Alitheia: Die Wahrheit über OSS-Qualität erreicht Alpha-Status

Die Alitheia-Plattform zieht Projekt-Metadaten aus Mailinglisten, Repositories, Quellcode und Fehlerdatenbanken heran. Mess-Plugins werten die Daten aus. Neben dem Browser ist eine zweite Schnittstellenanbindung zur Eclipse-IDE geplant.

Alitheia ist eine Plattform zur automatisierten Evaluierung von Software-Projekten. Die nun veröffentlichte Version 0.8.1. beschreiben die Entwickler als eine erste, benutzbare Alpha-Version. Die Kernfunktionalität steht, aber die Ausführung und individuelle Anpassung bedarf noch der Arbeit.

Die Software sammelt Metadaten von Projekten aus Mailinglisten, Repositories, Quellcode und Fehler-Datenbanken. Die Daten verarbeitet sie nach bestimmten Kriterien und misst damit im einfachsten Falle etwa neu hinzugekommene Codezeilen, die Beteiligung einzelner Entwickler oder die Anzahl der Bugs. Diese Mess-Funktionen sind aus Gründen der Erweiterbarkeit von Alitheia als Plug-ins verwirklicht. Im Download-Paket der Alitheia-Software sind sie in einem eigenen Verzeichnis versammelt und bilden hierin jeweils eine eigene Code-Einheit.

Das Projekt stellt eine Online-Demo zur Verfügung, mit der man einen ersten Eindruck der Funktionsweise gewinnt. Alitheia wurde mit EU-Geldern gefördert und steht unter einer BSD-Lizenz.

Die Alitheia-Plattform zieht Projekt-Metadaten aus Mailinglisten, Repositories, Quellcode und Fehlerdatenbanken heran. Mess-Plugins werten die Daten aus. Neben dem Browser ist eine zweite Schnittstellenanbindung zur Eclipse-IDE geplant.

Die Alitheia-Plattform zieht Projekt-Metadaten aus Mailinglisten, Repositories, Quellcode und Fehlerdatenbanken heran. Mess-Plugins werten die Daten aus. Neben dem Browser ist eine zweite Schnittstellenanbindung zur Eclipse-IDE geplant.

Ein Blick in die Download-Datei zeigt, dass das Entwickler-Konsortium die Software (geschrieben in Java und C++) gut organisiert und dokumentiert. Das Readme im Wurzelverzeichnis der Download-Datei vermittelt Übersicht, indem es eine Alitheia-Installation mittels dreier Systeme beschreibt: das Backend, das die Daten der zu untersuchenden Projekte beschafft, die eigentliche Plattform (“Alitheia Core”), die mithilfe der Mess-Plug-ins (“Metrics”) die Daten verarbeitet, und das grafische Frontend als Benutzerschnittstelle. Erläuterungen zu Kompilierung und Installation, zur Konfiguration, zur Administration sowie zum Weiterentwickeln von Alitheia sind jeweils in einzelne, teilweise ausführliche Readmes ausgelagert. Die Projektwebseite stellt weitere Anleitungen zu Administration und Anwendung bereit sowie eine API-Dokumentation mit Erläuterungen der Klassen und Funktionen.

Das Projekt stellt eine Online-Demo zur Verfügung. Mit Ausnahme der Entwickler-Produktivität kann man die einzelnen Mess-Module zwar aufgelistet, aber nicht im Einsatz sehen.

Das Projekt stellt eine Online-Demo zur Verfügung. Mit Ausnahme der Entwickler-Produktivität kann man die einzelnen Mess-Module zwar aufgelistet, aber nicht im Einsatz sehen.

Der Name der Software, Alitheia, bedeutet auf griechisch “Wahrheit”: Das Projekt hat kein geringeres Ziel als die Möglichkeit, Qualität von Open-Source-Software wissenschaftlich belegbar zu machen. Einerseits soll das den Entwicklern zur Kontrolle und Verbesserung dienen, andererseits soll Open-Source-Software damit mehr Akzeptanz verschafft werden. Laut Selbstdarstellung des Projekts soll es sogar einmal eine Liste der quelloffenen Anwendungen geben, die nach der so gemessenen Qualität sortiert ist. Mit der Testphase befindet sich das im Jahr 2006 gegründete Projekt in der letzten Phase der auf zwei Jahre angelegten Entwicklungszeit. Das Projekt freut sich über Mitstreiter aus der Community, heißt es in der Meldung.

Alitheia bringts ans Licht: Fleißanteile der Entwickler von Wireshark.

Alitheia bringts ans Licht: Fleißanteile der Entwickler von Wireshark.

Der Download des gezippten Tar-Archives bringt gut 40 MByte auf die Platte. Der Downloadbereich, Dokumentation und Mailinglisten sind auf der Projektwebseite zusammengefasst. Weitergehende Informationen über Ziele und Fortschritt des Projekts bietet daneben eine offizielle .eu-Webseite, die unter anderem die Ergebnisdokumentation sowie die Projektbeschreibung anhand des – um sensible Informationen erleicherten – Projektvertrages (PDF, 1 MByte) zur Verfügung stellt. Der KDE e.V., Mitentwickler von Alitheia, beschreibt auf einer eigenen Seite, welche Mess-Plugins es für das KDE-Projekt einsetzt und dass Lücken in der API-Dokumentation damit bereinigt werden konnten.

SQO-OSS ist ein EU-gefördertes Forschungsprojekt als forschungspolitische Maßnahme des 6. Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung. Das Projekt SQO-OSS erhielt von der EU rund 2,5 Millionen Euro Förderung. Mitglieder sind die University of Economics and Business in Athen (Koordinator), die Aristoteles-Universität von Thessaloniki und der KDE e.V. Auf unternehmerischer Seite sind die internationale IT-Beratung Klarälvdalens Datakonsult mit Hauptsitz in Schweden beteiligt, als zweites die auf OSGi-Software spezialisierte Pro Syst GmbH aus Köln und als drittes das britische Open-Source-Softwarehaus Sirius IT.

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