Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 08/2013
© Stephen Coburn, Fotolia

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Dateien verteilen mit Bittorrent Sync

Großes Hin und Her

Noch im Teststadium, doch zeigt Bittorrent Sync bereits jetzt einiges Potenzial für das Synchronisieren von Dateien zwischen mehreren Rechnern und über Netzwerkgrenzen hinweg.

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Bittorrent ist nicht nur eine P2P-Software, die das gleichnamige Protokoll verwendet, um Dateien recht fix zwischen mehreren Rechnern zu verschieben, sondern auch der Name einer Firma, die verschiedene Produkte auf Basis dieser Technologie entwickelt. Eines davon heißt Bittorrent Sync [1] , befindet sich aktuell noch im Alphastadium und läuft auch unter Linux. Bisher gibt es zwar ein Versprechen, die Software stets frei zu verteilen [2] , doch steht sie bisher weder unter einer freien Lizenz noch ist sie quelloffen.

Neben normalen Nutzern könnten sich auch Admins für sie interessieren, gilt sie doch als Alternative zu einer anderen bekannten proprietären Software: Dropbox. Anders als Dropbox kommt Bittorrent Sync komplett ohne Server von Drittanbietern aus, weil jeder Rechner zugleich als Client und Server funktioniert. Beim kostenlosen Filesharing stoßen die User an kein 5-GByte-Limit, sondern tauschen beliebig große Datenmengen in vielen Dateien aus – Foreneinträge sprechen von einer Million. Die verwendete Bandbreite lässt sich drosseln.

Die Software läuft plattformübergreifend und synchronisiert Dateien zwischen Rechnern im lokalen Netzwerk, aber auch über das Internet. Dazu setzt sie auf NAT Traversal und UPnP Port Mapping. Auch ein benutzerfreundlicher Rsync-Ersatz kann die Software sein: Im Gegensatz zum freien Veteranen klappt das Synchronisieren sogar schneller, wenn mehrere Rechner daran teilnehmen – ein Vorteil in Unternehmen. Zudem überträgt Sync mehrere Dateien parallel.

The Key, the Secret

Die Daten verschlüsselt Bittorrent Sync mit AES und einem 256-Bit-Schlüssel, den es auf Basis eines 21-Byte-Schlüssels – Secret genannt – erzeugt. Jede Sync-Instanz generiert aus »/dev/random« ein neues Secret, das es mit Base32 enkodiert, um es für die Nutzer lesbar zu machen. Wer mehrere Ordner freigeben will, muss für jeden ein eigenes Secret generieren, das er an andere Sync-Teilnehmer verteilt.

Tauschhandel

Zwei Sync-Clients mit gleichem Secret finden sich lokal, indem sie Broadcast-Pakete schicken (Local Peer Discovery) und Informationen über andere bekannte Clients weitergeben (Peer Exchange, PEX). Zudem lässt sich für den Client ein fester Shared Folder anlegen.

Auch die aus dem P2P-Bereich bekannten verteilten Hashtabellen (Distributed Hash Tables, DHT) nutzt Bittorrent Sync auf expliziten Wunsch des Anwenders. Die Software verpackt das Secret mit SHA-2 und schickt es an die DHT, um Sync-Zwillinge im Netz aufzuspüren. Die Entwickler empfehlen jedoch, Tracker zu verwenden. Diese seien nicht nur schneller, sondern fungieren auch als STUN-Server und ermöglichen so eine direkte Verbindung zu Rechnern, die sich hinter einer Firewall befinden.

Ist diese sehr restriktiv, besteht die Option, einen Traffic-Relay-Server von Bittorrent zu verwenden. Die Betreiber versichern, die verschlüsselt gesendeten Daten nicht ausforschen zu können, sie erheben jedoch anonyme Nutzungsdaten [3] , zu denen das SHA-2-verpackte Secret gehört, das sie nach eigener Aussage aber nicht speichern.

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