Persea americana zerdrücken und mit Zitronen- oder Limettensaft verfeinern. Dazu Tomatenstücke, Eier, Salz, Pfeffer, Tabasco und Koriander. Schon die Vorfahren der Azteken bauten Avocados an, doch wer wann auf die Idee kam, das Lorbeergewächs zum Dip Guacamole zu zerstampfen, ist nicht überliefert.
Avocado-Dip
Eine Schüssel grünen Breis hat sich das Guacamole-Projekt [1] als Logo für seine Software auserkoren. Deren Köche entwickeln einen VNC-Client, der als Webserver die Bildschirminhalte des Servers zerstampft und die Bitmaps für Canvas und Javascript aufbereitet.
Dem Benutzer reicht fortan ein halbwegs moderner Browser, um auf seinen VNC-Server zuzugreifen: Guacamole läuft als Webapplikation in einer Apache-Tomcat-Umgebung, verbindet sich mit einem vordefinierten VNC-Server und mischt dessen Ausgabe für HTML-5-taugliche Browser auf. Version 0.5 von Guacamole kommt ausschließlich mit VNC zurecht, künftige Ausgaben sollen jedoch auch RDP sowie die SSH-Bibliotheken beherrschen. Der Kasten "Guacamole-Eigenschaften" zeigt einen Überblick über die Funktionen der Software.
- Offenes Framework
- VNC-ähnliche Übertragungsraten (die Entwickler sprechen von "near-native Performance")
- HTML-5-Client, kein Plugin im Browser notwendig
- Unterstützung von VNC, weitere Protokolle in Entwicklung
- Eingebaute Bildschirmtastatur
- Clipboard-Funktionen
- Unterstützung von Touchscreens
IETF-Standard
Der typische Anwendungsfall von VNC ist die Fernwartung. Das Standardprotokoll punktet bei Admins, weil es sich problemlos über (fast) alle Grenzen der üblichen Betriebssysteme nutzen lässt. Beim Einsatz von VNC ist es egal, ob der Server nur einzelne Anwendungen oder eine vollständige Desktopumgebung über das Netzwerk bereitstellt. Der VNC-Server liest in diesem Fall die grafische Ausgabe mit und sendet sie an einen lokalen VNC-Client. Im Gegenzug schickt der Client die lokale Eingabe von Maus und Tastatur zurück.
Technisch gesehen kommunizieren die Teilnehmer mit dem Protokoll "Remote framebuffer" (RFB), das in einem offenen IETF-Standard spezifiziert ist [2], weshalb viele Hersteller es betriebssystemübergreifend integriert haben, auch in der Firmware verschiedener Appliances. Neben der Administration taugt VNC auch für die unkomplizierte Aus- und Weiterbildung: Ein Vortragender arbeitet aktiv an seinem Gerät mit einem Programm und gibt den Inhalt seines Bildschirms an eine Gruppe von Teilnehmenden frei, die unterdessen auf ihren Geräten allein das Geschehen verfolgen, aber aktiv nicht eingreifen können, wenn auf dem Server die Steuerung durch Eingabegeräte deaktiviert ist (Abbildung 1).
Abbildung 1: Nur wenige Einstellungen bietet der Menüpunkt Entfernter Bildschirm unter Gnome 2.
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