Die Eingabemarke befindet sich automatisch im Feld unter dem ersten Abschnitt, die Benutzer tippen hier ihre Übersetzung ein. Mit [Eingabe] schließen sie den Vorgang ab und springen zum nächsten Segment. Um einen Zeilenumbruch im aktuellen Abschnitt einzufügen, tippen sie hingegen auf [Umschalt]+[Eingabe]. [Strg]+[Z] macht einen Arbeitsschritt rückgängig, eine Funktion zum Wiederherstellen fehlt.
Auch die restlichen Funktionen des CAT-Programms sind gut über Tastatur-Shortcuts erreichbar, was die Arbeit maßgeblich beschleunigt. So übernimmt beispielsweise [Alt]+[Pfeil ab] einen kompletten Abschnitt ins Feld der Zielsprache. Virtaal vervollständigt Begriffe automatisch, die Anwender bestätigen einen Vorschlag mit [Tab].
Noch schneller gelingt die Textarbeit dank so genannter Placeables. Virtaal identifiziert Kommandozeilen-Optionen, E-Mail-Adressen, Zahlen und Pfadnamen und hebt diese in der Quelle hervor. [Alt]+[Pfeil rechts] kombiniert mit [Alt]+[Pfeil ab] markiert und übernimmt den Ausruck. Hat die Software mehr als einen Vorschlag in petto, öffnet sich ein Dropdownmenü mit allen Alternativen. Wer das Feature nicht nutzen möchte, wendet sich den Programmeinstellungen zu und deaktiviert die entsprechenden Checkboxen (Abbildung 5).
Kommunikativ
Die Autovervollständigung, eine Autokorrektur, die Terminologiedatenbank und das Translation-Memory-System sind alle über Plugins realisiert. In der Voreinstellung sind alle Erweiterungen aktiviert. Über die Programmeinstellungen schalten Benutzer unerwünschte Hilfe ab oder nehmen Feinjustierungen vor. Dazu klicken sie ein Plugin in der Liste an, damit die Schaltfläche »Configure« zum Vorschein kommt.
Zur Rechtschreibprüfung nutzt das CAT-Programm Enchant, das zum Abiword-Projekt gehört und als Frontend für andere Spellchecker dient. Auf einem der Testsysteme klappte die Rechtschreibkontrolle nicht auf Anhieb, da die Dateien unterhalb von »~/.config/enchant« Root gehörten. Nachdem die Besitzverhältnisse korrigiert waren, schaltete [F8] die Qualitätskontrolle ein, die auch auf vergessene Leerzeichen, Umbrüche und andere Zeichensetzungsfehler aufmerksam macht (Abbildung 6).
In der Plugin-Liste gibt es auch den Eintrag »External Look-up« , der bei Rechtsklick auf einen Begriff im Hauptfenster diesen bei einer Suchmaschine der Wahl nachschlägt. Benutzer sollten diese Erweiterung unbedingt konfigurieren, denn in der Voreinstellung ist neben Google der längst abgeschaltete Dienst Open Tran aktiv. Wer Webservices für die Onlinesuche hinzufügen möchte, der findet im Virtaal-Handbuch Hinweise zur korrekten Syntax.
Auch die maschinellen Übersetzungsdienste sind einen Blick wert. Nach deren Einrichtung erscheinen Vorschläge der externen Anbieter genau wie solche der Termbase und des TM im Dropdownmenü unter dem Zielfeld. Die Virtaal-Konfigurationsdateien befinden sich im Verzeichnis »~/.virtaal« . Das Translation-Memory-System ist als SQlite-Datenbank implementiert (»tm.db« ), bei der Terminologiedatenbank handelt es sich um ein Gettext-File (»terminology.po« ).
Um neue Begriffe in die Terminologiedatenbank aufzunehmen, muss der Benutzer nicht zum Texteditor greifen und die Datei von Hand bearbeiten. Der Menü-Eintrag »Edit | Add Term« ([Strg]+[T]) öffnet ein Dialogfenster, in dem er die Begriffe in der Quell- und Zielsprache einträgt. Im Dropdownmenü »Terminology file« ist die Virtaal-Datei »terminology.po« vorausgewählt. Soll es ein anderes File sein, fügen Anwender mögliche Alternativen über »Edit | Terminology Files« hinzu.
Als Termbase importiert und öffnet das CAT-Tool dieselben Formate wie bei den Übersetzungen. Es liest daher auch TMX-Dateien anderer Programme ein. Lediglich der Export ins TMX-Format gelingt nicht, denn Virtaal speichert nur Gettext-Dateien.







