
Abbildung 1: Kurze Zeit nach dem erfolgreichen SNMP-Setup tröpfeln die ersten Daten in die RRD-Banken.
Was ist zu tun, wenn das System-Monitoringtool Munin für ein Gerät mal keinen nativen Munin-Client im Kader hat? Der Sysadmin-Spielmacher Charly weiß Rat.
Bekanntlich kommt die Monitoring-Suite Munin, die hier schon einmal Thema [1] war, im Zweiteiler daher: Auf jedem Gerät, das ich überwachen möchte, installiere ich den Client, den Munin-Node. Er sammelt selbst und ständig relevante Daten über das System, auf dem er installiert ist. In gewissen Abständen holt der Munin-Server die Sammlung ab und macht daraus mit Hilfe von RRD Tool aussagekräftige Graphen. Das klappt gut, ich benutze Munin seit vielen Jahren privat und im Beruf.
Zu Hause habe ich zwei Geräte, die Munin nicht ohne Weiteres überwachen kann: Einen älteren Cisco-Router aus der 2600er Serie und ein kleines NAS von Synology, das mir als Backup-Platz, DLNA-Server und Datengrab dient. Auf dem NAS läuft ein angepasstes Linux, und in den Foren des Herstellers tauschen Leute aus, wie man dort einen Munin-Node betreiben kann.
Aber ich muss gar nicht viel basteln, denn es geht auch einfacher: mit SNMP. Den SNMP-Dienst brauche ich in der Administrationsoberfläche des NAS nur zu aktivieren und einen Community-Namen zu vergeben – und bin damit, was die Client-Seite angeht, fertig.
Den Community-Namen verrate ich nun dem Munin-Server, damit er die SNMP-Daten des NAS abfragen darf. Dazu lege ich im Verzeichnis »/etc/munin/plugin-conf.d/« eine Datei mit einem sprechenden Namen an, etwa dem Hostnamen des Zielsystems: »synology« . Ihr verabreiche ich nur die folgenden zwei Zeilen:
[snmp_synology_*] env.community g3h3im3rn4m3
Jetzt kennt der Server den Community-Namen, weiß aber nicht, welche Daten genau er abholen soll. Auf gängigen Linux-Systemen findet das Kommando »munin-node configure« die sammelbaren Systemdaten. Das funktioniert auch über SNMP:
sudo -u munin munin-node-configure -snmp synology -snmpcommunity g3h3im3rn4m3 -shell
Munin-Node-configure fragt hier via SNMP das System »synology« mit der SNMP-Community »g3h3im3rn4m3« ab und stellt daraufhin die Symlinks dar, die es in »/etc/munins/plugins« anzulegen gedenkt. Das kann ich alternativ per Copy&Paste auch selbst machen und dabei gleich jene Daten weglassen, die ich nicht benötige. Oder ich ergänze das Kommando um »|bash« , dann legt es die Symlinks direkt an.
Kleine Stolperfalle
Jetzt muss ich in der Konfigurationsdatei »/etc/munin/munin.conf« das neue Munin-Ziel hinzufügen. Achtung: Bei der IP-Adresse, die ich hier hinterlege, handelt es sich um die Maschine, die die SNMP-Abfragen ausführt – also den Munin-Server selbst! Denn von dort erhält Munin seine Daten. Hier darf ich nicht die IP-Adresse des NAS eintragen. Es reicht, folgende beiden Zeilen hinzuzufügen:
[synology] address 192.168.2.10
Zu guter Letzt muss ich den Node-Prozess auf dem Server mit dem Kommando »service munin-node restart« einmal neu starten. Nach einer kurzen Wartezeit tröpfeln dann die ersten Daten in die RRD-Banken (siehe Abbildung 1). Auf die gleiche Weise sammle ich auch die Daten meines alten Cisco-Routers ein. Jetzt schaue ich mal, welche sonstigen SNMP-fähigen Geräte der Haushalt noch so hergibt.

Abbildung 1: Kurze Zeit nach dem erfolgreichen SNMP-Setup tröpfeln die ersten Daten in die RRD-Banken.
Infos
- Charly Kühnast, “Aus dem Alltag eines Sysadmin: Munin”: Linux-Magazin 12/07, S. 77, https://www.linux-magazin.de/Ausgaben/2007/12/Ich-Rabenvater





