Open Source im professionellen Einsatz

Studie: Open-Source-Groupware ist reif für Unternehmen

08.07.2008

Open-Source-Software ist auch in den Einsatzgebieten Kommunikation, Groupware und Content Management reif für den Unternehmenseinsatz und kann mit den etablierten Anbietern konkurrieren - zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Burton Group.

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Das US-amerikanische Marktforschungsunternehmen beschreibt in seiner Studie das aktuelle Angebot an Software für das so genannte 3C-Segment (Communication, Collaboration, Content Management) und listet Projekte und Unternehmen von Alfresco und Bricolage über Joomla und OpenGroupware bis Xapian und Zimbra auf. Die Studie der Burton Group bezeichnet 3C-Lösungen aus dem Open-Source-Umfeld grundsätzlich als stabil, innovativ und an die Marktbedürfnisse angepasst. Als ein Beispiel nennt der Autor die Online-Enzyklopädie Wikipedia, die das Open-Source-System Mediawiki nutzt. Als Nachteile betrachten die Analysten die neuen Anforderungen an die Mitarbeiterqualifikation und Unternehmensprozesse, teilweise mangelhafte Dokumentation, fehlende Schulungsangebote und die wenig professionelle Vermarktung. Im Gesamtergebnis stellen die Marktforscher der Open Source Software jedoch ein gutes Zeugnis aus: „Open Source Kommunikations-, Kollaborations und Content-Management-Lösungen sind auf einem guten Weg, eine Kombination aus wegweisenden Funktionalitäten mit niedrigen Betriebskosten zu bieten.“

Als besonders positiv im Unternehmenseinsatz befindet der Burton-Group-Analyst Larry Cannell die hohe Skalierbarkeit der Software und die umfangreichen Funktionalitäten. Als Beispiele nennt er Blogs, Wikis und Enterprise Content Management. Im Bereich Software as a Service (SaaS) sieht Cannell als erfolgreiches Beispiel für eine Kombination aus Open-Source-Software mit 3C-Produkten die Blog-Plattform Wordpress.com. Basierend auf der gleichnamigen Open-Source-Software bietet die Webseite ein Forum für mehr als eine Million Bogs und das Unternehmen dahinter, die Firma Automattic, liefert hierzu Support und Dienstleistungen und nutzt Anzeigenverkäufe als zusätzliche Einnahmequelle.

Der Report gibt auch einen kurzen Einblick in das Open-Source-Lizenzmodell, stellt exemplarisch verschiedene Modelle vor und erklärt, welche Grundregeln Unternehmen beachten sollten, wenn sie die Software mit eigenem Code erweitern. Gleichzeitig betont der Autor, dass zahlreiche Open-Source-Software so ausgereift ist, dass Unternehmen nicht zwangsläufig eigene Entwicklungen ergänzen müssten. In der Ausgangsposition der offenen Entwicklung sieht Larry Cannell einen Startvorteil für Open Source-Software im Vergleich zu proprietären Produkten und nennt als Resultat produkt- und projektübergreifende Eigenschaften: „Diese umfassen Interoperabilität und Erweiterbarkeit von Anfang an, weil das Produkt genutzt wird, während es gebaut wird, und beinhaltet ein tiefes Bewusstsein der Notwendigkeit für Sicherheit und sichere Verfahren.“ Unternehmen, die Open-Source-Lösungen im Middleware-Bereich einsetzen wollen, empfehlen die Marktforscher den Rückhalt durch einen Dienstleister, der Support hierzu bietet oder die Wahl eines Projekts mit einem kommerziellen Unternehmen im Rücken.

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