Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 03/2011

Firefox 4 im Kurztest

Vier gewinnt

Version 4 des in Europa verbreitetsten Browsers Mozilla Firefox steht vor der Tür. Dieser Artikel beschreibt, was der Anwender beim Umstieg auf die neue Version tatsächlich gewinnt.

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Mit dem Wechsel ins Jahr 2011 hat Firefox nach einer Anwenderstatistik von Statcounter [1] den Internet Explorer in Europa hinter sich gelassen. Ein klassischer Grund, vom Internet Explorer auf den Mozilla-Browser umzusteigen, waren die praktischen Browser-Tabs, die Microsoft erst Jahre später im Internet Explorer 7 nachlieferte.

Tabs neu erfunden

Bei der neuen Major-Version 4 des freien Browsers (dieser Artikel beruht auf der Beta 8 von Ende Dezember 2010, [2]) steht wieder das Tabbed Browsing im Mittelpunkt: Mozilla schrieb im Sommer 2009 einen Design-Wettbewerb mit dem Ziel aus, die "Browser-Tabs neu zu erfinden" [3]. Die Teilnehmer sollten dabei Lösungen finden, die insbesondere das Verwalten von mehr als 20 Tabs in einem Anwendungsfenster erleichtern. Daraus entstand die grafische Tab-Übersicht, die Thumbnails aller im Browser geöffneten Seiten zeigt. Ein Klick auf eines der Icons öffnet die zugehörige Seite mit einer hübschen Animation.

Wie Abbildung 1 zeigt, lassen sich die Mini-Screenshots gruppieren. Eine neue Gruppe entsteht, wenn der Anwender ein Icon auf eine leere Stelle zieht. Per Drag & Drop lassen sich die Fenster zwischen den Gruppen verschieben. Die Gruppen erleichtern nicht nur die Übersicht in der Thumbnail-Vorschau, sie verbessern auch die Übersicht in der altbekannten Tab-Leiste: Lediglich die Seiten aus der aktiven Gruppe sind dort sichtbar.

Abbildung 1: Gesamtkunstwerk: Die mit einem Mausklick erreichbare neue Tab-Übersicht in Firefox 4 zeigt alle offenen Tabs als gruppierbare Mini-Screenshots, die auch bei vielen geöffneten Seiten die Übersicht wahren.

Gruppen lassen sich wie Fenster auf dem Desktop verschieben und in der Größe verändern. Firefox skaliert die Screenshots so, dass alle in das Gruppenfenster hineinpassen. Links oben im Screenshot zeigt die Software in unveränderlicher Größe das aus der Adressleiste bekannte Favicon, das auch kleine Screenshots gut unterscheidbar macht. Zur Not hilft eine Suchfunktion über die Seitentitel.

Auf großen Bildschirmen sorgt die Screenshot-Vorschau für optimale Übersicht. Wer jedoch auf einem Netbook viele Tabs öffnet, stößt schnell an Grenzen. Doch auch hier haben die Firefox-Entwickler vorgesorgt: Zieht der Anwender eine Gruppe auf Minimalgröße, so zeigt die Software nur noch einen einzigen Screenshot und einen Button, der eine temporär vergrößerte Vorschau der ganzen Gruppe einblendet.

Bequem

Am Komfort haben die Firefox-Entwickler bei der Tab-Übersicht nicht gespart: Beim Skalieren der Gruppenfenster erleichtern temporär eingeblendete Hilfslinien das akkurate Positionieren. Mit einem Klick auf das Bleistift-Symbol am oberen Rand weist der Benutzer der Gruppe einen Namen zu. Wer durch Schließen nicht mehr benötigter Fenster Ordnung schaffen will, kann dies direkt in der Thumbnail-Vorschau tun.

Die Autocompletion der Adressleiste schließt nun die Titel der geöffneten Seiten ein und lässt sich auch für das Umschalten zwischen Tabs benutzen. Praktisch sind auch die mit einem Rechtsklick einschaltbaren so genannten App-Tabs, bei denen der Browser das Favicon der Seite ohne Text anzeigt.

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