Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 11/2009

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

 

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Acpitool 0.5.1

ACPI-Client für die Konsole

Quelle: [http://freeunix.dyndns.org:8000/site2/acpitool.shtml]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Linux ACPI Client, Yacpi

Acpitool liest die Standard-ACPI-Daten aus, etwa den Ladestatus der Batterie oder die Temperatur des Prozessors. Mehr noch: Die in C++ geschriebene Software ruft Informationen zur eingebauten CPU sowie zum verwendeten Lüfter ab und zeigt an, welche Geräte eine Wake-up-Funktion besitzen. Seine Informationen bezieht Acpitool aus den Verzeichnissen »/proc/acpi« und »/sysfs«.

Auf einigen Laptop-Modellen passt das Programm außerdem die Helligkeit des Displays an oder schaltet den Lüfter ein und aus. Im Zweifelsfall weist die Manpage darauf hin, welche Parameter für welchen Hersteller gelten. Acpitool bietet des Weiteren Optionen, um Geräte in den Suspend-Modus zu versetzen. Dabei unterstützt das Programm sowohl den Suspend-to-RAM- als auch den Suspend-to-Disk-Modus. Eine Garantie, dass der Laptop anschließend auch wieder erwacht, gibt es allerdings nicht.

***-- Der Funktionsumfang von Acpitool geht über die reine Anzeige von Informationen hinaus, er erlaubt es dem Benutzer, alle wichtigen Aufgaben und Einstellungen rund um ACPI mit nur einem Tool zu erreichen.

Bitflu 0.92

Bittorrent-Client mit Telnet-Zugang und Web-GUI

Quelle: [http://bitflu.workaround.ch]

Lizenz: Artistic License

Alternativen: Bittornado, Transmission

Bitflu ist ein in Perl implementierter Bittorrent-Client der etwas anderen Art und läuft nach dem Start als Daemon im Hintergrund. Die Kommunikation mit dem Serverdienst findet wahlweise via Telnet oder über eine Weboberfläche statt. Letztere erlaubt es dem Anwender, neue Downloads einzustellen, den aktuellen Transfer zu beobachten, Übertragungen anzuhalten, wieder aufzunehmen und abzubrechen. Eine History zeigt zudem, was zuletzt übertragen wurde.

Der Telnet-Zugang im Terminal ist viel flexibler. Außer der Möglichkeit, die Bitflu-Konfiguration im laufenden Betrieb zu ändern, bietet diese Variante Zugriff auf Tools wie Netstat oder Dig. Darüber hinaus kann der Nutzer eigene Tracker-Dateien erstellen und den Upload-Traffic beschränken.

Alle übertragenen Daten speichert Bitflu in einem Verzeichnis, das der Anwender in der Einrichtungsdatei bestimmt. In der Konfiguration begrenzt er darüber hinaus die Anzahl der Peers und gibt optional ein Chroot-Verzeichnis für den sicheren Einsatz von Bitflu an.

***-- Wer in einem kleinen, lokalen Netzwerk einen zentralen Download-server einrichten möchte, für den ist Bitflu genau das Richtige.

Lesspipe 1.70

Eingabefilter für Less

Quelle: [http://www-zeuthen.desy.de/~friebel/unix/lesspipe.html]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: keine

Der Eingabefilter Lesspipe stellt mit Less verschiedene Binärdateien dar. Das Skript setzt die Umgebungsvariablen »LESSOPEN« und »LESSCLOSE« neu und analysiert mittels »file« den Typ der übergebenen Datei. Diese öffnet das Tool mit Hilfe der GNU-Tools; Lesspipe kooperiert unter anderem mit Cat, Cut, Egrep, Gzip, RM, Sed, String und Tar. Die formatierte Ausgabe präsentiert anschließend wie gehabt der Pager Less.

Die Liste der unterstützten Formate ist lang und reicht von Archiven (Ar, Tar oder Gzip) über Paketformate (RPM und Deb) bis hin zu verschiedenen Dokumenten (DVI, PDF, Doc oder RTF). Auf dem System sollten natürlich die entsprechenden Helferprogramme installiert sein.

Die Erweiterung Code2color soll Lesspipe mit rudimentärem Syntax-Highlighting ausstatten. Voraussetzung ist die Verwendung der Less-Optionen »-r« oder »-R«, um die Escape-Sequenzen für die Farbgebung richtig zu interpretieren. Das Feature scheint allerdings noch nicht ganz ausgereift zu sein, im Test konnte das Configure-Skript von Lesspipe Code2color nicht finden.

***-- Lesspipe macht aus dem Pager Less einen wahren Alleskönner. Es eignet sich damit ideal für Einsteiger oder Anwender, die gerne ein Tool für alle Aufgaben verwenden.

Blazeblogger 0.9.1

Blogger-Lösung für statische HTML-Seiten

Quelle: [http://blaze.blackened.cz]

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Nanoblogger

Wer für sein Blog auf PHP und MySQL verzichten kann, sollte einen Blick auf Blazeblogger, ein CMS für Blogs, werfen. Blazeblogger (kurz Blaze) ist eine Sammlung aus Perl-Skripten und erzeugt statische HTML-Seiten. Zum Einrichten eines neuen Blogs ruft der Nutzer »blaze-init« auf. Das Skript erzeugt eine Standardkonfiguration im Verzeichnis »./.blaze«; es ist aber auch möglich, einen alternativen Ort anzugeben. Die grundsätzlichen Einstellungen modifiziert das Tool »blaze-config«.

