Das Skolelinux-Projekt hat Version 3.0 (Codename Terra) seines Schul- und Bildungs-Linux freigegeben. Skolelinux läuft als Projekt von Debian und ist deswegen auch als Debian-Edu bekannt.
Die Linux-Distribution erlaubt, ein stabiles und wartungsarmes Netzwerk für Schulen oder andere Bildungseinrichtungen zu betreiben. Die Internetanbindung erfolgt über einen Router. Zum Download steht es als DVD-, Netinstall- und Sourcecode-Version auf der Projekt-Website bereit.
Skolelinux 3.0 basiert auf Debian 4.0 Etch. Die Skolelinux-Netzwerksoftware integriert Thin-clients, Workstations mit und ohne lokale Festplatte sowie Laptops. Mit dem Sprung von Debian Sarge nach Etch ist die Menge der unterstützten Hardware größer geworden. Insbesondere erkennt Skolelinux Terra CDs und USB-Sticks nun automatisch und bindet sie ein. Wichtig für Schreibende: OpenOffice 2 wird standardmäßig mitinstalliert. Der Kernel ist auf Version 2.6.18 aktualisiert und KDE auf 3.5.5.
Viel Neues gibt es in der Grafik: Anmeldebildschirme und Desktop wurden schulgerecht angepasst und die Arbeitsrechner starten nun mit einem graphischen Bootsplash. Das Debian-Logo im grafischen Installer wurde durch das Skolelinux-Logo ersetzt.
Für Admins sind folgende Neuerungen nützlich: Die alte Nutzerverwaltung WLUS (Webmin-LDAP-User-Simple) wich einer neu geschriebenen Oberfläche, weil die bisherige Umgebung für webgestützte Administrationsmodule unter Debian Etch nicht mehr zur Verfügung steht. Zur webbasierten LDAP-Verwaltung kommt nun Lwat zum Einsatz. Eine neue Konfigurationsvariable erlaubt, den Lese- und Schreibzugriff eines Clientnutzers auf die lokale Festplatte des Clients zu setzen oder zu verbieten.
Die Installationsoptionen wurden verbessert: In Anpassung an vergangene Installationen hat das Entwicklerteam für eine bessere Ausnutzung des freien Plattenspeichers während der Partitionierung gesorgt. Ein neuer Expertenmodus ermöglicht das manuelle Partitionieren für die Installation einzelner Service-Systeme auf Barebones. Dateisysteme lassen sich jetzt während des Installationsprozesses verschlüsseln.
Skolelinux entspricht im System fast zu hundert Prozent Debian Etch. Für Detailinteressierte sind Versions- und Paket-Unterschiede zwischen Debian und Debian-Edu/Skolelinux auf einer skriptgenerierten, regelmäßig aktualisierten FTP-Seite einzusehen. Eine Übersicht über die mitgelieferte Bildungssoftware in Skolelinux gibt es auf der Projektseite.
In Deutschland benutzen laut der projekteigenen Karte zur Zeit etwa dreißig Schulen Skolelinux, nicht alle sind dort jedoch eingetragen. Der Bielefelder Informatiklehrer Ralf Gesellensetter schätzt die Zahl der Schulen sogar auf rund 200. Auf Anfrage von Linux-Magazin Online beschreibt er seine Erfahrungen mit Skolelinux: “Als administrierender Informatiklehrer profitiere ich vom geringen Wartungsaufwand, den die zentrale Ausrichtung von Skolelinux mit sich bringt. Der Terminalserver erlaubt es, in wenigen Minuten Software zu installieren, die umgehend an allen Schülerplätzen genutzt werden kann. An vielen Schulen läuft Skolelinux nur auf dem Hauptserver (Datei- und Domänenserver), so dass die Kollegen nicht viel davon merken. Die Umstellung des Desktops auf GNU Linux (Debian/Skolelinux) wird unterschiedlich aufgenommen. Grundsätzlich habe ich die Erfahrung gemacht: Je weniger Windows-Vorkenntnisse desto weniger Ressentiments, sowohl bei Schülern als auch bei Lehrern.”



