| Amarok 1.4.2 |
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| Audio-Player Quelle: [http://amarok.kde.org] Lizenz: GPL Alternativen: Xmms, Juk, Banshee
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Benannt nach einem einstündigen Musikstück von Mike Oldfield und dem Inuit-Wort für Wolf, gehört Amarok allmählich zu den beliebtesten Audio-Playern unter Linux. Das Tool braucht die Kdelibs, läuft aber auch auf anderen X11-Desktops. Der Player akzeptiert Xine, Arts, NMM und Helix als Backends und spielt daher fast alles, was gegenwärtig auf dem Markt zirkuliert. Lediglich das Gstreamer-Backend unterstützt Amarok zurzeit noch nicht, weil die Engine von Gstreamer in Version 0.10 noch nicht stabil arbeitet.
Beim Organisieren großer Musikkollektionen helfen die Datenbanken SQLite oder MySQL und PostgreSQL. Titel und Alben spielt die Software nacheinander oder in zufälliger Reihenfolge ab, auf Wunsch mit Crossfading, das für sanfte Übergänge sorgt. Auch Audio-Streams und Podcasts aus dem Internet spielt Amarok. Der Musikfan speichert sie mit dem Skript »RecordRadio« über das Kontextmenü auf der Festplatte und brennt sie bei Bedarf über einen integrierten K3b-Aufruf auf CD-ROM oder DVD.
Neben Last-FM zapft Amarok weitere Datenbanken an: Legt der Hörer eine Musik-CD ein, holt das Tool Infos aus der FreeDB, für CD-Cover greift es auf Amazon zurück. Auch aus der Wikipedia bedient sich der Player, um Hintergrundinformationen über einzelne Tracks zu sammeln. Musiksammlungen behandelt Amarok in der neuen Version dynamisch: Das Tool erkennt, ob es ein externes Gerät wie eine Festplatte, einen USB-Stick oder eine Netzwerk-Ressource gerade erreicht oder nicht.
Wie viele andere Projekte nahm auch Amarok an Googles "Summer of Code" teil und integrierte dabei DAAP (Digital Audio Access Protocol) in den Player. Das kommt ursprünglich von Apples I-Tunes und dient als Zeroconf-Lösung, um Musik in ein Netzwerk zu streamen. Auch mit den Smart Playlists von I-Tunes geht Amarok nun smarter um: Der Nutzer muss sie nicht mehr löschen, wenn ihm Fehler unterlaufen.
MP3-Spieler unterstützt der Audio-Player ebenso: Über die Libmtp integriert er Microsofts MTP (Media Transfer Protocol). Über DCOP-Skripte, die der Anwender zum Beispiel in Ruby oder Python schreibt, steuert er Amarok auch von externen Rechnern aus. Ein Skriptmanager unterstützt die Installation selbst geschriebener Programme. Sitzt der bekennende Couchpotato gerade nicht am Rechner, bedient er Amarok über eine traditionelle Fernbedienung - die Software Irman macht's möglich.
Dank der Libvisual bringt Amarok auch etwas fürs Auge mit, Plugins erzeugen zur Musik passende grafische Formen. Die Normalisierung der Lautstärke funktioniert zurzeit nur über ein Skript. Äußerst erfreulich erscheinen Überlegungen zu einem Party-Modul, durch das sich Amarok auch noch mit drei Promille benutzen lässt. Aufgrund ihrer Komplexität ist die Software anfangs schwierig zu bedienen - auch nüchtern.
****- Amarok bringt eine solide und umfassende Ausstattung mit. Wer sich mit dem Programm beschäftigt und die Oberfläche beherrscht, wird positiv überrascht. (Kristian Kißling)
| Abiword 2.4.5 |
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| Schreibprogramm Quelle: [http://www.abisource.com] Lizenz: GPL Alternativen: Open Office Writer, Kword
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Seit Juli steht die neue Version 2.4.5 von Abiword auf der Projektseite als Autopackage oder Quellcode zum Download bereit, auch für Nutzer von Windows und Mac OS X. Sie bringt vor allem Bugfixes für den Import des Open-Document-Formats mit. Neben ODT unterstützt Abiword: DOC, WPD (Wordperfect), RTF, HTML, PDF und Latex.
Ansonsten erfüllt es die gängigen Erwartungen an ein Schreibprogramm: Über Aspell integriert es die landesübliche Rechtschreibung, um Serienbriefe zu schreiben, füttert man es mit Daten aus einer CSV-Datei, das angestaubte Serienbrief-Tutorial gilt noch.
Das Programm startet zügig und bringt ein aufgeräumtes Interface mit. Allerdings stören zahlreiche kleine Fehler, die unregelmäßig auftreten. So merkt sich die Software beim Speichern von OpenOffice-Dateien nicht den eingestellten Zeilenabstand, der Cursor bleibt beim Springen von Wort zu Wort an Kommata und Punkten hängen. Zudem zeigt Abiword mitunter sowohl die Referenz als auch die Fußnote in der Fußzeile an und fügt ausgeschnittenen Text invers ein.
***-- Für die Diplomarbeit ist Abiword noch keine Empfehlung, um schnell mal einen Brief zu schreiben schon. (Kristian Kißling)
| Source-Highlight 2.4 |
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| Syntax-Highlighting Quelle: [http://www.gnu.org/software/src-highlite] Lizenz: GPL Alternativen: Vim, Highlight
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Das kleine Tool Source-Highlight des Italieners Lorenzo Bettini betreibt Syntax-Highlighting für zahlreiche Programmiersprachen wie C, C++, Java, C# und Python. Es verwandelt den Quellcode in die Formate HTML, Latex, XHTML, Docbook oder Texinfo.
