Boom der Partnerkonzepte
In schwierigen Zeiten kommt man sich näher. So ist es nicht verwunderlich, dass beispielsweise die Stände von Compaq und SuSE, die zu den größten auf der Messe gehörten, zahlreiche Partnerunternehmen anzogen. Lisa Systems ist schon geraume Zeit mit der Linux-Variante von Compaqs iPaq-Handheld auf dem Markt.
Das erstmalige gemeinsame Auftreten mit Compaq stellt nun so etwas wie den offiziellen Segen der großen Texaner für das kleine Hamburger Systemhaus dar. Ein anderer Compaq-Partner, die Firma Netline, bietet eine in einen Alpha-Server integrierte Internet/Groupware-Appliance namens Comfire an.
Compaq selbst präsentierte einen dediziert für Oracle entwickelten Cluster auf Intel-Basis. Die Compaq-Strategie "Linux ja, aber doch bitte möglichst nur auf Alpha" greift nach dem Verkauf der Prozessorentwicklung an Intel und dem damit programmierten Aussterben der Alpha-Architektur nicht mehr.

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Trotz größerer Fläche gab es um den Debian-Stand wieder Gedränge der Geeks.
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Am SuSE-Stand tummelten sich insgesamt sechs Unteraussteller, unter anderen Skyrix aus Magdeburg, ebenfalls mit einer Groupware-Lösung. Auch der Hardware-Hersteller Transtec entschied sich für die bescheidene Lösung als SuSE-Partner, und Sharp nutzte die Gelegenheit, Linux-Notebooks vorzustellen.
Nicht mit einem eigenen Stand vertreten war IBM, was hier aber mehr der selbst auferlegten Bescheidenheit gegenüber der Linux-Gemeinde als dem Fehlen von vorzeigbaren Lösungen geschuldet sein dürfte.
Insgesamt zeigten sich die meisten Aussteller "den Umständen entsprechend" zufrieden; Ernüchterung gegenüber dem Vorjahr ja, aber von einer Katerstimmung wie bei den Kollegen der typischen Dotcoms konnte keine Rede sein.
LinuxTag 2002
Rund 90 Besucher hörten sich die Vorträge mit den Titeln "Hochverfügbarkeit unter Linux" und "Freie Software kommerziell nutzen - Lizenz und haftungsrechtliche Fragen" an. Hier besteht Unsicherheit. Eine Umfrage unter den Besuchern zeigte aber Trends: So interessierten sich rund 64 Prozent für GNU/Linux, 35 Prozent informierten sich über Server unter Linux, das Thema Sicherheit stand bei 33 Prozent der Besucher im Vordergrund. Nach neuen Netzwerklösungen suchten 32 Prozent.
"Wir wollen im kommenden Jahr noch stärker die Geschäftskunden ansprechen und werden deshalb am Programm der ersten beiden Tage erneut feilen", sagt Rainer Frick, Pressesprecher der Messe Stuttgart. Die Zweiteilung der Messe soll auch künftig bestehen. "Die Community soll sich auch in Zukunft wohl fühlen beim LinuxTag", so Frick. ( agr)
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