Open Source im professionellen Einsatz
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Welche Office-Dokumente auf welcher Mobilplattform?

Bürogeflüster

12.10.2009

Mindestens drei Applikationen versprechen MS-Office-Erlebnisse auf Android-Handys. KDEs KOffice erhält durch die Qt-Verbandelung mit Nokia Aufschwung für Maemo. Open Office hat Schwierigkeiten, sich überhaupt zu mobilisieren.

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Nachdem vor etwa drei Wochen bekannt wurde, dass Nokia via KOffice einen Dokumentenviewer für Microsoft-Bürodokumente auf Maemo bringt, hat das Unternehmen nun anlässlich der Maemo Developer Days bekräftigt, dass es gemeinsam mit dem KOffice-Support-Unternehmen KO GmbH aus Magdeburg einen Satz Importfilter in die KOffice-Version 2.2 einbringen wird, die für die zweite Hälfte 2010 angesetzt ist. KOffice ist die Basis für den Dokumentenbetrachter in Maemo, der sowohl mit den neuen MS-Office-Formaten 2007 als auch mit dem Open Document Format umgehen kann.

Das Büro aufs Handy - manche Anwender können darauf nicht verzichten. Am vergangenen Wochenende hat sich auch ein Projektleiter aus der Community von Open Office mit der Frage beschäftigt, ob es eine Mobilversion der Bürosuite geben sollte, indem er eine Diskussion im Community-Forum aufgriff. Das vorläufige Ergebnis: Wegen seiner C++-Basis, seines Speicherverbrauchs und seiner Unfähigkeit, mit Touchscreens oder Trackballs umzugehen, hat das freie Büroprojekt erstmal wenig Chancen auf eine Portierung.

Dabei wird vor allem der Android-Zug in den kommenden Jahren kräftig Fahrt aufnehmen, wie IDC meint, zusammen mit den anderen Open-Source-Handybetriebssystemen: 2009 soll mit ungefähr 5 Prozent Marktanteil für Androiden zu Ende gehen, bevor sich diese Zahl bis 2011 auf 15 Prozent verdreifacht.

Das Büro der Androiden

Mit Documents-to-go, Androffice und Quickoffice gibt es gleich drei Applikationen für Android-Handys, mit denen MS-Office-Dokumente mehr oder weniger den mobilen Benutzer erreichen. Quelloffen ist davon allerdings keines. Am nützlichsten dürfte für Android-Besitzer das Programm Documents-to-go der Firma Dataviz aus dem amerikanischen Connecticut sein, da es auch MS Office 2007 unterstützt und in der Kaufversion neben der Betrachtung auch die Bearbeitung der Dokumente erlaubt. Als Betrachter ist es als Freeware über den Android Market zu beziehen, die Vollversion kostet 30 US-Dollar.

Documents-to-go von Dataviz unterstützt unter anderem Tabellenkalkulation.

Für das Programm Quickoffice ist auf der Webseite des texanischen Herstellers nur das G1 von T-Online gelistet, das im Januar herauskam und mittlerweile ein stattliches Alter erreicht hat. Die Quickoffice-Version für das G1 kann nur Word- und Excel-Dokumente lesen, aber nicht schreiben, und auch das nur für Versionen ab MS Office 2003 abwärts. Trotzdem kostet die Software noch 10 US-Dollar.

Geräteübergreifend ist dagegen das erst wenige Monate junge Androffice. Das Studienabschlussprojekt zweier Studenten aus Sevilla liegt seit Ende September in Version 1.3 vor und ist seit Juni 2009 im Market käuflich erhältlich - allerdings mit relativ bescheidenen Funktionen. Das Programm erlaubt zwar die Bearbeitung der Dokumente, aber anscheinend nur von Tabellendokumenten (sowohl im ODF- als auch im XLS-Format) sowie von CSV-Dateien.

Androffice validiert eine Formel in einem Tabellendokument.

Die Anwendung ist offenbar ebenso wie seine proprietären Kollegen nur im Android Market erhältlich, dessen Angebot nur von einem Android-Telefon aus eingesehen werden kann. Die Software hat zwar eine Code-Seite bei Google, weder dort noch auf der Projektseite sind allerdings Software, Preis, Lizenz oder andere Infos hinterlegt. Der neue Mitspieler bei den MS-Office-Kupplern auf Android muss über Produktkommunikation noch einiges lernen.

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