Die Konfiguration selbst ist in die Bereiche »blog«, »color«, »core«, »post« und »user« unterteilt. In diesen Kategorien bestimmt der Benutzer Blog-Titel, Theme, Anzahl der Posts pro Seite, Encoding und den Lieblingseditor. Ist das Blog eingerichtet, erstellt das Tool »blaze-add« neue Einträge. In der Voreinstellung geschieht das im Standardeditor, das Skript liest auf Wunsch aber auch fertige Artikel aus externen Dateien ein.

Da Blazeblogger statische HTML-Seiten erzeugt, stehen dem Anwender die üblichen HTML-Tags zur Formatierung der Texte zur Verfügung. Mit »blaze-make« erzeugt der Nutzer schließlich in einem vorgegebenen Verzeichnis das eigentliche Blog und überträgt es anschließend auf den Webserver. Da Blazeblogger sehr kompakt ist, eignet es sich auch für den Einsatz in einer SSH-Session direkt auf dem Server.

****- Blazeblogger ist eine interessante Alternative zu den klassischen Blog-Lösungen. Es benötigt im Betrieb keinerlei Ressourcen und ist durch die statischen HTML-Seiten relativ sicher.

Calcurse 2.7

Terminkalender für die Konsole

Quelle: [http://culot.org/calcurse]

Lizenz: BSD

Alternativen: When, Wyrd

Dass es sich bei leistungsfähigen Organizern nicht zwingend um grafische Applikationen handeln muss, beweist Calcurse. Auf den ersten Blick erinnert das Ncurses-basierte Tool an den Editor Joe oder den Mailclient Pine: In einer Statuszeile am unteren Rand zeigt es eine Übersicht der Befehle und der Tastenkürzel. Den restlichen Platz teilen sich Termine, Kalender und Aufgaben. Look&Feel passt der Anwender entweder über die mitgelieferten oder eigene Themes an eigene Vorlieben an.

Mit der Tabulatortaste wechselt der Nutzer zwischen Kalender, Terminen und Aufgaben hin und her. Die Navigation in den einzelnen Bereichen erfolgt über die Tasten [H], [J], [K] und [L] - ganz im Stil klassischer Konsolenanwendungen. Um einen neuen Termin einzutragen, wählt der Nutzer im Kalender das gewünschte Datum aus und wechselt in den Terminbereich, um den Eintrag zu erzeugen. Ohne Angabe der Startzeit trägt Calcurse ihn als ganztägiges Ereignis ein.

Auch das Anlegen wiederkehrender Ereignisse ist möglich; die Palette reicht von täglich über wöchentlich und monatlich bis zu jährlich wiederkehrenden Terminen. Ein Enddatum stellt dabei sicher, dass Calcurse den Termin nicht bis ans Ende der Tage neu einträgt. Den Aufgaben kann man darüber hinaus Prioritäten zuweisen, ein Fälligkeitsdatum lässt sich jedoch nicht festlegen. Calcurse erinnert den Anwender auf Wunsch per Mail an Ereignisse und Termine.

****- Calcurse bietet alle wichtigen Funktionen eines Organizers, ist übersichtlich und benötigt kaum Ressourcen. Damit ist das Tool eine gute Alternative zu Evolution oder Kontact.

Open DHCP 1.30

Freier DHCP-Server

Quelle: [http://dhcpserver.sourceforge.net]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: ISC DHCP, Dnsmasq

Open DHCP ist eine leistungsfähige Alternative zum bekannten und verbreiteten DHCP-Server von ISC und steht ihm in puncto Funktionsumfang in nichts nach. Genau wie ISC DHCP bietet das Programm die dynamische und statische Zuordnung von IP-Adressen und unterstützt BOOTP und PXEBOOT für das Booten eines Rechners via Netzwerk.

Adressenbereiche lassen sich zu so genannten Range-Sets zusammenfassen, aus denen Open DHCP die jeweiligen Adressen zuordnet. Dabei verwaltet das Programm in seiner Konfiguration problemlos mehrere Domains und Subnetze. Bei Bedarf schränken Filter (MAC-, Hersteller- oder Benutzer-basiert) die Zuständigkeit eines Range-Set ein. So fasst der Admin etwa Rechner mit Netzwerkkarten eines bestimmten Herstellers in einem Netzsegment zusammen.

Das Open-DHCP-Webinterface ist ebenfalls praktisch: Es eignet sich zur interaktiven Kontrolle der gerade vergebenen IPs. In der Voreinstellung zeigt der Server auf Port 6789 eine Tabelle mit allen aktuell verteilten, allen freien dynamischen und statischen Adressen an. Weitere Kontrollmöglichkeiten liefern - wie zu erwarten - die Logfiles.

Eine umfangreiche Dokumentation sucht man bei Open DHCP leider vergebens, die Beispielkonfiguration ist jedoch erfreulicherweise gut kommentiert und kann somit problemlos als Grundlage für eigene Anpassungen herhalten.

***-- Open DHCP ist besonders für Betreuer heterogener Netzwerke interessant, da der Server auch in einer Windows-Version zur Verfügung steht. (U. Vollbracht/hej)

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