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(C) Rain Roogla, Fotolia.com

(C) Rain Roogla, Fotolia.com

Der E-Book-Reader PRS-505 von Sony

Der Literatur-Walkman

von Mathias Huber
 

Sony hat den Walkman erfunden, und seit der Leipziger Buchmesse im März 2009 bietet der Konzern den E-Book-Reader PRS-505 in Deutschland an. Linux-Magazin Online klopft ab, wie gut sich der Literatur-Walkman für lesefreudige Linux-Anwender eignet.

Der für rund 300 Euro erhältliche E-Book-Reader PRS-505 von Sony steckt in einem schlanken Gehäuse mit matt-silbriger Oberfläche, die unempfindlich gegen Fingerabdrücke ist. Mit einer Stärke von rund 8 Millimeter ist der Sony sichtbar schlanker als ein vergleichbares Gerät wie beispielsweise das Hanlin V3ext. Es bringt jedoch mit 250 Gramm (ohne das mitgelieferte Kunstleder-Etui) ein klein wenig mehr auf die Waage.

Display, Buttons, Anschlüsse

Wie andere Reader seiner Preisklasse verwendet der PRS-505 ein E-Ink Vizplex-Display des Herstellers E-Ink Corporation. Die Anzeige bietet 600 x 800 Pixel bei einer Auflösung von Rund 167 DPI. Das sorgt für scharfe und detailreich gezeichnete Buchstaben, dank der besonderen Eigenschaften der E-Ink kann der Anwender auch in der prallen Sonne bestens lesen. Die Anzeigesoftware lässt sich auf Betrieb im Hoch- oder im Querformat, das für manche Bücher geeigneter ist, einstellen.


Ein schlankes Gerät mit praktisch angeordneten Funktionstasten.

Die Richtungstasten zum seitenweisen Weiterblättern sowie zehn nummerierte Funktionstasten befinden sich am rechten Rand des Linux-getriebenen Geräts. Dort sind sie zum einen für den Daumen eines Rechtshänders leicht zu erreichen, andererseits hat der Hersteller einen klugen Schachzug in Sachen Usability gemacht: Durch diese Anordnung liegen die Menüpunkte der Software-Oberfläche direkt neben den Tasten, mit denen sie aufzurufen sind.

Unterhalb des Displays befindet sich eine Wippe zum Blättern und ein Button zum Vergrößern des Schriftgrads sowie einer zum Setzen von Lesezeichen. Eine weitere Wippe dient zum Bewegen des Cursors in vier Richtungen, dazu gibt es einen "OK"- und einen "Menu"-Button. Damit lässt sich der PRS-505 nach kurzer Eingewöhnung bedienen wie etwa ein Mobiltelefon oder MP3-Player auch. Apropos, ein Abspielprogramm für Musikdateien in den Formaten MP3 und AAC sowie eine 3,5-Millimeter-Buchse für einen Kopfhörer sind auch vorhanden.

Daneben besitzt das Gerät eine Power-Taste, die auch zum Aufwecken aus dem Suspend-Modus dient, in die sich das Gerät nach 60 Sekunden ohne Benutzer-Aktion begibt. Daten kommen entweder über den SD-Karten-Slot oder den Schlitz für Sonys hauseigenen Speichermedien Memory Stick Duo auf den Reader. Eine Alternative dazu ist der Mini-USB-Anschluss: Der Sony wird von Linux-Rechnern als USB-Massenspeicher erkannt, Dateien lassen sich ohne weiteres hin- und herkopieren. Fest eingebaut in das Gerät sind rund 200 MByte verfügbarer Speicherplatz, die Karten-Slots bieten aber ausreichende Erweiterungsmöglichkeiten.

Der USB-Anschluss dient außerdem dazu, den eingebauten Lithium-Ionen-Akku aufzuladen. Laut Hersteller geht das mit dem passenden Ladegerät rund doppelt so schnell, nur ist es nicht im Lieferumfang enthalten: Sony lässt es sich als Zubehör mit rund 30 Euro extra bezahlen.

Galerie (15 Bilder)

Software-Ausstattung

In der Vorstellung des Herstellers kommen die Bücher mithilfe des auf CD mitgelieferten Programms EBook Library vom Desktop-PC auf den Reader. Mac- und Linux-Anwender schauen allerdings in die Röhre: Windows only, und zwar XP oder Vista. Mit Wine kann der bemühte Linux-Anwender gerade noch der Installshield-Routine auf die Beine helfen, die ihm eine EULA zeigt, die Reverse-Engineering und die Umgehung von DRM-Maßnahmen verbietet. Die Bücherverwaltung selbst kommt nicht in Gang. Das gleiche gilt für die beigelegten Programme, die PC und Reader für EPub- und PDF-Bücher mit Adobe-DRM tauglich machen sollen. Dem Linux-User bleiben Speicherkarten und USB-Storage.

