Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 07/2012
© golffoto, photocase.com

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Clonezilla und Perl-Skripte für Sicherung nutzen

Backup nach Maß

Mit Clonezilla gehen Systembackups und Restores mit nur wenigen Tastendrücken elegant von der Hand. Eine selbst produzierte Lösung reduziert den Aufwand auf das Einlegen einer CD, auf die der Admin zuvor ein Perl-Skript gebrannt hat.

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Leider steht in meinem Haushalt noch immer ein Rechner mit Windows 7 herum, auf dem meine Gattin die Steuererklärung anfertigt und mit Photoshop an digitalen Aufnahmen herumwerkelt. Um diesen PC zu sichern, drängte sich das in Windows 7 eingebaute Backup-programm auf. Doch als dieses Hausmittel mit den gesicherten Daten dann irgendwann keinen Restore mehr zusammenbrachte, mit kryptischen Fehlermeldungen um sich warf und dank des bekannten blickdichten Vorhangs keine Fehleranalyse zuließ, fiel schließlich die Entscheidung zugunsten einer handgestrickten Linux-Lösung.

Das freie Programm Clonezilla [2] liefert eine bootbare CD (alternativ einen USB-Stick), die auf einem beliebigen PC eine Debian-basierte Live-Distribution hochfährt (Abbildung 1). Der User hangelt sich dann durch ein Dutzend Menüs (Abbildung 2) und kann zügig zwischen Backup und Restore automatisch ermittelter Plattenpartitionen wählen. Die Daten sichert Clonezilla wahlweise auf einer eingestöpselten USB-Platte oder übers Netz per »ssh« auf einem anderen Rechner im Netzwerk.

Abbildung 1: Nach dem Einlegen der Clonezilla-CD erscheint das Bootmenü.

Abbildung 2: Einer der Dialoge zur Konfiguration des Clonezilla-Backups, die der Benutzer abarbeitet.

Hass auf Handarbeit

Bei regelmäßig stattfindenden Backups nervt die ewig gleiche Handarbeit, daher erlaubt es Clonezilla, eigene Backupskripte mit auf CD zu brennen [3]. Diese steuern den Ablauf dann automatisch nach dem Booten. Die Backup- und Restore-Funktionen muss der Automatisierer nicht neu erfinden, er darf aus dem umfangreichen Clonezilla-Werkzeugkasten mit Shellskripten schöpfen.

In den Perlmeister-Studios nimmt die maßgeschneiderte Backup-CD zum Beispiel nach dem Einlegen über SSH Kontakt mit dem Backupserver im lokalen Netzwerk auf und beginnt die Partitionen der ersten gefundenen Festplatte des PC komprimiert zu übertragen. Dabei ist Clonezilla so schlau, nicht nur die Daten des jeweiligen Dateisystems festzuhalten, sondern schreibt auch gleich die ganze Partitionstabelle mit, damit der Restore später leichter abläuft.

Rank und schlank

Die Clonezilla-Suite versteht dank des ebenfalls frei verfügbaren Programms »partimage« [4] die gängigen Dateisysteme (etwa Ext [2-4], NTFS, FAT, HFS+, Reiser) und sichert nur tatsächlich benutzte Bereiche. Das ist bei nur teilweise genutzten Festplatten effizienter als eine bitweise Sicherung mit »dd« . Da manche Systeme fürs Speichern der Backupdaten mit antiken Dateisystemen aufwarten, die keine großen Files mögen, zerlegt Clonezilla die Sicherungsdateien auf Wunsch in handliche, optional auch komprimierte Brocken (Abbildung 3).

Abbildung 3: Clonezilla speichert die Backupdaten in komprimierten 2-GByte-Stückchen zusammen mit den Partitionsdaten der Festplatte.

Um dem User das Studium aller Parameter der mit Funktionen nur so gespickten Clonezilla-Skripte zu ersparen, gibt es nach einem per Menü konfigurierten Lauf – wie in Abbildung 4 gezeigt – die intern genutzten parametrisierten Funktionsaufrufe aus. Hat sich der User also einmal durch die Dialoge zum Anfertigen des Backups gehangelt, braucht er nur dieses Kommando auf CD zu brennen und spart sich künftig den Dialog-Dschungel.

Abbildung 4: Nach der Menü-Auswahl schlägt Clonezilla eine Kommandozeile vor, die das Backup nächstes Mal automatisch erledigt.

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