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Ubuntu Server 8.04 LTS ("Hardy Heron")

Handliches Server-Paket

23.04.2008

Das Ubuntu-Projekt veröffentlicht Hardy Heron, Version 8.04 seiner Linux-Distribution. Für den Admin lohnt sich ein Blick auf die Server-Ausgabe: Ubuntu Server 8.04 ist ein kostenlos verfügbares Enterprise-Linux, für das der Hersteller Long Term Support (LTS), 5 Jahre Pflege verspricht.

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Kommerziellen Support bietet der Ubuntu-Hersteller und -Sponsor Canonical an: Im Webshop sind E-Mail- und Telefonsupport erhältlich, Upgrades und Security-Fixes erhalten alle Anwender kostenlos über das Paketmanagement.

Ubuntu Server unterstützt die Architekturen Intel x86 und AMD64. Die Basisinstallation des Debian-Derivats gibt sich mit 128 MByte RAM zufrieden, was allerdings beim Serverbetrieb in der Praxis frustrierend sein dürfte. Das installierte Basissystem nimmt rund 500 MByte Plattenplatz in Anspruch.

Rasch installiert

Die Installation erfolgt über eine einfache Curses-Oberfläche im Konsolenmodus. Aussehen und Optionen der Dialoge sind Debian-Nutzern größtenteils bekannt, jedoch geht es bei Ubuntu-Server rascher zur Sache: Nach wenigen Fragen zu Partitionierung, Hostname, Netzwerk und dem Anlegen des ersten Users ist die Installation so gut wie erledigt. Das Basissystem bietet keine Netzwerkdienste nach außen an, sie müssen erst installiert und gestartet werden. Am einfachsten geht das gegen Ende der Installation, wenn das Programm Tasksel typische Einsatzarten (Tasks) zur Auswahl anbietet, darunter OpenSSH-Server und LAMP-System. Die erforderlichen Pakete für die gewählten Tasks werden automatisch installiert, und die Dienste gestartet. Bei Installation sämtlicher Tasks landet 1 GByte Software auf der Platte.

Neben dem manuellen Aufspielen ermöglicht Hardy Heron weitere Installationsvarianten, darunter Netzwerk-Deployment per PXE-Boot/TFTP/HTTP und eine unbeaufsichtigte Installation. Daneben gibt es ein alternatives Install-Image, das einen Linux-Terminalserver mit LTSP-5 installiert. Für die Verwaltung des gesamten Rechner-Lifecycle bietet Canonical das kostenpflichtige Tool Landscape an.

Den Anwendern der LTS-Ausgabe 6.06 (Dapper Drake) und anderer Vorgänger-Versionen verspricht das Ubuntu-Projekt ein problemloses Upgrade mit dem Befehl "do-release-upgrade".

Im Zuge der Installation kann der Admin im Tasksel-Dialog bereits Pakete für typische Aufgaben auswählen. Wer OpenSSH benötigt, sollte hier sein Kreuzchen machen.

Kein X fürs U(buntu)

Die Ubuntu-Entwickler liefern aus Prinzip keinen X-Server mit: Das verbessert zum einen die Systemsicherheit, zum anderen verwalten Admins einen Server meist aus der Ferne auf der Konsole. Sobald die Netzwerkschnittstelle aktiviert ist und der SSH-Server läuft, lässt sich die Ubuntu-Server-Maschine im Headless-Modus betreiben und administrieren.

Weitere Dienste installiert der Admin per Paketmanagment, wobei Ubuntu extensiven Gebrauch vom Sudo-Mechanismus macht. Beispielsweise installiert "sudo aptitude install ntp" einen NTP-Server und startet den Dienst (In der Grundkonfiguration bezieht er die Zeit vom Server "ntp.ubuntu.com"). Die folgende Liste gibt eine Übersicht über wichtige Softwarepakete und die in Hardy Heron mitgelieferten Versionen.


Kernel

    * Default 2.6.24-server Tickless,
    Keine Preemption, Deadline I/O, PAE, 100Hz
 

Web

    * Apache 2.2 event/prefork/worker/dev

Datenbank-Server

    * MySQL 5.
    * PostgreSQL 8.3

Mailserver

    * Dovecot 1.0
    * Postfix 2.5
    * Exim 4.69

Programmiersprachen

    * PHP 5.2
    * Perl 5.8
    * Python 2.5
    * Gcc 4.2
    * Ruby 4.1

Netzwerk

    * LTSP 5.0
    * Samba 3.0
    * OpenLDAP 2.4
    * OpenVPN 2.1
    * FreeRadius 1.1

Monitoring

    * Munin 1.2
    * Nagios 2.11

Backup

    * Bacula 2.2
    * BackupPC 3.0

Paketmanagement

    * Aptitude 0.4
    * APT 0.7
    * Dpkg 1.14

Security

    * AppArmor 2.1
    * Iptables 1.3
    * ufw 0.16

Clustering

    * Ocfs 2
    * Gfs 2
    * RH-Cluster 2
    * DRDB 8

Virtualisierung

    * KVM 62
    * Libvirt 0.4
    * Virt-Manager 0.5

Storage

    * Lvm 2
    * aoetools 23
    * openiscsi 2.0

Für die Firewall-Konfiguration und zum Erstellen von Betriebssystem-Images zur Virtualisierung hat Ubuntu für diese Release eigene Werkzeuge entwickelt.

Der Serverguide führt durch die Installation und erläutert Ubuntu-Spezialitäten wie Ufw und den VM-Builder.

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