Cebit Open Source - Projektpräsentation Debian
Debian - freie Linux-Distribution
von Ulrich Bantle
Erschienen im Linux-Magazin
Cebit 2009/Projekte
15 Projekte aus dem Open-Source-Bereich bekommen bei der Cebit Gelegenheit sich zu präsentieren. Die freie Linux-Distribution Debian zählt dazu.
Wir baten die Macher der Software um einen Steckbrief ihres Projekts.
Was ist Debian?
GNU/Linux Distribution mit riesigem Softwareumfang. Funktioniert einfach und ist pflegeleicht.
Seit wann besteht das Projekt?
Seit 1993
Wie viele aktive Mitglieder hat das Projekt?
Kernentwickler: Etwa 1000. Sonstige Beitragende: Ungezählt viele.
Wie ist das Projekt entstanden?
Zur Gründerzeit Debians war das ganze Konzept einer Linux-"Distribution" neu. Ian Murdock strebte mit Debian eine Distribution an, die offen erstellt werden sollte, im Sinne von Linux und GNU. Debian sollte sorgfältig und gewissenhaft zusammengestellt werden und mit gleicher Sorgfalt gewartet und betreut werden. Es begann als eine kleine, eng verbundene Gemeinschaft von Hackern Freier Software und wuchs Schritt für Schritt zu einer großen, gut organisierten Gemeinschaft von Entwicklern und Benutzern.
Warum soll der CeBIT-Besucher an Euren Stand kommen?
Beispielsweise um sich das brandneue Debian GNU/Linux 5.0 "Lenny" anzusehen, unsere neue stabile Version, die gerade im Februar fertig wird, inklusive einem erweiterten, überarbeitetem Installations-System, diversen internen Verbesserungen (wie etwa dpkg-Trigger), einer breiten Unterstützung von Hardwarearchitekturen von Embedden Systemen in Routern, über Desktop Rechner bis hin zu großen Servern und natürlich einem riesigen Software-Umfang an aktueller Software.
Für wen macht Ihr Eure Software?
Debian ist als universelles Betriebssystem konzipiert und ist daher für quasi alle geeignet. Dies zeigt sich beispielsweise in dem großen Softwareumfang (über 20.000 Software-Pakete), der Vielseitigkeit dieser Pakete (von Spielen über Büro-Software bis hin zu Server-Anwendungen), der unterstützen Hardwarearchitekturen (von Routern und NAS-Geräten, Desktop-Rechner auf AMD- oder Intel-Basis, bis hin zu Sparc oder S390 basierten Servern.
Was sind aktuell die größten Schwierigkeiten?
Die Abstimmung und Stabilisierung der einzelnen Komponenten bei einem solch großen Umfang bei gleichzeitiger Beibehaltung unserer Qualitätsrichtlinien. Dies beeinträchtig leider auch die exakte Abschätzung, wann ein Release fertig sein wird und schlägt dadurch auch auf die Motivation im allgemeinen.
Wenn das Geld für einen festangestellten Entwickler da wäre, welche Nuss sollte er knacken?
Entwickler gegen Bezahlung an verschiedenen Aspekten der Distribution arbeiten zu lassen wurde in Vergangenheit bereits probiert, und nicht von allen positiv aufgenommen. Sollte man jedoch Entwickler bezahlen wollen, so wäre dass erhöhen der Software-Qualität im Allgemeinen ein Lohnenswertes Ziel, von dem auch andere Projekte profitieren würden. Leider wurden trotz all der Mühen der Entwickler in den Jahren seit Gründung des Projektes diverse Fehler angesammelt, welche aus verschiedensten Gründen (Zeitaufwand, größere Umstrukturierungen) noch nicht behoben werden konnten.
Unter welcher Lizenz steht die Software?
Alle Software in Debians "main" Archiv ist frei gemäß unseren Richtlinien für freie Software, ist also im wesentlichen im Quellcode erhältlich, erlaubt Modifikationen der Software, die freie Weitergabe auch in veränderter Form und ist keinen Restriktionen bezüglich Nutzung oder Nutzergruppen unterworfen. Zusätzlich existieren noch Software-Archive für verteilbare Software, die diesen Kritieren nicht erfüllen. Diese Software-Archive müssen nach der Installation freigeschaltet werden.
Internetadresse:Debian.
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uba,
13.02.2009 16:23
Gruß Uli
A. Spooner,
10.02.2009 10:04