Open Source im professionellen Einsatz

Debian-Chef begrüßt Lob der FSF für Squeeze

22.02.2011

Die Free Software Foundation (FSF) hat die jüngste Debian-Release Squeeze für ihren Kernel ohne proprietäre Firmware gelobt. Der Debian-Projektleiter Stefano Zacchirolli bedankt sich in einem Blogeintrag und denkt über das Verhältnis der beiden Projekte nach.

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Obwohl FSF und Debian beide die Verbreitung freier Software zum Ziel haben, war die Beziehung der beiden in der Vergangenheit durchwachsen, schreibt Zacchirolli in seinem Posting: Debian hält die FSF-Dokumentationslizenz GFDL nur eingeschränkt für frei, die Foundation listet Debian nicht unter den vollkommen freien GNU/Linux-Distributionen auf. In dieser Liste finden sich dagegen Gnewsense und Trisquel - beides Ubuntu-Derivate, und damit Debian-Abkömmlinge.

Als langjähriger Debianer und FSFE Fellow findet Zacchirolli diesen Umstand recht traurig. Er glaubt, durch das mangelnde Einverständnis würden vielen Arbeiten unnötigerweise mehrfache erledigt. Dazu zählt er beispielsweise die Schaffung eines Linux-Kernels ohne proprietäre Komponenten.

Daneben sieht der Debian-Projektleiter seine eigene Distribution in einer besonderen Rolle. Debian sei zum einen weit verbreitet, können sich aber im Unterschied zu kommerziellen Linux-Distributoren vollkommen auf die Seite freier Software stellen, weil es keinen Marktzwängen unterliege. Diesen Standpunkt vertritt Zacchirolli schon seit Längerem, wie beispielsweise ein Video-Interview auf dem Linuxtag 2010 zeigt.

Vor dem Hintergrund der Vergangenheit freut sich Stefano Zacchirolli besonders über das Lob der FSF zur Squeeze-Release. Er hofft, dass sich in der Zukunft endlich Gelegenheit zur Zusammenarbeit finden wird.

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