7,7 Millionen Geräte beanstandet: Bundesnetzagentur deckt Technikmängel auf

Die Marktüberwachung der Bundesnetzagentur hat im Jahr 2025 bei insgesamt 7,7 Millionen elektronischen Geräten erhebliche Mängel festgestellt.

Die Marktüberwachung der Bundesnetzagentur hat im Jahr 2025 bei insgesamt 7,7 Millionen elektronischen Geräten erhebliche Mängel festgestellt. Betroffen waren Produkte im Online- und stationären Handel sowie bereits bei der Einfuhr in den EU-Binnenmarkt. Die festgestellten technischen Defizite reichten von formalen Verstößen bis hin zu gravierenden elektromagnetischen Störungen.

Im deutschen Einzelhandel prüfte die Behörde mehr als 2100 Gerätetypen – deutlich mehr als im Vorjahr (1.540). 58 Prozent der kontrollierten Typen entsprachen nicht den gesetzlichen Vorgaben. Dies betraf rund 1,9 Millionen Geräte.

Neben formalen Mängeln wie fehlenden CE-Kennzeichnungen oder unvollständigen Herstellerangaben wurden auch grundlegende technische Verstöße festgestellt. Dazu zählten insbesondere Überschreitungen der zulässigen Störaussendungsgrenzwerte gemäß der EU-Funkanlagenrichtlinie und der Richtlinie zur elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV). Solche Abweichungen können Funkdienste beeinträchtigen oder Störungen bei anderen elektrischen Geräten verursachen.

Ein konkreter Fall betraf Wechselrichter für Batteriespeicher in Photovoltaikanlagen. Ein geprüfter Gerätetyp überschritt die EMV-Grenzwerte erheblich und konnte dadurch IP-basierte Dienste wie Heimrouter im Umfeld stören. Nach Intervention der Bundesnetzagentur stellte der Hersteller Produktion und Vertrieb des betroffenen Modells ein.

Die Online-Marktüberwachung identifizierte 2025 insgesamt 1266 auffällige Angebote (2024: 1426). Die gemeldeten Angebote wurden von den Plattformbetreibern entfernt. Insgesamt waren hiervon über fünf Millionen Geräte betroffen.

Besonders hohe Stückzahlen entfielen auf bestimmte Smartwatch-Modelle und Funkgeräte. Einige Smartwatches, die im EU-Schnellwarnsystem „Safety Gate“ als nicht verkehrsfähig gelistet sind, wurden weiterhin angeboten. Die Geräte warben mit einer Blutzuckermessfunktion, die lediglich simuliert ist. Zusätzlich verstießen diese Modelle gegen Vorgaben des Funkanlagengesetzes. Nach Meldung durch die Bundesnetzagentur löschten die Plattformbetreiber die entsprechenden Angebote.

Auch bei der Einfuhr wurden Verstöße in großem Umfang festgestellt. Der Zoll meldete 2025 insgesamt 8.202 verdächtige Warensendungen an die Bundesnetzagentur – deutlich mehr als im Vorjahr (5.005). Rund 89 Prozent der überprüften Sendungen erwiesen sich als nicht konform und erhielten keine Freigabe für den europäischen Markt. Von der Einfuhrsperre waren mehr als 359.000 Geräte betroffen.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben