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Googles offene Plattform für mobile Endgeräte - der erste Eindruck

Android: Der Rivale

von Jürgen Fey
 

Android, die von der Open Handset Alliance vorgestellte Plattform für mobile Endgeräte, tritt während einer entscheidenden Phase für die gesamte Industrie auf die Bühne.

Das gerade gestartete System Android tritt gegen Apples I-Phone, diverse mobile Linux-Alternativen und die zum Teil sehr betagten proprietären Plattformen der Hersteller an. Hinter Android steht zwar ein Konsortium von über 30 sich ergänzenden Technologieträgern, jedoch weidet im Zentrum der Platzhirsch schlechthin: Google.

Im stillen Kämmerchen

Die Plattform [1] ist das Ergebnis jahrelanger Entwicklungsarbeit, die bis zur offiziellen Bildung des Konsortiums allein der Google-Ableger Android vorangetrieben hat. Die Android Inc. selbst, ehemals angesiedelt in Palo Alto und damit nur ein paar Autominuten entfernt vom ständig wachsenden Googleplex im Nachbarort Mountain View, hat Google 2005 übernommen und konnte somit ungestört im Verborgenen arbeiten.

Der Kauf machte klar, dass der Internetgigant auch die mobile Welt auf dem Radar hat und zu gegebener Zeit einen Trumpf spielen kann. Android-Gründer ist Andy Rubin, der schon in den 90ern mit seiner Firma Web-TV am TV-Empfang für mobile Geräte tüftelte und später über eine weitere Firmengründung (Danger) ein Smartphone namens Sidekick entwickelte. Google hat sich einige Veteranen von Web-TV und Danger und damit eine Menge Erfahrung ins Boot geholt.

Wäre ein G-Phone von Google schon als ein ernst zu nehmender Angriff auf das gesamte Establishment der Handywelt zu verstehen gewesen wie das I-Phone, so bietet die offene Android-Plattform mit der breiten Basis auf mittlere und längere Frist noch wesentlich mehr Sprengkraft.

Viele Handyhersteller suchen nämlich nach einer Alternative für proprietäre Plattformen, die mit der schönen neuen Multimediawelt, den hohen Datenmengen und insbesondere den Forderungen nach besseren Benutzeroberflächen nicht mehr nachkommen. Das sind die besten Voraussetzungen, um das Interesse an Android bei so ziemlichen jedem Mitspieler im Markt zu entflammen.

Mit Open Moko [2], der Access Linux Platform (ALP, [3]), Trolltech Qtopia [4] oder dem von Nokia propagierten Maemo [5] stehen allerdings auch viele Konkurrenten bereit, die sich gerne das größte Stück vom neuen Kuchen einverleiben möchten.

Offenes System

Im Zentrum von Android steht eine offene Systemplattform, die auf Linux und der Java-Syntax aufbaut und zudem den Port des Webkit-Browsers mitbringt. Webkit ist bereits als Standard-Browser der Nokia-S60-Geräteserie und des I-Phone im Einsatz und auch der Core-Bestandteil des Safari-Browsers von Apple.

Webkit ist inzwischen zum "hot cake" schlechthin avanciert, lassen sich damit doch endlich Ajax-fähige Browser-Applikationen auf dem Handy erstellen. Es bedarf keiner intensiven Analyse, um zu erkennen, dass Android-Hardware mit einem Großteil der zu erwartenden I-Phone-Applikationen umgehen kann. Die Konkurrenz fürs I-Phone kommt also vor allem aus der Android-Richtung. Dem bisher eher hochnäsig auftretenden Browseranbieter Openwave oder auch Access weht nun mit Webkit der Wind kalt ins Gesicht. Milliarden Kühlschänke, Espressomaschinen und Aufzüge warten darauf, mit modernen Mitteln programmiert und bedient zu werden.

Die beste Plattform nutzt aber nichts, wenn die Programmierer, die für Applikationen sorgen, das Angebot nicht wahrnehmen. Hier hat Google einen Schnellstart hingelegt. Ein Programmierwettbewerb mit einer Gesamtbörse von 10 Millionen US-Dollar heizte vom ersten Tag an das Interesse der Entwickler an. Das kommt der Android-Community und sicherlich auch Google zu Gute - der Wettbewerb ersetzt gleichfalls teure und langwierige Technology-Push-Szenarien.

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