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Netzbeschleunigung mit TCP Fast Open
Zeit gewinnen
Mit TCP Fast Open hat Google eine Protokollerweiterung zum Verringern unnötiger Latenzen im Netzwerkverkehr vorgestellt, die je nach Anwendungsfall eine Beschleunigung von bis zu 41 Prozent verspricht und es bereits in die aktuellen Linux-Kernel 3.6 (als Client) und 3.7 (als Server) geschafft hat.
Den Löwenanteil des heutigen Internetverkehrs machen recht kurzlebige Datenflüsse aus, etwa der typische Aufruf einer Website: Die Rechner bauen mehrere, nicht selten mehrere Dutzend gleichzeitige TCP-Sessions auf, um dann aber nur verhältnismäßig wenig Daten vieler kleiner Elemente (HTML-Code, Mini-Grafiken, Javascript und Ähnliches) zu übertragen. Der (Zeit-)Aufwand für den Verbindungsaufbau steht dabei in keinem günstigen Verhältnis zum transferierten Inhalt. Untersuchungen zufolge initiiert ein Drittel aller Requests neue Verbindungen, ein Viertel aller durch Latenz verursachten Wartezeit stammt vom Verbindungsaufbau [1].
Viele Browser kontern dies, jeder auf eine andere Art [2]: Um einem erneuten Verbindungsaufbau vorzubeugen, versuchen manche nach dem Erstaufruf der Seite ungenutzte TCP-Verbindungen offen zu halten (so genannte HTTP Persistent Connections). Das aber bindet Ressourcen und ärgert Admins: Insbesondere bei stark frequentierten Servern setzen sie mittlerweile die Timeout-Stellschrauben auf sehr kurze Zeiträume. Bessere Ansätze bietet der Linux-Kernel ab Version 3.7 mit einem Google-Projekt: TCP Fast Open (TFO, [3]).
Latenzen vermeiden
Solche Störfaktoren erst gar nicht entstehen zu lassen und die Latenzen von vornherein zu vermeiden, das steht ganz oben auf dem Entwurf, den Mitte 2011 Googles "Make the Web faster"-Team um Sivasankar Radhakrishnan, Yuchung Cheng, Jerry Chu und Arvind Jain (den Autoren der Slides in [1]) unter dem Namen TCP Fast Open vorstellte.
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