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Tausendsassa: Calibre

Wer mehr als nur ein Dutzend Bücher in seiner Sammlung hat und womöglich einen in Hardware umgesetzten E-Book-Reader verwendet, braucht vielleicht eine andere Art von Software: Ein Programm wie Calibre, das mehrere E-Book-Tools in sich vereint. Es eignet sich nicht nur zur Anzeige von Büchern, sondern verwaltet auch die Sammlung, konvertiert Dateien in verschiedene E-Book-Format, überträgt Dateien an einen Hardware-Reader und kann die Büchersammlung sogar über das Web zugänglich machen.


Calibre vereint zahlreiche Tools rund um E-Books unter einer gemeinsamen Oberfläche.

Das Calibre-Projekt selbst bietet keine fertigen Pakete für Linux-Distributionen an, der Entwickler Fabrice Coutadeur baut Pakete für Ubuntu, und das aus relativ aktuellem Code.

Die Calibre-Entwickler dagegen schlagen vor, zur Installation folgende Python-Befehlszeile mit Root-Rechten auszuführen:

sudo python -c "import urllib2; exec urllib2.urlopen('http://calibre.kovidgoyal.net/download_linux_binary_installer').read(); main()"

Daneben lässt sich das Programm auch aus dem Quelltext erstellen. Die Calibre-Downloadseite nennt weitere Details. Aktuelle Calibre-Versionen setzen mindestens Python 2.6 voraus, das nicht auf allen Linux-Distributionen vorhanden ist.

Schon beim ersten Programmstart ist zu sehen, dass Calibre kein einfaches Leseprogramm ist. Die Suchzeile eignet sich für eine rasche Suche in der Sammlung, die erweiterte Suche, verborgen hinter dem Fernglas-Button beherrscht auch das Suchen nach längeren Ausdrücken und kann auch Wörter ausschließen.

Für die Suchzeile gibt es auch eine Google-ähnliche Syntax. Um beispielsweise alle Bücher von Sigmund Freud zu finden, die es auf Feedbooks gibt, lautet der Ausdruck "Sigmund Freud publisher:feedbooks.com". Für die Suche nach Freuds Büchern mit dem Wort Traum im Titel eignet sich "Sigmund Freud title:dream", während "Sigmund Freud format:epub" das Format auf Epub einschränkt.

Etiketten und Umschläge

Der Baum links im Programmfenster stellt den Inhalt der Bibliothek nach verschiedenen Merkmalen gruppiert dar, beispielsweise nach Autoren, Reihen, Verlag oder nach vom Anwender selbst vergebenen Etiketten. Diese Ansicht lässt sich mit dem Etiketten-Symbol rechts unten ein-/ und ausblenden. Dort findet sich auch ein Pfeil-Symbol, das die virtuellen Umschläge der E-Books in einer Art Galerie einblendet, ähnlich dem Feature "Cover Flow" in Apples Itunes.


Das ist nicht Itunes: Calibre stellt die virtuellen Cover der E-Books dar.

Daneben hilft Calibre dem Benutzer, E-Books zu finden, die Ähnlichkeiten zu seinen Lieblingsbüchern aufweisen. Ein Rechtsklick auf ein Buch öffnet das Kontextmenü, das unter dem Punkt "Ähnliche Bücher" Titel des selben Autors oder Herausgebers oder Bücher mit den gleichen Etiketten anbietet.

Den größten Raum im Calibre-Fenster nimmt aber die Bücherliste ein, die sich durch einen Klick auf den Spaltentitel nach unterschiedlichen Kriterien sortieren lässt. Ein Doppelklick auf ein Buch öffnet die Eingabemaske für Metadaten und Bewertungen. Statt die Metadaten von Hand einzugeben kann man auch den Online-Dienst LibraryThing nutzen. Das setzt aber ein (kostenloses) Benutzerkonto bei LibraryThing voraus. Daneben ist nur die ISBN erforderlich.

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Kommentare (1)
von
Rainer König,
28.07.2009 08:06
Lucidor fehlt noch
Habe unlängst auch ein wenig mit EBook-Readern am Desktop gespielt, da die populäre Perry Rhodan Heftserie seit 2500 auch im epub-Format erhältlich ist (ohne DRM).

FBReader scheitert aber trotzdem mit Speicherzugriffsfehler beim Versuch ein solches epub zu öffnen.

Calibre gibt es nirgends für Debian Lenny und die Abhängigkeiten werden wohl eher von Squeeze oder SID befriedigt als von Lenny.

Am Ende bin ich bei Lucidor rausgekommen. Damit funktioniert das recht gut:
http://koenig-haunstetten.d...book-reader-erfahrungsbericht/