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(C) NASA

(C) NASA

Ubuntus Softwareprojektverwaltung Launchpad selbst installiert

Entwickler-Startrampe

von Tim Schürmann
 

Bis eine Rakete an ihrem Startplatz angekommen ist, vergehen viele Stunden. Ähnlich viel Geduld muss mitbringen, wer einen Klon der "Code Hosting und Software-Kollaborationsplattform" Launchpad aufsetzen möchte. Den dazu benötigten Quellcode hat der Ubuntu-Distributor Canonical im Juni dieses Jahres unter AGPLv3 freigegeben. Bei der leider hakeligen Installationsarbeit hilft dieser Artikel.

Um die Erstellung der Linux-Distribution Ubuntu sowie die zugehörigen Rück- und Fehlermeldungen der Anwender in geordnete Bahnen zu lenken, eröffnete Canonical bereits vor fünf Jahren die Website Launchpad.net. Dahinter verbirgt sich eine äußerst nützliche Werkzeugsammlung zur Projekt- und Codeverwaltung, die auch andere Softwareentwickler für ihre eigenen Projekte verwenden dürfen. Mittlerweile nutzen den Dienst sogar große Namen, wie etwa Zope, Python oder MySQL.

Was bietet Launchpad?

Launchpad besteht aus mehreren Modulen, die sich um unterschiedliche Aufgaben in der Softwareentwicklung kümmern. Die wichtigste Komponente stellt sicherlich "Code" dar, die den gesamten Quellcode eines Projektes verwaltet. Im Hintergrund werkelt dabei das ebenfalls von Canonical entwickelte, verteilte Versionskontrollsystem Bazaar. Es arbeitet etwas anders als man es von SVN oder CVS her kennt, nämlich dezentral: Jeder Interessierte kann den Quellcode herunterladen, damit seinen eigenen Entwicklerzweig öffnen, die Veränderungen wieder in Launchpad schieben und für eine Zusammenführung in den Hauptzweig vorschlagen. Bevor der Projektinhaber letzteres erlaubt, dürfen alle Interessierten über den Code-Beitrag offen diskutieren und ihn mit Kommentaren ("Reviews") versehen. Bereits in Git, SVN oder CVS verwaltete Projekte importiert Launchpad auf Wunsch.

Fehlerberichte sammelt und verwaltet der eingebaute Bugtracker namens Malone, der nicht nur Meldungen per E-Mail entgegennimmt, sondern sich auch an andere Tracker wie Bugzilla oder Trac andockt. Diese Synchronisierung soll insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Upstream verbessern, den Projekten, von denen die in Ubuntu vertriebene Software ursprünglich stammt. Für den Informationsaustausch mit den Anwendern bietet die Komponente "Answers" eine Art rudimentäres Forum. Die Komponente dient gleichzeitig als Wissensdatenbank (Knowledge Base) und soll häufig auftauchende Fragen (FAQ) klären. Alle wichtigen Informationen rund um ein Projekt fasst zudem eine entsprechende Übersichtsseite zusammen.


Eine Übersichtseite auf Launchpad fasst alle wichtigen Projektinformationen zusammen, hier am Beispiel des Spiels Extreme Tux Racer.

Neue Ideen, geplante Funktionen und Anforderungen an zukünftige Programmversionen notiert das Modul "Blueprints". Bei der Übersetzung und Lokalisierung der eigenen Anwendung hilft die Komponente "Translations" (Rosetta). Sie bietet eine besonders benutzerfreundliche Web-Oberfläche, über die auch Anwender ohne Programmierkenntnisse an der Übersetzung mitwirken können. Für einheitlich übersetzte Begriffe und Texte sorgen automatische Vorschläge aus einem Übersetzungsarchiv. Unter der Haube arbeitet Rosetta mit Portable Objects, den "*.po"-Dateien des GNU Gettext-Systems, kann aber auch das XPI-Format der Mozilla-Projekte importieren.

Persönliches Paketarchiv

Über sein Personal Package Archive (PPA) kann jeder registrierte Entwickler eine eigene, wenn auch inoffizielle Paketquelle für Ubuntu einrichten. Der enthaltene Build-Service erstellt automatisch passende Pakete für verschiedene Rechnerarchitekturen. Die letzte, fast ausschließlich im Hintergrund arbeitende Komponente hört auf den Namen Soyus. Deren Werkzeuge erstellen und verwalten die Ubuntu-Distributionen.

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