Lob verdient dagegen die Bücherregal-Software, die auf dem Linux-betriebenen Reader selbst läuft: Sie ist übersichtlich strukturiert und anwenderfreundlich. Beispielsweise weiß sie, was der Benutzer zuletzt gelesen hat, wo er also wahrscheinlich fortfahren möchte. Daneben bietet sie die E-Books nach Datum, Autor oder Titel sortiert an. Neben dem zentralen Programm zum Lesen der elektronischen Bücher komplettiert ein Bildbetrachter die Software-Ausstattung.

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Kommentare (7)
von
Markus Feilner,
29.04.2009 20:34
Kein Rätsel, sondern System
Hallo Foo,
Nein, das ist für mich kein Rätsel, sondern knallhartes Kalkül, vielleicht mangelnde Weitsicht. Auf jeden Fall weit vom Kunden und der Community entfernt.
von
foo,
21.04.2009 07:12
es ist mir ein Rätsel
es ist mir ein Rätsel, weshalb (Hardware)Hersteller Geräte entwickeln, die zwar auf Linux fußen, jedoch deren Funktionalität dann so beschneiden, dass sie mit Linux(-Clients) nicht vernünftig benutzt werden können.
von
Torsten Schroeder,
20.04.2009 12:57
empfehle CALIBRE
"Hässlicher Flattersatz", zu wenige Formate unterstützt, etc. hier kann die Software Calibre oft helfen. Damit einfach ins eBook-Format epub konvertieren.
von
Markus Feilner,
18.04.2009 09:33
Nur dreimal Lesen erlaubt!
Das schöne Gerät zeigt in der EULA das typische Gebahren eines Konzerns und die größte Gefahr der E-Book-Reader:
Meiner Meinung nach geht es den Herstellern hauptsächlich darum, DRM auch bei Büchern durchzusetzen. Wie in Jasper FFordes (kein Typo, der ist Waliser) "Thursday Next"-Reihe gibt es dann Bücher, die wir nur dreimal lesen dürfen, und Freunde sollen irgendwann dafür zahlen, mein Lieblingsbuch auch mal zu lesen. Wo kommen wir denn hin, wenn jeder seine Bücher hergeben darf?
Dagegen wird wohl nur die Open-Source- und die böse Raubkopiererszene vorgehen können.
von
Mathias Huber,
17.04.2009 13:23
Re: Autoscroll?
Nein, Scrollen gibt es nicht, Autoscrollen schon gar nicht.

Das liegt an den Eigenheiten des E-Ink-Displays: Es muss ganz gelöscht und dann wieder komplett geschrieben werden. Damit eignet es sich nicht dazu, irgend etwas Bewegtes anzuzeigen, im Gegensatz zu anderen Display-Techniken.

Der Vorteil: Ist die Seite erst einmal aufgebaut, verbraucht es keinen Strom mehr - das ist einer der Gründe, warum die Dinger mit einer Akkuladung mehrere Wochen lang laufen.

Der Nachteil: Man kann nur seitenweise blättern.

Beste Grüße,
Mathias Huber
von
UWP,
17.04.2009 12:02
Autoscroll?
Hallo? Was ist mit dem wichtigsten Feature von Ebooks: Autoscroll!

Das ging sogar schon auf dem Palm wunderbar und das ist Jahre her. Erst, wenn man keine Taste mehr drücken muß und man mit den Augen immer in der gleichen Zeile bleiben kann, dann ist das digitale Buch komplett. Also: kann das Ding Autoscroll oder nicht?

Vor allem:

Nur wenig Formate und dann eine superproprietäre Software beigelegt, die wieder nur unter Windows läuft. So kenne ich Sony: gut angedacht, mies umgesetzt (vor allem die Silbentrennung!). Ich weiß schon, warum ich seit Jahren Sony-Produkte meide: als Kunde ist man hier fast immer der Blöde.
von
bosovo,
17.04.2009 11:34
Immer noch zu teuer
Das Gerät wäre genau das richtige.Der preis für den funktionsumfang ist mir aber noch zu hoch.
Wenn es mehr könnte als nur ebooks zu präsentieren ....
 

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