Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 01/2017
© Dmitry Kalinovsky, 123RF

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Stromausfall im Smart Home meistern

Ohne-Saft-Laden

Ein Stromausfall lässt die Intelligenz eines Smart Home schlagartig absacken. Eine Notstromversorgung und ein Skript auf der Smartthings-Plattform verhindern Schlimmeres und informieren den Hausherrn. Der polyglotte Perlmeister macht in dieser Ausgabe einen Ausflug in die Skriptsprache Groovy.

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In Deutschland eher selten, aber in den USA selbst in Großstädten eine Normalität: Der Strom ist von einer zur anderen Sekunde weg. Sei es, dass die Stadt San Francisco Oberleitungen immer noch als wilden Kabelverhau zwischen Häusern spannt (Abbildung 1) oder dass die elektrische Infrastruktur der Umspannwerke veraltet und bröselig ist, jedenfalls muss ein Smart Home hier stets mit dem Schlimmsten rechnen und Strategien für den Fall bereithalten, dass der Saft mal ein paar Stunden ausbleibt. Auch wer in Ländern mit einer stabileren Stromversorgung lebt, wird die heute vorgestellte Ausfallsicherheit zu schätzen wissen, wenn ein gewitzter Einbrecher vorsichtshalber vor dem Einstieg die Sicherung rausfliegen lässt, aber einen gehörigen Schreck bekommt, falls trotzdem die Sirene losgeht!

Abbildung 1: San Francisco: Die dort anzutreffende Stromversorgung mittels Kabelverhau führt zu Ausfällen.

Notstrom

Dabei sollten sowohl Herzstücke der Automatisierung wie der Controller ohne Netzstrom weiterlaufen als auch dessen Verbindung ins Internet funktionieren – einschließlich des Signalwegs dorthin, auf dem Router, Kabel- oder DSL-Modems liegen, die ohne Strom auch nichts tun. Beschränkt sich der Hausherr darauf, nur lebenswichtige Komponenten bei einem Stromausfall am Laufen zu halten, summiert sich der Verbrauch auf nur wenige Watt, selbst eine billige batteriegepufferte Notstromversorgung für weniger als 50 Euro kann diese Minimal-Infrastruktur eine Weile am Leben halten.

Qual der Hardwarewahl

Diese Uninterruptible Power Supplies (UPS, deutsch USV) genannten Geräte geben ihre Kenndaten meist in Volt-Ampere (VA) an, was leider nicht für die Beantwortung der elementarsten Frage reicht, wie lange sie einen Verbraucher mit bekanntem Stromverbrauch am Laufen halten. Hierzu muss der User die Eckdaten der eingebauten Batterien kennen und in eine in [2] erklärte Formel einsetzen, aus der die Minuten bis zur Erschöpfung herauskommen.

Online PLUS

Im Screencast demonstriert Michael Schilli das Beispiel: http://www.linux-magazin.de/Ausgaben/2017/01/plus

Zunächst erwarb ich ein Billig-UPS für 30 US-Dollar, das allerdings mit sinnlosem, nicht abstellbarem Gepiepse im stromlosen Betrieb nervte, sodass ich schließlich 120 Dollar für ein solide gearbeitetes UPS von Tripp-Lite (Abbildung 2) auf den Ladentisch legte, das nicht nur digital anzeigt, für wie viele Minuten Betrieb der Saft noch reicht, sondern sogar eine Quiet-Taste hat, die dafür sorgt, dass der Apparat auch während eines Stromausfalls ohne Piepsen seinen Dienst tut. Wunder der Technik!

Abbildung 2: Der Smartthings-Hub (oben) und die Notstromversorgung für die Internetverbindung.

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