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Test Lanthan Linux 1.0

Zweite Geige älteren Typs

von Dipl.-Ing. Thomas Drilling
Erschienen im Linux-Magazin 2001/03

Lanthan hat als Zielgruppe seiner Distribution typische Windows-Anwender im Blick - nicht weniger, aber auch nicht viel mehr.

Offenbar ist der Markt für neue Linux-Distributionen noch nicht restlos beackert. Seit Anfang des Jahres vertreibt die Firma DTP Neue Medien (http://www .dtp-ag.com) aus Hamburg die neue Red-Hat-basierte Linux-Distribution Lanthan-Linux der Xantener Softwareschmiede Lanthan KG zum Preis von 69 Mark. Dafür erhält man zwei CDs und ein Handbuch. Außerdem übernimmt DTP den technischen Support für Lanthan.


Starten der Lanthan-Installation.

Die Bestellung kann auch direkt unter http://www .lanthan.de beziehungsweise http://www.lanthan .com erfolgen. An gleicher Stelle ist es möglich, sich zu einem kostenlosen Betatest der Version 2.0 registrieren zu lassen.

Lanthan basiert auf Red Hat Linux und dem Red-Hat-Kernel 2.2.16. Auch andere Distributionen wie etwa Mandrake setzten auf Bewährtes. Das herausragende Merkmal von Lanthan Linux ist die weitgehend vollautomatische Installation, die zudem aus einem laufenden Windows heraus initiiert wird. Das ebnet besonders Anfängern und natürlich Windows-Anwendern den Weg ins gelobte Linux-Land, genauer: zu einem leicht handhabbaren Parallelbetrieb beider Betriebssysteme.

Dabei hat sich Lanthan die konsequente Automatisierung des Installationsablaufs auf die Fahnen geschrieben. Als weiteres Zugeständnis an den typischen Windows-Anwender läuft der größte Teil der Lanthan-Installation in einem Fenster unter Windows ab.


Analyse der Systemumgebung mit Lanthanizer.


Die Analyse gibt grünes Licht zur vollautomatischen Installation.

Ohne Windows in die Sackgasse

Eine Installation ohne Windows ist gar nicht in Gang zu bringen. Zwar bootet die erste Lanthan-CD wie zu erwarten unter Linux, setzt aber voraus, dass Lanthanizer zuvor unter Windows ausgeführt wurde. Dieses Programm speichert nämlich die Ergebnisse der automatischen Analyse der Systemumgebung temporär in einer Datei, auf die der Linux-Teil der Installation dann zurückgreift.

Der Lanthanizer analysiert die Partitionssituation, ermittelt automatisch den zur Verfügung stehenden Platz und das künftige Bootmanagement auf Lilo-Basis. Typische Umgebungen mit mehreren Betriebssystemen auf primären und logischen Partitionen sind für Lanthanizer kein Problem, sofern sich noch ein unpartitionierter Bereich auf der Platte befindet.

Ist das nicht der Fall, stehen dem erfahrenen Linux-Anwender die gleichen Tools und Methoden zu Verfügung, wie bei anderen Distributionen: Fips, Loadlin, Rawrite und Syslinux im Verzeichnis DOSUTIS der ersten Lanthan-CD.

Mit den Ergebnissen der Lanthanizer-Analyse verläuft der eigentliche Linux-Teil der Installation dann auf Wunsch auch ohne Neustart aus der Windows-Umgebung - ohne jede weitere Benutzer-Interaktion. Von einigen wenigen Bestätigungen einmal abgesehen, braucht der Anwender keine weiteren Fragen mehr zu beantworten. Auch das Verbergen der Paketauswahl ist eine der Konzessionen an die Vereinfachung des Installationsvorgangs.

Der Software-Umfang ist auf den Home-Desktop-Betrieb abgestimmt und enthält einige seltene Schätzchen. So liefert Lanthan neben Star Office 5.2 und Gimp auch das Web-basierte Konfigurationstool Webmin 0.8 und den Windows-API-Emulator Wine mit. Um Xfree 4.0 auf Wunsch zu installieren, wählt man im Lanthan-Bootmanager den Menüpunkt Notfall-Modus und startet hier die Konfiguration.

Besonders bemerkenswert ist das Vorhandensein des Tools Eplore2s 1.0-Pre4 von John Newbigin, mit dem sich Ext2-Partitionen unter Windows 9x lesen und schreiben lassen. Bei der etwas schmalen Software-Auswahl ließen die Entwickler dafür Sorgfalt walten. Einzelne Pakete - etwa KDE 1.1.2 - dürften aktueller sein. Lanthan 2.0 steht aber bereits in den Startlöchern.

Auch beim Betrieb merkt man überall die Zielgruppe: Die Anwender bekommen an vielen Stellen Linux-bewährtes Windows-ähnlich präsentiert. Der Lanthan-Hardware-Administrator ist beispielsweise der Windows-Systemsteuerung nachempfunden, es handelt sich aber nur um ein KDE-Verzeichnisfenster mit symbolischen Links auf Linux-, KDE- und Red-Hat-Standardtools. Andere Konfigurationstools entpuppen sich als KDE-Kontrollfeldmodule und Red-Hat-Tools wie Netcfg oder Isdnconfig.

Ein brauchbares PDF-Handbuch findet sich im DOC-Verzeichnis, mit dessen Hilfe der Linux-Anwender auch bei nicht alltäglichen Ausgangssituationen auskommen dürfte.

Fazit

Am Ende bleibt der Eindruck einer kleinen Distribution mit automatischer Installation zu einem moderaten Preis für den typischen Windows-Anwender, der Linux parallel zu Windows einsetzten möchte. Das Installations-Tool Lanthanizer ist ein gelungenes Stück Software. Einige Pakete sind jedoch aktualisierungsbedürftig. ( jk)n

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