Aus Linux-Magazin 07/2014

Abgelegene Gebäude ans Netz bringen (Seite 3)

Bei diesen vergleichsweise kurzen Entfernungen gelingt das Ausrichten der Antennen per Hand noch ganz gut, da die Gegenstelle mit bloßen Auge stets gut erkennbar ist. Zum Blitzschutz, den man Outdoor nicht unbeachtet lassen sollte, macht der VDE in Deutschland detaillierte Vorschriften. In der Praxis wichtig ist, dass die Antennen und auch die Elektronik(!) vernünftig geerdet sind.

Abbildung 2: Ein Beispiel für eine einfache Gitterspiegel-Antenne ist das Modell Logilink WL 0097 für rund 60 Euro.

Abbildung 2: Ein Beispiel für eine einfache Gitterspiegel-Antenne ist das Modell Logilink WL 0097 für rund 60 Euro.

Abbildung 3: Bei Meconet kostet das kleinste System, es trägt den Namen RB/SXT, pro Seite 44 Euro, für das passende Mountingkit kommen rund 8 Euro hinzu.

Abbildung 3: Bei Meconet kostet das kleinste System, es trägt den Namen RB/SXT, pro Seite 44 Euro, für das passende Mountingkit kommen rund 8 Euro hinzu.

Router mit Ethernet

Bei den Wireless-Chipsätzen schwört Lutz Kleemann von Meconet auf Atheros: “Er ist für uns der Beste, was Stabilität, Zusatzfeatures und vor allem Empfangsempfindlichkeit angeht.” Wegen der Atheros-Chips läuft in den Geräten seiner Firma Router OS vom Mikrotik [4], ein gekapseltes, zum Teil proprietäres Linux. Kleemann: “Weil wir dann kein 802.11 mehr machen, sondern eigene Outdoor-Protokolle mit genialer QoS verwenden. Der Treiber und das System bieten auch deutlich mehr Wireless-Features als alles sonst auf dem Markt.”

Selbst die Frage, ob es obligatorisch sei, ein verschlüsseltes VPN über die Distanz zu schicken, damit niemand die Kommunikation abhört, bringt Kleemann nicht vom Thema Chipsätze weg: “VPN? Nein, warum?! Moderne WLAN-Interfaces machen AES 128 in der Hardware selbst. Wie soll ich 450 MBit/Sekunde brutto, also circa 330 MBit/Sekunde netto in Software verschlüsseln?”

Egal, ob Profi- oder Amateurtechnik: Die meisten Router setzen die übertragenen Daten auf Ethernet um. Nur einige Spezialsysteme besitzen zum Beispiel E1-Schnittstellen, um zwei klassische Telefonanlagen ohne Umweg über TCP/IP miteinander zu verbinden.

Kleiner Schluss-Spurt

Steht die Richtfunkstrecke mit zufriedenstellender Geschwindigkeit, bleibt dank Standard-Ethernet für den Admin wenig zu tun. Er wird die Strecke in der Regel als Bridge konfigurieren und bekommt alle Hosts im nunmehr nur noch geografisch abgelegenen Gebäude topologisch in sein Netz gestellt.

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