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Openstreetmap: Daten für Kanada, Europa und die Oberpfalz, 3D-Routing

Das freie Kartenportal Openstreetmap macht weitere Fortschritte. Aus einer Zusammenarbeit mit der bayerischen Landesregierung resultieren große Datenmengen für die Oberpfalz, von Geobase.ca erhält das Projekt umfangreiche Karten Kanadas und das Schwesterprojekt Openrouteservice kündigt an, ab sofort kostenlose europaweite Routingdienste und Umgebungssuche anbieten zu können.

Dass die bayerische Staatsregierung umfangreiche Luftbilder der Oberpfalz aus den Vermessungsämtern für das Openstreetmap-Projekt zur Verfügung stellt, ist das Ergebnis einer Anfrage eines Mitgliedes des freien Kartendienstes. In den nächsten Tagen sind laut Medienberichten noch organisatorische Details zu regeln, bevor sich die freiwilligen Kartografen ans Digitalisieren der Fotografien machen können. Dadurch dürfte die Qualität der Kartendarstellung von Openstreetmap vor allem im ländlichen Raum noch weiter steigen.

Ebenfalls aufgrund einer Vereinbarung mit einer Regierungorganisation (Geobase) erhält das Projekt umfangreiche Daten über die spärlich besiedelte kanadische Landschaft. Weil auch Geobase ein Portal für den freien Zugang zu Geodaten ist, lag es nahe, den gesamten Datenbestand der Initiative als Spende zu übergeben und komplett zu importieren.

Für Aufsehen und viele neue Daten sorgt in den letzten Wochen auch der freie Routenplaner Openrouteservice, der mit Unterstützung der Universität Bonn entwickelt wurde. Unter Leitung von Hauptentwickler Pascal Neis und Prof. Dr. Zipf entstand hier ein umfangreiches, freies Portal, das zahlreiche Dienste integriert, von Routen für Autos, Fahrradfahrer und Fußgänger über Erreichbarkeitsanalysen bis zu einer Freitext-Umkreissuche im Gelbe-Seiten-Stil (Wo ist die nächste Tankstelle? Wo ist der nächste Briefkasten?). Vor wenigen Tagen haben die Projektverantwortlichen bekanntgegeben, dass sie die Routing-Funktionen und den Directory-Service mit den Daten für die Umgebungssuche auf ganz Europa ausweiten konnten.

Openstreetmap ist ein Collaborative-Effort-Kartenprojekt im Stil der Wikipedia. Zahlreiche Freiwillige kartieren und editieren Geodaten mit GPS-Systemen und stellen diese anderen Benutzern online zur Verfügung. Die Professorenausgabe des Linux-Magazins (01/2009) enthält dazu einen Artikel, der technische Hintergründe und Software tiefgehend beleuchtet.

Openrouteservice nutzt die Openstreetmapkarten, aber auch auf dem Routingdienst selbst bauen verschiedene Services auf, die sich im professionellen Einsatz bewähren, zum Beispiel der Emergency Routing Service (Video) für Notdienste und Katastrophenschützer oder das 3D-GIS-Projekt GDI-3d, das im Gegensatz zu dem kommerziellen Cityengine von Procedural die 3D-Gebäudedaten der Städte nicht frei simuliert, sondern mit Originaldaten der Behörden arbeitet (siehe Abbildung 1) und anschauliches 3D-Routing ermöglicht.


Heidelberg ist bereits fertig: Das Projekt GDI-3D nutzt Daten von Openstreetmap, Openrouteservice und Behörden, um ein originalgetreues Abbild von Städten darzustellen. Neben verbesserter Stadtplanung steht dabei als Nebenprodukt erstmals dreidimensionales Routing zu Buche.

(Markus Feilner)
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