Punch
So mancher Linux-Geek denkt zu Recht, dass dies alles doch auch mit ein paar Zeilen Shellcode gehen müsste. In der Tat ist ein »echo«
-Kommando oder ein Texteditor oft vollkommen ausreichend. Wer »echo `date` "Telefonat mit Kunde A" >> zeiterfassung.txt«
zu unkomfortabel findet, gehört zur Zielgruppe von Punch. Das unter der GPLv3 stehende Python-Programm baut auf der Aufgabenverwaltung Todo.txt [13] auf, die alle Daten in normalen Textdateien verwaltet. Somit sind die Informationen auch dann zugänglich, wenn Todo.txt und Punch nicht installiert sind.
Am besten installieren Anwender zunächst Todo.txt. Sie laden dazu das Zip-Archiv herunter und entpacken es zum Beispiel in »~/bin«
. Es ist darüber hinaus sinnvoll, denn langen Verzeichnisnamen umzubenennen. Das dort liegende Shellskript muss ausführbar sein, ein Alias erleichtert die Arbeit ungemein:
mv ~/bin/ginatrapani-todo.txt-cli-ebe6a40/ todo cd ~/bin/todo chmod 755 todo.sh alias todo ~/bin/todo/todo.sh
Einen Überblick über die Funktionsweise verschaffen die Befehle »todo -h«
und »todo help«
. Damit Todo.txt und Punch reibungslos zusammenspielen, kopieren Benutzer die Datei »todo.cfg«
direkt ins Homeverzeichnis. Zudem setzen sie die Variable »TODO_DIR«
über »export TODO_DIR=~/bin/todo«
. Als Nächstes ist Punch an der Reihe. Auch der Inhalt dieses Downloadarchivs fühlt sich im Ordner »~/bin«
zu Hause. Ein Alias spart auch hier Tipparbeit:
alias punch="python ~/bin/Punch.py"
Damit ist die Zeiterfassung für die Shell einsatzfähig.
Kein + für ein @
Zunächst füttern Anwender ihre Todo-Liste mit Aufgaben (siehe Abbildung 7). Das Kommando »add«
fügt eine Task hinzu. Todo.txt weist jedem Eintrag eine laufende Nummer zu. Die Tasks verschlagworten »+«
oder »@«
. Das Pluszeichen leitet Projektnamen ein, der Klammeraffe beschreibt den Kontext. Anhand dieser Tags erhalten Nutzer einen schnellen Überblick über anstehende Jobs. So führt »todo list @anruf«
etwa alle geplanten Telefongespräche auf; »todo list«
zeigt die komplette Liste.
Um die Aufzeichnung zu beginnen, verwendet der Nutzer die Punch-Option »in«
, gefolgt von der Tasknummer, also etwa »punch in 1«
. Nach getaner Arbeit stempelt er entweder explizit über »punch out«
aus oder beginnt einfach die Aufzeichnung einer neuen Aufgabe (»punch in 2«
) und hält damit den Timer des ersten Jobs an.
Als Kommandozeilentool lässt Punch die Arbeitsflächen der Desktopumgebungen links liegen und checkt damit auch nicht automatisch ein und aus. Eine Erinnerungsfunktion ist nicht vorhanden.
Punch speichert seine Informationen in der Datei »punch.dat«
im zuvor über »TODO_DIR«
gesetzten Verzeichnis. Über den Befehl »what«
verrät das Tool, woran ein Nutzer gerade arbeitet, und »rep«
erstellt einen zusammenfassenden Bericht, der nach Tagen sortiert anzeigt, wie viel Minuten ein Nutzer mit welcher Tätigkeit verbracht hat (Abbildung 8).
Im- oder Exportfunktionen offeriert Punch nicht – sie sind aber auch nicht unbedingt nötig. Mit Linux-Bordmitteln generieren Anwender am Monatsende Zeitnachweise, filtern die Berichte nach Schlagworten und erstellen so Vorlagen für Latex oder lassen die Texte in eine Officevorlage einfließen. In den Händen eines versierten Linux-Anwenders ist Punch ein praktisches Werkzeug, das zuverlässig die Zeit erfasst und über Geleistetes Auskunft erteilt.
Diesen Artikel als PDF kaufen
Express-Kauf als PDF
Umfang: 8 Heftseiten
Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)
Als digitales Abo
Weitere Produkte im Medialinx Shop »
Versandartikel
Onlineartikel
Alle Rezensionen aus dem Linux-Magazin
- Buecher/07 Bücher über 3-D-Programmierung sowie die Sprache Dart
- Buecher/06 Bücher über Map-Reduce und über die Sprache Erlang
- Buecher/05 Bücher über Scala und über Suchmaschinen-Optimierung
- Buecher/04 Bücher über Metasploit sowie über Erlang/OTP
- Buecher/03 Bücher über die LPI-Level-2-Zertifizierung
- Buecher/02 Bücher über Node.js und über nebenläufige Programmierung
- Buecher/01 Bücher über Linux-HA sowie über PHP-Webprogrammierung
- Buecher/12 Bücher über HTML-5-Apps sowie Computer Vision mit Python
- Buecher/11 Bücher über Statistik sowie über C++-Metaprogrammierung
- Buecher/10 Bücher zu PHP-Webbots sowie zur Emacs-Programmierung
Insecurity Bulletin
Im Insecurity Bulletin widmet sich Mark Vogelsberger aktuellen Sicherheitslücken sowie Hintergründen und Security-Grundlagen. mehr...





