Open Source im professionellen Einsatz

MSI Wind U100: Besser als das Aldi-Netbook Akoya?

01.08.2008

Ab August steigt auch MSI mit dem Wind U100 in den Netbook-Markt ein. Das Gerät sieht dem Medion Akoya zum Verwechseln ähnlich, bei den Details gibt es aber große Unterschiede. Wir haben vor dem offiziellen Start das neue Gerät, das mit Windows bestückt ist, auf seine Linux-Tauglichkeit hin getestet.

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Äußerlich unterscheidet sich das Wind U100 kaum vom Medion Akoya Mini. Gehäuse und externe Schnittstellen sind identisch, auch die Webcam mit 1,3 Megapixeln hat Medion von MSI übernommen. Im MSI-Rechner befindet sich hingegen ein WLAN-Modul von Realtek (RTL8187SE), das mit 802.11b/g funkt und ein Bluetooth-2.0-Adapter. Die Netzwerkkarte RTL8101E arbeitet zudem mit Gigabit-Geschwindigkeit, der Aldi-Rechner bringt nur eine Fast-Ethernet-Karte mit. Die restlichen Parameter decken sich: Atom-Prozessor mit 1,6 GHz, 1 GByte Hauptspeicher und eine 80 GByte große 2,5-Zoll-Festplatte. Die Akku-Laufzeit mit dem mitgelieferten, 2200 mAh starken 3-Zellen-Akku beträgt zwischen 2 und 3 Stunden. Inklusive Akku wiegt das Wind U100 1,2 kg.

Das MSI Wind U100 kommt im Lieferzustand mit Windows, verträgt aber Linuxe wie Opensuse wie das Aldi-Pendant Akoya ohne zu Murren.

Entgegen früheren Gerüchten kostet der U100 mit 399 Euro gleich viel wie der Aldi-Rechner und es gibt davon keine Linux-Version. Windows XP ist in sechs Sprachen vorinstalliert, eine davon muss man beim ersten Start auswählen, die anderen Sprachen werden gelöscht. Linux auf dem Rechner einzurichten, ist aber kein Problem: das Setup deckt sich weitgehend mit dem Aldi-Rechner, lediglich beim WLAN-Modul und der Webcam ist je nach Distribution etwas Handarbeit nötig.
Als WLAN-Gerät kommt ein Adapter von Realtek zum Einsatz, welchen lspci; auf aktuellen Distributionen als Unkown device 8199 (rev 22) auflistet. Die Windows-Treiber-CD erkennt ihn als RTL8187 Second Edition. Die zweite Edition (Mini-PCI-Version) arbeitet nicht mit dem Kernelmodul r8187 für PCI-Karten zusammen, es gibt dafür aber einen quelloffenen Linux-Treiber im Ubuntu-Launchpad.

Das Kompilieren des Treibers übernimmt das Script "makedrv" im Quellverzeichnis, "sh wlan0up" aktiviert das Gerät. Das WPA-Setup gelingt per Networkmanager. Es lohnt sich, von Zeit zu Zeit nach einer neuen Version Ausschau zu halten, da der aktuelle Treiber manchmal die Verbindung verliert.

Das MSI-Netbook (links) ist deutlich größer und rund 300 g schwerer als der Eee-PC 701.

Die gelbe LED für die Webcam ist auf dem MSI-Netbook durch eine blaue für das Bluetooth-Modul ersetzt. Es gibt aber keinen [Fn]-Hotkey für den Bluetooth-Adapter, so dass dieser zunächst unerkannt bleibt. Der Trick besteht darin, die Tastenkombination [Fn]+[F11] für den WLAN-Adapter mehrmals zu drücken. So wechseln Sie zwischen WLAN+Bluetooth, nur WLAN und nur Bluetooth oder schalten beides aus.

Die Webcam funktioniert wie beim Akoya-Mini mit den neuesten Uvcvideo-Treibern, die restliche Hardware arbeitet ohne manuelles Setup mit aktuellen Linux-Distributionen zusammen.

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