Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin Online Artikel/
354

Lebhaftes Debian: Projektleiter und Wahlen

Das freie Projekt ohne Unternehmen im Rücken hat einen Projektleiter, aber keinen formellen Vorstand. Außerdem organisiert das Projekt einen Technischen Ausschuss sowie einen Schriftführer (Secretary), der vor allem Wahlen durchführt. Weitere Ämter im Projekt bestehen zum Beispiel in den Bereichen Marketing oder FTP-Accounting. Debian-Projektleiter (DPL) ist seit April 2008 Steve McIntyre (siehe die passende Debianopolis aus dem Linux-Magazin 06 2008). McIntyre arbeitet als Software-Entwickler bei einem britischen IPTV-Unternehmen.

Debian

Der jährlich gewählte DPL hat umfassende Aufgaben: In seiner Repräsentationsfunktion soll er nach außen hin Vorträge halten und Beziehungen pflegen. Nach innen hin soll er laut der Amtsbeschreibung nichts weniger als "das Projekt managen" und "dessen Vision definieren". Er sollte sich mit anderen Debian-Entwicklern unterhalten, vor allem mit seinen Delegierten, um heraus zu finden, wie er ihre Arbeit fördern kann. Eine Hauptaufgabe des Projektleiters ist deshalb Koordination und Kommunikation.

Der Sekretär Manoj Srivastava ist Mitte Dezember zurückgetreten, weil er nach Meinung einiger Projektler unbefugt in Formulierungen einer Abstimmung eingegriffen habe. Ton und Sitten erscheinen bei dem ungefilterten Debian-Projekt bisweilen etwas rauer als bei den geleiteten Distributionsprojekten - zumindest versteckt das niemand nach außen hin. "Gibt es irgendwann keinen Streit bei Debian? Wäre einmal was ganz neues", stöhnt daher ein Kommentator bei Linux-Magazin Online.

Von fehlendem Enthusiasmus kann jedenfalls bei den freien Projektmitgliedern keine Rede sein: Der am Rechenzentrum der Uni Hildesheim angestellte Debian-Öffentlichkeitsarbeiter Alexander Reichle-Schmehl verwahrt sich, ebenfalls in einem Kommentar, engagiert gegen Zweifel ob des Erscheinens von Debian 5.0 (Lenny). Eine Schwäche des Projekts tritt in der verzögerten Release der neuen Distributionsversion klar zu Tage. Andererseits ist das Projekt derart offen, dass auch bekannte Linux-Namen an seinem Geschick Anteil nehmen. So kommentierte kürzlich Ted Ts'o die Ereignisse um die jüngste Debian-Abstimmung, in deren Folge es zu dem Rücktritt Srivestavas kam. Theodore Ts'o ist Kernelentwickler der ersten Stunde, neuer technische Leiter der Linux-Foundation und IBM-Mitarbeiter.

Am 16. August 2008 wurde das Projekt 15 Jahre alt. Auf den Debian-Seiten findet sich bei den Manuals eine 'kurze Geschichte von Debian' bis 2007. (uba)

Linux-Magazin kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

comments powered by Disqus

Ausgabe 09/2014

Digitale Ausgabe: Preis € 6,40
(inkl. 19% MwSt.)

Artikelserien und interessante Workshops aus dem Magazin können Sie hier als Bundle erwerben.

Insecurity Bulletin

Insecurity Bulletin

Im Insecurity Bulletin widmet sich Mark Vogelsberger aktuellen Sicherheitslücken sowie Hintergründen und Security-Grundlagen. mehr...

Linux-Magazin auf Facebook