Diese Anwender sehen dann die aktuellen Kamerabilder im Browserfenster, dürfen aber keine Einstellungen am System vornehmen. Immerhin das Layout der Kamerabilder im Webbrowser darf der Nutzer in einem sehr einfach gehaltenen Konfigurationsmenü ändern.
Zeitsteuerung
Wie andere Videoüberwachungen auch arbeitet Motioneye auf Wunsch zeitgesteuert. Dazu schaltet der Administrator das System im Bereich »Working Schedule« per Schieberegler tageweise ein und aus. Zusätzlich legt er per Auswahlfeld in halbstündigen Intervallen die jeweiligen Uhrzeiten zum Aktivieren und Ausschalten des Systems fest. Im Feld »Detect Motion« definiert er, wann das System die Bewegungserkennung aktiviert.
Kommandos
Auffälligkeiten während der Kameraüberwachung begegnet Motioneye auf verschiedene Weise: Die wichtigste Reaktion dürfte das Versenden einer E-Mail-Benachrichtigung sein. Auf Wunsch führt die Software auch einen vorher festgelegten Befehl aus. Dabei unterscheidet sie zwischen Kommandos, die sie vor oder nach einer Bewegungserkennung auslöst. In beiden Fällen trägt der Administrator im Bereich »Motion Notifications« mehrere auszuführende Befehle ein, die Motioneye beim eintretenden Ereignis nacheinander abarbeitet. Auch der Einsatz von Platzhaltern ist möglich.
Als weitere Besonderheit ruft Motioneye im Bedarfsfall auch eine vom Admin anzugebende Webadresse auf, um so über ein Ereignis zu informieren.
Shinobi
Von Shinobi [4] gibt es eine Community-Variante unter der GPLv3-Lizenz. Die kostenpflichtige Pro-Version beinhaltet noch zusätzlichen Support. Die Software läuft plattformübergreifend, aber auch in Docker. Zudem gibt es Pakete für mehrere Linux-Distributionen. Installation, Konfiguration und Nutzungsoptionen beschreibt eine ausführliche englischsprachige Dokumentation [16].
Shinobi verwendet zahlreiche Kameras: Neben einfacheren IP-Kameras unterstützt es auch PTZ-Modelle. Die Aufnahmen legt die Software im MP4- oder Webm-Format ab, sodass alle gängigen Videoplayer sie abspielen. In der Community-Variante gibt es keine Beschränkung auf eine maximale Zahl angeschlossener Kameras.
Umständlich
Bei Shinobis Installationsroutinen unter Linux gibt es erheblichen Verbesserungsbedarf. Die als Zip-Archiv ausgelieferte portable Variante ließ sich unter Lubuntu 18.04 wegen diverser Skriptfehler, die vor allem veraltete Parameter betreffen, nicht installieren. Auch sind die Installationsbeschreibungen nicht auf dem neuesten Stand: Für die aktuelle Variante der Software gibt es lediglich eine Anleitung für Ubuntu 17.10.
Über das heruntergeladene Git-Archiv integriert der Admin die Software dann aber erfolgreich in das Betriebssystem. Dabei legt er fest, ob er als Datenbank zu Maria DB oder SQlite greifen möchte. Shinobi startet auf Wunsch direkt nach der Installation. Die Verwaltungsoberfläche erreicht der Super-Administrator im Webbrowser über die URL »http://IP_des_Servers:8080/super«, zur Authentifizierung gibt er »[email protected]« und »admin« ein.





