzeit beliebtes Bezahlsystem im Internet. Noch wird es allerdings fast ausschließlich für herkömmliche Spenden benutzt.
|
Etablierte Trinkgeld-Kultur kontra Pessimismus
Der Pessimismus bezüglich der menschlichen Natur ist allerdings groß, so zahlt angeblich der oft gescholtene Homo oekonomicus nur dann, wenn er dazu genötigt wird. Es gibt jedoch einige Beispiele, bei denen langfristige Interessen durchaus ohne direkten Zwang wahrgenommen werden.
In vielen Ländern ist es üblich, beispielsweise im Restaurant über die Zeche hinaus mehr Geld zu bezahlen, schließlich will der Mensch beim nächsten Besuch gut behandelt werden. Wer nicht auf diese Weise zum Gehalt der Bedienung beiträgt, wenn alles in Ordnung war, der wird schief angeschaut. Es wäre schön, wenn es zum guten Ton gehören würde, auch für die Nutzung freier Software etwas auf die eine oder andere Art zurückzugeben. (uwo)
Der Autor
|
|
Bernhard Reiter ist Geschäftsführer der Intevation GmbH und Ansprechpartner für Deutschland bei der FSF Europe. Freie Software ist für ihn eine wichtige Kulturtechnik. Seinen Bewegungsdrang tanzt er bei Nacht in Osnabrück ab.
|
| Whitepaper |
|
Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele
Über die letzten Jahre hinweg haben sich Open Source Lösungen als fester Bestandteil des gesamten Datenintegrationsmarktes etabliert. Viele Unternehmen haben bereits das Open Source Modell für Ihre Datenintegrationsprojekte aufgegriffen. Das vorliegende White Paper illustriert anhand ausgewählter Fallstudien und Anwendungsbeispiele die Implementierung von Open Source Datenintegration in der Praxis und benennt die daraus resultierenden Vorteile.
Download PDF (Registrierung erforderlich)
|
|
The Role of Open Source in Data Integration
Obwohl in den letzten Jahren viele technische Fortschritte erzielt werden konnten, verfügen die meisten Datenintegrationsprozesse nach wie vor nur über eine sehr begrenzte Automatisierung. Das vorliegende White Paper von dem Industry Analyst Mark Madson wird zunächst ein grundlegendes Verständnis von Daten Integration vermitteln, die Vorzüge von Open Source Lösungen für Daten Integration erläutern und Ihnen professionelle Empfehlungen geben, damit Sie Ihre Integrationsjobs noch einfacher und produktiver gestalten können.
Download PDF (Registrierung erforderlich)
|
Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links"
nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedrucken Fassung entsprechen.
|