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Begehrlichkeiten

Launchpad.net bietet somit gerade für Entwicklerteams einen reizvollen Funktionsumfang. Allerdings kommen nur unkommerzielle Open-Source-Projekte in den Genuss eines kostenloses Zugangs. Wer kommerzielle Software entwickelt, muss seine Geldbörse zücken. Da Canonical die Software hinter Launchpad zudem jahrelang unter Verschluss behielt, konnte man auch nicht einfach einen Klon aufsetzen, geschweige denn hinter die Kulissen blicken oder gar das System um zusätzliche Funktionen erweitern. Nur hin und wieder wurden einzelne Komponenten freigelassen, wie etwa die verteilte Versionsverwaltung Bazaar.

Dieses Vorgehen wurde von der Nutzergemeinde anhaltend kritisiert. Canonical gab zu bedenken, es könnten durch die komplette Freigabe des Systems mehrere ähnliche, aber zueinander inkompatible Internetseiten aus dem Boden sprießen. Eine zentrale Anlauf- beziehungsweise Sammelstelle wäre damit unmöglich. Zudem würden die an Launchpad beteiligten Entwickler für Ihre Arbeit bezahlt. Durch die unweigerlich aufkeimende Konkurrenz wären die dazu notwendigen Einnahmen jedoch weggebrochen.

Dann ging jedoch plötzlich alles recht schnell: Im Juli 2008 kündigte Canonical-Gründer Mark Shuttleworth die komplette Offenlegung von Launchpad innerhalb der nächten 12 Monate an. Fast auf den Tag genau ein Jahr später wurde die Software unter der Lizenz AGPLv3 in die Freiheit entlassen. Darunter fielen sogar die beiden Komponenten Soyuz und Codehosting, die man ursprünglich noch unter Verschluss halten wollte.

Ein kleines Hintertürchen behielt man sich jedoch noch offen: Sämtliche Grafiken, das Logo und der Name Launchpad sind weiterhin fest in den Händen von Canonical. Wer sein eigenes System aufsetzen und auf einem öffentlichen Server betreiben möchte, muss vorher sämtliche Grafiken und Namen austauschen. Mit dieser Maßnahme möchte der Ubuntu-Distributor seinen eigenen Dienst schützen und Verwechslungen vorbeugen.

Tagwerk

Es steht somit jedem frei, seine eigene Launchpad-Instanz aufzusetzen. Da die Webanwendung aus zahlreichen Einzelteilen besteht, die alle aufeinander aufbauen, gestaltet sich die Installation jedoch nicht nur etwas steinig, sondern auch extrem langwierig: Einen Tag Zeit sollte man durchaus einplanen.

Des Weiteren gibt es keine offiziellen Pakete, die man nur einzuspielen bräuchte. Wer Launchpad installieren möchte, muss sich die jeweils aktuelle Entwicklerversion aus dem entsprechenden Bazaar-Repository puhlen. Dabei hilft immerhin ein Installationsskript, das allerdings vollständig auf Ubuntu 8.04 bis 9.04 zugeschnitten ist - den Distributionen, mit denen auch die Launchpad-Entwickler arbeiten. Andere Distributionen unterstützt Canonical derzeit leider nicht offiziell, freut sich aber über gelungene Portierungen. Ebenfalls noch außen vor ist das vor der Tür stehende Ubuntu 9.10. Dort sorgen die Abhängigkeiten zu Python 2.4 für Probleme. Für alle, die es dennoch probieren möchten, haben die Entwickler eine spezielle Hinweisseite eingerichtet. Bis zum endgültigen Erscheinen vom Karmic Koala (Ubuntu 9.10) sollen die Probleme aber behoben sein.

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