Besser im Sandkasten
Ist Launchpad einmal installiert, bekommt man es nicht mehr so leicht von der Platte. Zu tief nisten sich die Komponenten in das System und dessen Konfigurationsdateien ein. Man sollte daher die Warnung auf der Homepage ernst nehmen und die ersten Gehversuche in einer virtuellen Maschine mit einem am besten jungfräulichen Ubuntu 9.04 wagen.
Als erster Schritt empfiehlt sich auf dem Zielsystem ein Update, beispielsweise per Ubuntu-Aktualisierungsverwaltung. Um Launchpad auf die eigene Festplatte zu laden, benötigt man die Versionsverwaltung Bazaar in einer möglichst aktuellen Fassung. Die Ubuntu 9.04-Repositorys kennen jedoch nur die veraltete Version 1.13. Glücklicherweise offeriert das Bazaar-Projekt ein eigenes Repository mit den jeweils neuesten Paketen, man muss es nur unter Ubuntu anmelden.

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Auf dieser Seite findet man alle Informationen, um das Bazaar-Repository unter Ubuntu anzumelden.
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Dabei hilft eine PPA-Seite mit passenden Bazaar-Paketen. Hier wählt man in der Ausklappliste die eingesetzte Distribution, woraufhin im Feld darunter zwei Zeilen erscheinen. Dieses Duo hängt man der Datei "/etc/apt/sources.list" an - per Kommandozeile oder über die Oberfläche hinter "System | Systemverwaltung | Software-Quellen", wo man auf das Register "Software von Drittanbietern" wechselt und "Hinzufügen ..."! bemüht.
Damit Ubuntu den Paketen aus dem neuen Repository vertraut, muss man jetzt noch den zugehörigen Schlüssel hinterlegen. Dazu geht es wieder zurück zur Bazaar-PPA-Seite. Hier merkt man sich den hinteren Teil des "Signing key", also genau die acht Zeichen nach dem Schrägstrich. In einem Terminal registriert ihn dann der folgende Befehl unter Ubuntu:
sudo apt-key adv --keyserver keyserver.ubuntu.com --recv-keys 12345678
Der Rattenschwanz "12345678" ersetzt istdabei gegen den gemerkten Schlüssel zu ersetzen. Abschließend veranlasst man Ubuntu die Paketinformationen neu einzulesen und installiert Bazaar aus dem Paket "bzr":
sudo apt-get update
sudo apt-get install bzr
Zur Sache
Damit sind die Vorarbeiten beendet und man kann sich endlich der Installation von Launchpad zuwenden. Dazu muss erst einmal ein lauschiges Plätzchen für seinen Quellcode her:
mkdir ~/launchpad
cd ~/launchpad
Als nächstes holt Bazaar das eigentliche Installationsskript aus dem Launchpad Repository:
bzr --no-plugins cat http://bazaar.launchpad.net/~launchpad-pqm/launchpad/devel/utilities/rocketfuel-setup > rocketfuel-setup
Dieses Skript macht man ausführbar und ruft es anschließend auf:
chmod a+x rocketfuel-setup
./rocketfuel-setup
Das Skript fragt zunächst nach einem bestehenden Launchpad Benutzernamen. Für das weitere Gelingen ist dieser nicht zwingend erforderlich, wer (noch) keinen besitzt, drückt hier einfach die Eingabetaste. Als nächstes, wie auch später immer mal wieder im weiteren Verlauf, fordert das Skript das "sudo"-Passwort an. Mit den so gewonnenen Rechten verändert es einige Konfigurationsdateien unter "/etc". Darunter primär die "/etc/hosts", der es unter anderem Einträge für "launchpad.dev", "bazaar.launchpad.dev", und so weiter hinzufügt. Dies hat später den Vorteil, dass man alle Funktionen wie von der launchpad.net-Seite gewohnt verwenden kann. Man muss lediglich die Top-Level Domain ".net" gegen ".dev" tauschen.
Sobald das Installationsskript diese Arbeiten erledigt hat, stoppt es und bittet darum, die folgende Zeile in die Datei "~/.ssh/config" einzutragen:
GSSAPIAuthentication no
Sofern die Datei und das Verzeichnis noch nicht existieren, legt man sie einfach mit der obigen Zeile als einzigen Inhalt an. Mit einem Druck auf die Eingabetaste läuft das Skript weiter. Damit ist die Datei "~/.ssh/config" aber noch nicht abgehakt: Noch zwei weitere Male muss man sie um die vorgegebenen Einträge ergänzen.

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Das Installationsskript verlangt mehrfach hintereinander Änderungen an der Datei "~/.ssh/config".
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