Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 06/2010
© Ablestock Premium, 123RF.com

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Open WRT auf dem Ben Nanonote

Linux-Däumling

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Offene Hard- und Software: Der Winz-Rechner Ben Nanonote mit Open-WRT-Betriebssystem lädt Tüftler dazu ein, das kleine Gerät mit immer mehr Features aufzupeppen. In diesem Artikel gibt\'s neue Firmware und WLAN, wobei sich das ausgewachsene Buildsystem nützlich macht.

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Der Westentaschen-Computer Ben Nanonote von Qi-Hardware [1] stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass sich das Open-Source-Prinzip auch auf Hardware ausweiten lässt: Pläne, Designs und weitere Dokumente sind frei zugänglich. Mit der Linux-Distribution Open WRT kommt noch im Quelltext verfügbare und erweiterbare Software hinzu - ein Traum für jeden Bastler.

Abbildung 1: Das handliche Ben Nanonote mit Open WRT. Das Betriebssystem kann der Anwender anpassen, beispielsweise mit einem eigenen Logo.

Ist das süß!

Das Nanonote kostet im Versandhandel [2] rund 120 Euro. In dem kleinen schwarzen Gerät (Abbildung 1) steckt der MIPS-kompatible Xburst-Prozessor JZ4720 von Ingenic mit 366 MHz Taktrate. Daneben besitzt der Kleinstrechner 32 MByte DRAM, 2 GByte NAND-Flashspeicher und ein 3-Zoll-Display. Die Auflösung von 320 mal 240 Pixel lässt 40 mal 15 Zeichen in einer Textkonsole zu. Eine vollwertige, wenn auch gewöhnungsbedürftige Querty-Tastatur mit 59 Tasten dient der Eingabe von Kommandos. Als weitere Ausstattung gibt es einen Mini-USB-Port, einen 3,5-mm-Audio-Ausgang sowie Mikrofon und Lautsprecher.

Im Auslieferungszustand bietet das Gerät keinen unabhängigen Zugang zum Internet. Per USB kann es allerdings einen anderen Rechner als Gateway benutzen. Daneben lässt es sich über den Micro-SDHC-Slot mit einem WLAN-Modul ausrüsten. Beides wird dieser Artikel näher erläutern. Außerdem verfügt das Nanonote über eine serielle Schnittstelle, die sich zeigt, wenn man das Batteriefach öffnet (Abbildung 2).

Abbildung 2: Im Batteriefach befindet sich nicht nur die Stromversorgung: Dort gibt es auch Zugriff auf die Kontakte für eine serielle Schnittstelle.

Es geht los

Nach dem Einschalten des Nanonote erscheint auf dem LCD-Display zunächst das Logo der installierten Open-WRT-Distribution, die nicht nur für den Betrieb von Linksys-Routern geeignet ist. Nach 20 Sekunden sieht der Anwender den Root-Prompt der Busybox-Konsole, auf der er gängige Linux-Kommandos wie »ls« oder »Ifconfig« eingeben kann. Wer mehr aus dem Nanonote herausholen möchte, schließt es per USB an einen Linux-Rechner an. Mit folgenden Kommandos wird der PC zum Internet-Gateway:

ifconfig eth0 PC-IP-Adresse;
sysctl -w net.ipv4.ip_forward=1;
iptables -A POSTROUTING -t nat -d 0/0 -j MASQUERADE;

Auf dem Nanonote muss die Datei »/etc/config/network« wie in Listing 1 aussehen, im Feld für das Gateway steht die Adresse des Linux-PC. Nach einem »ifup lan« auf dem Nanonote sollte sich das Gerät pingen lassen und den Zugang über Telnet erlauben.

Zur Software-Installation dient das Tool Opkg. Da Open WRT in einigen Zügen auf Debian basiert, erinnert dessen Bedienung stark an Dpkg: Das Kommando »opkg update« aktualisiert die Paketliste, »opkg list | grep Paketname« dient zum Suchen und »opkg install Paketname« installiert ein Paket.

Listing 1:
»/etc/config/network«

01 config interface lan
02  option ifname usb0
03  option proto  static
04  option ipaddr  IP-Adresse
05  option dns  Nameserver-Adresse
06  option gateway  PC-IP-Adresse
07  option netmask  255.255.255.0

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