Eine Beschreibungsdatei (Language Definition File) definiert, welche unterscheidbaren Elemente eine Sprache enthält. Die Style-Datei »default.style« bestimmt, welche Schriftstile die Software beim Syntax-Highlighting verwendet und mit welchen Farben das Tool die Elemente versieht. Die Option »--lang-list« zeigt die verwertbaren Sprachen und ihre zugehörigen Language Definition Files.
Über diese Option bringen Entwickler dem Tool auch neue Sprachen bei. Sie definieren Regular Expressions, damit Source-Highlight bestimmte Elemente der Sprache erkennt - wie zum Beispiel eine Präprozessor-Direktive. Die Dokumentation erklärt ausführlich, wie Programmierer solche Dateien für ihre Sprache erstellen.
Die Option »--outlang-list« verrät die Ausgabeformate und deren Beschreibungsdateien. Zusätzlich ergänzt der Entwickler Aufrufe um Optionen wie »--tab=4«, um die Laufweite der Tabs einzustellen, und »--gen-references=postline«, um Ctags-Referenzen für Funktionen und Variablen zu generieren. Der Parameter »--line-number« fügt Zeilennummern in den kolorierten Quellcode ein.
**--- Source-Highlight ist einfach anzupassen und punktet mit ausführlicher Dokumentation. Es spricht zwar weniger Sprachen als das Programm Highlight, ergänzt es aber um eine Unterstützung für Werkzeuge wie Bison, Yacc und Flex. (Kristian Kißling)
| Irssi 0.8.10a |
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| Konsolen-Chat Quelle: [http://irssi.org] Lizenz: GPL Alternativen: Bitch-X, Epic
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Die Auswahl an grafischen Chatclients ist unter Linux relativ groß, auf der Kommandozeile tummeln sich deutlich weniger Vertreter der Gattung. Irssi gehört dazu und unterstützt neben dem bekannten IRC- auch das SILC- (Secure Internet Live Conferencing) und ICB-Protokoll (Internet Citizens Band). Mehr als hundert Perl-Skripte und zahlreiche Themes erweitern den Client.
Die Skripte sorgen dafür, dass die Namen der anderen Chatter in einer Extraspalte stehen, und steuern externe Tools wie Amarok. Sie fragen Informationen von Google oder aus der Filmdatenbank IMDB ab, präsentieren das aktuelle Fernsehprogramm und vieles mehr. Zu ihrer Verwaltung empfiehlt sich ein weiteres Skript namens »scriptassist.pl«, das unter anderem Updates übernimmt.
Eine Autologin-Funktion ermöglicht das automatische Anmelden bei Servern und in Channels, ausufernde Mitschnitte von Gesprächen verwaltet Irssi über Log-Rotation. Tab-Completion nimmt dem Chatter Tipparbeit ab, das Feature ergänzt die gängigen Befehle. Der Tausch von Dateien findet dank DCC direkt zwischen den Teilnehmern und ohne den Umweg über einen IRC-Server statt. Ein Perl-Skript verleiht dem Chatclient XDCC-Fähigkeiten. Eine optionale SSL-Verschlüsselung sichert die Kommunikation ab, bei Bedarf anonymisieren Irssi-Nutzer ihre Kommunikation auch über Tor und Privoxy.
***-- Gelegenheits-Chattern genügen vermutlich die grafischen Clients, Freunde von Mutt und Pine werden an Irssi und seiner Skriptsammlung hingegen Spaß haben. (Kristian Kißling)
| I2brain 3.0.1 |
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| Mindmapping Quelle: [http://i2brain.com] Lizenz: Kommerziell Alternativen: Kdissert, Freemind
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Um eine komplexe Struktur zu verstehen, hilft es, sie zu visualisieren. Das kommerzielle Programm I2brain will Vorgänge in Bilder fassen und dem Betrachter leichter zugänglich machen. Die Vollversion des Java-Tools kostet 50 Euro, es arbeitet plattformübergreifend, lief aber zur Testzeit nicht unter Ubuntu. Suse installiert die Software indes klaglos nach »/opt«. Der Anwender startet sie als Root - eine schlechte Lösung. Auch nicht schön: I2brain kann nicht mit UTF-8 umgehen.
Die Mindmaps, die das Tool produziert, bestehen aus farbigen Feldern mit Informationen, die meist Aspekte enthalten. Auch Bilder im Jpg-, Gif- und PNG-Format lassen sich hinzufügen. Informationen können zum Beispiel aus Aufgaben bestehen, die in einem Projekt anfallen. Jede Aufgabe enthält verschiedene Aspekte: Wer erledigt sie, wann muss sie fertig sein. Das wäre eine Information mit zwei Aspekten. I2brain veranschaulicht die Beziehungen und Strukturen der Informationen Mindmap-typisch durch Bilder, Pfeile und Farben.
Das Interface von I2brain arbeitet recht intuitiv, eine
Spaltenansicht erleichtert die Übersicht. Will der
Präsentator ein Projekt an Bekannte verschicken oder ins
Internet stellen, generiert er über den Menüpunkt
»Ansich
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