env WINEPREFIX=~/Name_des_Präfixeswine D:\\Setup.exe
Wine kennt jedoch unterschiedliche Mechanismen, um ein Programm zu starten. Der offizielle Aufruf lautet dem Wine-Wiki zufolge
env WINEPREFIX=~/Name_des_Präfixeswine start 'D:\Setup.exe'
beziehungsweise mit der Pfadangabe in Unix-Schreibweise:
env WINEPREFIX=~/Name_des_Präfixeswine start /Unix /media/Setup.exe
Die zweite Variante bietet sich besonders an, wenn die Installationsroutine oder das Programm einzelne Pfade nicht richtig umsetzt [8].
Wenn das Setup-Programm ohne abzubrechen durchläuft, stehen die Zeichen für einen erfolgreichen Aufruf gut. Wine arbeitet in diesem Fall genauso, wie es auch Windows täte: Sofern die Installation dies vorsieht, erstellt es einen Eintrag auf dem Desktop über ein (verknüpftes) Icon. Doch auch im Menü des Linux-Desktops erscheint ein Eintrag zu Wine, unter dem im Weiteren die installierten Programme aufzufinden sind (siehe Abbildung 7).

Abbildung 7: Auf Ubuntu 11.10 legt Wine einen eigenen Menü-Eintrag für alle installierten Anwendungen an, hier unter KDE 4.8.
Vorab informieren und degustieren
Gelingt die Installation oder der Start der Windows-Anwendung nicht, auch wenn die Anzahl der problemlos laufenden Anwendungen stetig steigt, hilft dem Admin die folgende Checkliste – am besten noch vor den ersten Tests. Hilfreich bei der Fehlersuche sind:
- Der zur Anwendung passende Eintrag in der Kompatibilitätsdatenbank des kommerziellen Wine-Entwicklers Codeweavers [9].
- Eine gründliche Recherche im Web. Viele Installationsversuche – geglückte und misslungene – sind dokumentiert, jedoch bei Codeweavers nicht eingetragen.
- Das Programm auf einer nativen Windows-Instanz als Vergleich vorhalten.
- Der Einsatz des speziellen Wine-Debuggers [10].
Die Arbeit mit einer parallelen Windows-Instanz verlangt ein wenig Vorbereitung, weil geeignete Hilfsmittel den Installationsvorgang und den Aufruf der Anwendung möglichst detailgenau erfassen sollen. Das Tool der Wahl sollte während der Installation mitprotokollieren, welche Verzeichnisse und Dateien die Installationsroutine anlegt, welche Einträge sie in der Registry vornimmt und welche Bibliotheken sie ins System einfügt. Auch wenn das mit ein wenig Handarbeit passabel machbar ist, bietet sich hier Software wie die Freeware Track Winstall ([11], Abbildung 8) an, die auch mit ein wenig Komfort aufwartet.

Abbildung 8: Die Ergebnisliste zeigt alle von Track Winstall gefundenen Änderungen an einer Windows-Installation.
Ideal wäre es, wenn ein Tool die nach einer kontrollierten Installation angelegten Verzeichnisse und Dateien, die hinzugekommenen Einträge der Registry sowie die relevanten Systembibliotheken unkompliziert exportieren und sie direkt in eine möglichst frische, unangetastete Wine-Umgebung überführen kann. Wer auf diesem Weg eine erneute Installation vermeidet, startet die Anwendung über die oben beschriebenen Kommandos oder Icons.
Scheitert dieser Weg, ist eine genauere Inspektion der laufenden Anwendung in der parallelen Windows-Installation notwendig. Der erste Schritt ist das Starten der Anwendung und das Überprüfen der Systembibliotheken, die sie nach dem Start lädt. Auch dafür reichen einfache Werkzeuge, die als Freeware oder in einer Demoversion zur freien Verwendung vorliegen. DLL Show [12] zählt mittlerweile schon zu den Veteranen, leistet jedoch immer noch gute Dienste und zeigt zuverlässig die in den Arbeitsspeicher des Betriebssystems geladenen Anwendungen und die zugehörigen Bibliotheken.






