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Vorschau auf Open Office 3

Next Generation: Open Office 3

21.08.2008

Der Countdown für die nächste Major-Release der freien Office-Suite läuft. Mitte September soll OpenOffice.org 3 mit vielen großen und kleinen Neuerungen erscheinen. Was bietet diese Version und vor allem: Lohnt sich ein schneller Umstieg?

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Wer sich von der neuen Version 3 den großen Wandel verspricht, mag vielleicht enttäuscht sein. Im Gegensatz zum letzten Release-Wechsel im Oktober 2005 scheinen die Neuerungen moderater auszufallen. Während sich der Anwender beim damaligen Wechsel auf die Version 2 auf viele grundlegende Veränderungen einstellen musste, zeigt ein erster Blick in die Version 3, dass hier die altbewährten Funktionalitäten eher im Detail verändert wurden und stattdessen einiges Neues hinzugekommen ist.

Bereits im Mai rief das Open-Office-Projekt dazu auf, die erste Beta-Version auch von der breiten Masse zu testen. Ab dem 25. August wird der erste Release Candidate zum Download bereitstehen. Laut Fahrplan soll die Produktivversion ab 15. September verfügbar sein. Interessant für Mac-User: Version 3 steht auch nativ für diese Plattform zur Verfügung. Sie kommt ohne installiertes X11 aus und verhält sich wie ein typisches Aqua-Programm.

Die Zukunft: Extensions

Einige der für Version 3 schon länger angekündigten Neuerungen wie der PDF-Import oder der Presenterscreen für Impress sind nicht im Standardumfang von Open Office enthalten. Das freie Büropaket entfernt sich damit langsam von dem "All-inclusive"-Programm und bietet mithilfe separater Extensions an, den Funktionsumfang nach den Wünschen des Anwenders zu erweitern und damit ein individuell eingerichtetes und nicht unnötig überfrachtetes Office-Paket zu schaffen.

Die beste Bezugsquelle für diese und andere Extensions ist das Extensions-Portal http://extensions.services.openoffice.org. Hier stehen nicht nur die jeweils aktuellen Versionen der Extensions zum Download angeboten bereit, hier ist auch Platz für aussagekräftige Bewertungen und Kommentare von Anwendern. Die Installation erfolgt auf einfache Weise über den Extension-Manager, der sich direkt aus dem Programm heraus über das Menü "Extras" starten lässt.

PDF-Import

Der neue PDF-Import wurde bereits vielfach angekündigt und ist sicherlich eine der populärsten Neuerungen der Version 3. Hier eilt der Ruf jedoch der Realität weit voraus. Vieles vom Erwünschten ist dabei noch Zukunftsmusik. Heute ist es lediglich möglich, PDF-Dokumente in das Zeichnungsmodul Draw zu importieren. Texte werden dabei jeweils zeilenweise in Textrahmen importiert. Damit kann die ursprüngliche Dokumentstruktur eines Text- oder Tabellendokuments derzeit nicht zufriedenstellend wiederhergestellt werden. Für solche Dokumente sind lediglich Änderungen in sehr kleinem Umfang machbar. Besser schneidet der Import bei Dokumenten mit vielen Zeichnungsobjekten ab, deren Import sich bereits heute sehen lassen kann.

Netter Nebeneffekt der PDF-Import-Extension: Die Export-Option "Hybrid-PDF".

Mit der PDF-Import-Extension geht die Option Hybrid-PDF einher. Sie erstellt ein PDF-Dokument, in dem das originale ODF-Dokument eingebettet ist. Wird ein Hybrid-PDF mit Open Office geöffnet, lädt das Programm automatisch die Originaldatei. Ist kein Open Office verfügbar, wird das Dokument wie ein normales PDF-Dokument gehandhabt und mit dem Standard-PDF-Anzeigeprogramm geöffnet.

Der Solver löst ab Version 3 lineare Optimierungsprobleme.
Verfasser umfangreicher Dokumente werden sich über die vereinfachten Querverweise auf Kapitelüberschriften freuen.
In Writer sind die Notizen nun unübersehbar am Rand platziert.
Verschiedene Designs ermöglichen es nun, in Impress ansprechende native Tabellen zu erstellen.

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