Wir baten die Macher der Software um einen Steckbrief ihres Projekts.
Was ist FSFE?
Die Free Software Foundation Europe (FSFE) ist eine gemeinnützige regierungsunabhängige Organisation, die sich allen Aspekten der Freien Software in Europa widmet. Zugang zu Software entscheidet, wer wie an der digitalen Gesellschaft teilnehmen kann. Daher erlauben die Freiheiten, Software zu verwenden, zu kopieren, zu ändern und weiterzuverteilen, wie sie in der Definition der Freien Software beschrieben werden, gleiche Chancen im Informationszeitalter. Diese Problematik ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und durch Unterstützung der Entwicklung Freier Software die Freiheit der Menschen zu gewährleisten, sind die Kernanliegen der FSFE, welche im Jahr 2001 als Schwesterorganisation der amerikanischen FSF gegründet wurde.
Seit wann besteht das Projekt?
Seit 10. März 2001
Wie viele aktive Mitglieder hat das Projekt?
rund 45 aktive Mitglieder im Europäischen Kernteam und den Länderteams
rund 850 Fellows, welche durch ihren Fellowship-Beitrag und teilweise bei Aktivitäten helfen.
rund 100 freiwillige Helfer
Wie ist das Projekt entstanden?
Die Free Software Foundation Europe wurde 2001 als Schwesterorganisation der Free Software Foundation (FSF) in den USA gegründet, um sich um die Belange Freier Software in Europa zu kümmern. Dieser Schritt wurde durch mehrere Faktoren bedingt:
Zum Einen ist Freie Software schon lange kein vorwiegend amerikanisches Phänomen mehr, Europa verfügt über eine der stärksten
Entwicklergemeinden Freier Software und viele maßgebliche Projekte der letzten Zeit nahmen hier ihren Ursprung.
Zweitens dominiert noch immer das Bild von Software als reinem Wirtschaftsgut, weshalb sie von Politik und Presse als solches behandelt wird. Dabei transzendiert Software zunehmend das tägliche Leben und wird zum bestimmenden Faktor. Wie auch andere Entwicklungen in der Geschichte der Menschheit wird mit zunehmender Durchdringung des Alltags das Wirtschafts- zum Kulturgut. Es ist essentiell für die Zukunft der Menschheit, dass Software als Kulturgut auch in Zukunft jedem zur Verfügung steht und ähnlich wie anderes Wissen in Bibliotheken bewahrt wird. Um dies zu gewährleisten, muss ein Umdenken vor allem bei den Entscheidungsträgern der Bevölkerung, den Politikern, stattfinden. Dieses Umdenken zu bewirken ist eine wesentliche Aufgabe der FSFE.
Als dritter Punkt sei die Absicherung Freier Software erwähnt. Die GNU General Public License und GNU Lesser General Public License der Free Software Foundation sind die weltweit am häufigsten verwendeten Lizenzen für Freie Software. Damit obliegt es der FSF und FSFE, die juristische Sicherheit des größten Teils Freier Software zu gewährleisten.
Viertens basiert der langfristige Erfolg auch auf der praktischen Umsetzung Freier Software. Daher kümmert sich die FSFE parallel mit der FSF um die organisatorischen Belange des GNU-Projekts, fördert und betreibt die Entwicklung Freier Software und unterstützt sowohl Firmen wie auch Privatpersonen bei ihrem Umstieg auf Freie Software.
Und schließlich besitzt Software natürlich ein immenses wirtschaftliches Potential. Um also Freie Software dauerhaft im Bewusstsein zu verankern, ist es notwendig, auch die Wirtschaft mit einzubeziehen. Dies bedeutet, der Wirtschaft müssen Perspektiven eröffnet werden, ihr Geschäft um und mit Freier Software aufzubauen. Das Anbieten dieser Perspektiven sowie die Beratung in diesen Belangen ist ebenfalls Aufgabe der FSFE.
Warum soll der CeBIT-Besucher an Euren Stand kommen?
Wir informieren Die Besucher über gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Aspekte rund um Freie Software und stehen für allgemeine Fragen zu lizenztechnischen Themen zur Verfügung. Daneben informieren wir über unser Fellowship Programm, dass jedem eine exzellente Möglichkeit bietet sich an der Arbeit der FSFE zu beteiligen. Auch die im Fellowship verwendete OpenPGP Smartcard, welche zum verschlüsseln und signieren von Daten und E-Mails dient wird vorgeführt.
Für wen macht Ihr Eure Software?
Freie Software stellt eine Grundlage für eine demokratische Gesellschaft dar und dient damit unserer Gesellschaft.
Was sind aktuell die größten Schwierigkeiten?
Freie Software allgemein verständlich den Menschen zu erklären. Und die Bereitschaft der Menschen sich damit zu beschäftigen. Daran arbeiten wir stetig. Ein Beispiel dafür ist unsere Kampagne "Free PDFreaders.org". Damit versuchen wir den Menschen klar zu machen, wie wichtig es ist offene Standards zu verwenden und mit einem Freie Software basierten
PDF-Reader zu arbeiten.
Internetadresse: FSFE.