Mailspring
Bei Mailspring [6], einem Fork des 2017 eingestellten Nylas Mail, handelt es sich um ein noch junges, weitgehend unbekanntes Projekt. Die Applikation fehlt bislang in den Paketquellen der gängigen Linux-Derivate, Sie beziehen Sie direkt von der Webseite des Projekts als RPM- oder DEB-Paket für 64-Bit-Systeme. Außerdem gibt es ein Snap-Paket.
Die Anwendung integriert sich anstandslos in die Menühierarchien der gängigen Desktop-Umgebungen und startet beim ersten Aufruf einen Assistenten. Er führt Sie zunächst in einige Funktionen des Programms ein und bietet anschließend an, eine Mailspring-ID zu erhalten. Eine solche benötigen Sie beispielsweise, um Daten zwischen mehreren Instanzen auf unterschiedlichen Computern synchron zu halten. Einige Zusatzfunktionen wie das Nutzen von Plugins benötigen zudem eine gültige Subskription, die mit 8 US-Dollar monatlich zu Buche schlägt.
Legen Sie keinen Wert auf solche Zusatzfunktionen, überspringen Sie das Anlegen der Mailspring-ID und landen dann im Konfigurationsdialog. Dort wählen Sie per Mausklick aus einer Liste einen Mail-Provider aus, mit dessen bestehendem Konto Sie Mailspring verbinden möchten (Abbildung 12). Nutzen Sie ein Konto eines nicht in der Liste aufgeführten Anbieters, wählen Sie hier die Option IMAP/SMTP. POP3-Konten unterstützt Mailspring nicht. Danach nehmen Sie in einem weiteren Dialog alle nötigen Einstellungen vor. Nach dem Speichern der Eingaben schließt sich der Assistent.
Sie rufen nun das Mail-Programm aus dem Desktop-Menü heraus auf und gelangen in ein Fenster mit mehreren Panels. Je nach Arbeitsumgebung ergänzt eine horizontale Menüleiste am oberen Bildschirmrand die konventionelle Darstellung. Darunter befinden sich einige Schalter für den Schnellzugriff, die der Verwaltung der Kommunikation dienen. Die je nach Auswahl drei oder vier Panels sowie die Schalterleiste lehnen sich in der Anordnung an andere gängige E-Mail-Clients an, sodass keinerlei Einarbeitungsaufwand anfällt.
Einstellungssache
Uber das Menü Bearbeiten | Einstellungen erhalten Sie Zugriff auf einen optisch modern wirkenden, ungewöhnlich detaillierten Konfigurationsdialog. Er teilt sich in mehrere Kategorien auf, die Sie über eine Schalterleiste am oberen Fensterrand aufrufen (Abbildung 13). Hier ändern Sie das Erscheinungsbild, modifizieren Tastenkombinationen für den Schnellzugriff, legen Signaturen für ausgehende E-Mails an oder treffen allgemeine Einstellungen. In der Gruppe Konten können Sie zudem weitere Mail-Accounts in den Client integrieren.
Sicherheit
Mailspring bietet derzeit weder eine Möglichkeit zur Verschlüsselung via OpenPGP noch eine Option zum Nutzen von S/MIME-Kryptosystemen. Für die Transportverschlüsselung von Inhalten sind jedoch die gängigen TLS-Spezifikationen in das Mail-Programm implementiert.
Unerwünschte Nachrichten sondern Sie aus, indem Sie sie manuell als Spam kennzeichnen, woraufhin der Client sie in den Spam-Ordner verschiebt. Es lassen sich weder Regeln definieren noch nimmt Mailspring ein echtes Filtern von Spam-Mails vor. Bei E-Mail-Providern, die auf Server-Seite Spam-Filter betreiben, fällt dieses Manko nicht ins Gewicht. Betreiben Sie jedoch Ihren eigenen IMAP-Server, der die E-Mails an die Clients ausliefert, so sollten Sie dort einen Spam-Filter hinzufügen, um ein zeitaufwendiges manuelles Aussortieren der Spam-Mails auf den Clients zu vermeiden.
Plugins
Das modular aufgebaute Mailspring lässt sich grundsätzlich erweitern. Die Entwickler laden die Anwender explizit dazu ein, eigene Plugins zu schreiben und sie auf einer Community-Plattform zu veröffentlichen. Für das Entwickeln solcher Erweiterungen stellt das Projekt eine detaillierte Dokumentation bereit. Hier lassen sich auch Themes zum Anpassen des Erscheinungsbilds der Anwendung herunterladen und in Mailspring integrieren. Sie können bei Bedarf sogar Ihr eigenes Theme gestalten und für andere Nutzer zum Download anbieten. Auch dazu gibt es eine entsprechende Dokumentation.
Thunderbird
Als Platzhirsch unter den E-Mail-Clients blickt Thunderbird [7] inzwischen auf rund 18 Jahre Entwicklungszeit zurück. Das ursprünglich von der Mozilla Foundation weiterentwickelte Programm residiert jetzt unter dem Dach der MZLA Technologies Corporation, einer Tochter der Mozilla Foundation.









“Ergonomie und Sicherheit: Sieben grafische E-Mail-Clients im Test” “Schnittstellen, Enterprise-Software, Mitarbeiter, Unternehmen, Kontakte, Termine, Sicherheit, automatisieren”, in der Ankündigung des Artikels klingt das vielversprechend. Aber im Text findet sich im Wesentlichen nichts darüber. Anbindung des EMail-Clients an einen Exchange Server mittels MAPI/RPC, EWS, OWA, oder an ein anderes Enterprise System? Letztendlich geht es nur um POP und IMAP fähige Programme. Gibt es statt einfacher POP oder IMAP Kommunikation mit einem Mail-Server vielleicht auch eine produktive Einbindung in andere Systeme, Möglichkeiten zum Import und Export oder gar eine Synchronisierung von Kontakten und Terminen? Welche Möglichkeiten den Emailbestand zu verwalten, zu importieren… Mehr »