Guillaume Morel, Fotolia
Open Office skripten und erweitern
Fremdgesteuert
von Thomas Krumbein
14.12.2007
Open Office bietet wie Microsoft Office eine Makro-Funkion, häufigste eingesetzte Programmiersprache ist in beiden Fällen Basic. Die objektorientierte UNO-Schnittstelle erlaubt es jedoch, Open Office mit Java, C++ oder vielen weiteren Sprachen zu steuern oder in bestehende Anwendungen einzubinden.
Open Office ist ein plattformunabhängiges, leistungsfähiges Office-Paket, das die meisten Bedürfnisse eines typischen Büroarbeitsplatzes abdeckt. Trotzdem besteht in vielen Unternehmen das Bedürfnis nach weiteren Funktionen - seien es branchenspezifische Funktionen oder der Wunsch, Arbeitsabläufe zu automatisieren und strukturieren, um die Produktivität zu steigern, Fehlerquellen zu minimieren und einheitliche Ergebnisse zu garantieren.
Makro-Programmierung in Basic ist die am häufigsten genutzte Möglichkeit, um zusätzliche Funktionen wie Dialoge, Gültigkeitsprüfungen oder Automatisierungen umzusetzen. Der Vorteil einer Automatisierung und erweiterten Benutzerführung liegt auf der Hand: Ein Mitarbeiter muss sich beispielsweise keine Gedanken über Briefköpfe, Adressfelder, Datum und Ablageorte machen, wenn er einen Firmenbrief schreiben will - entsprechende Vorlagen, Eingabemasken und definierte Ablagepfade nehmen ihm diese Arbeit ab. Er kann sich ausschließlich auf den Inhalt des Briefes konzentrieren. Für den Einsatz vor allem in größeren Unternehmen ist die Möglichkeit, Open Office anzupassen oder zu erweitern also wichtig.

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Wie der Konkurent aus Redmond enthält OpenOffice eine leistungsfähige Makro-Funkion. Unter den unterstützten Sprachen finden sich Python und Javascript.
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Open Office bietet mit der UNO-Schnittstelle jedoch eine Möglichkeit, die Anwendung zu skripten oder zu erweitern, die weit über die gewöhnliche Makroprogrammierung hinausgeht: Entwickler können hierfür zahlreiche Programmiersprachen wie C++ oder Java, aber auch Skriptsprachen wie Python und Javascript nutzen. Open Office-Anwendung lassen sich auch in die Fenster anderer Anwendung einbinden.
Universal Network Objects
Bei den Universal Network Objects, kurz UNO handelt es sich um eine objektorientierte Schnittstelle, die den Funktionsumfang von Open Office in viele Unterobjekte gliedert. Über diese ist ein Zugriff auf alle Funktionen der Office-Suite möglich.
Wer zum ersten Mal mit UNO arbeitet, muss sich an eine spezielle Terminologie gewöhnen: ein Service entspricht Typen oder Klassen in anderen Programmiersprachen. Services besitzen bestimmte direkt lesbare und beschreibbare Eigenschaften. Sie enthalten außerdem Interfaces, die man auch als Gruppe von Methoden bezeichnen könnte. Jede Methode dieser Gruppe kann der Entwickler direkt ansprechen.
Der Entwickler deklariert zum Beispiel eine Variable als Objekt und weist ihr dann einen Service zu, also die Referenz auf ein Open Office Objekt wie ein Write-Dokument. Das Dokument hat les- und schreibbare Eigenschaften wie die URL (Pfad und Dateiname) oder einen Titel (Dokument.title = "ein Beispieldokument"). Das Objekt unterstützt nun diverse Interfaces mit Ihren Methoden, so zum Beispiel Dokument.print() oder Dokument.close().
Die Eigenständigkeit von UNO ermöglicht es, diese Strukturen mit verschiedenen Sprachen anzusprechen. Dies Sprachen für den Zugriff auf UNO lassen sich in drei Klassen einteilen:
- Sprachen, die in der Lage sind, existierende UNO Objekte anzusprechen und zu manipulieren
- Sprachen, die selbst UNO-Komponenten implementieren können. Diese UNO Objekte können wiederum durch andere Sprachen angesprochen werden.
- Sprachen, die in der Lage sind, Code direkt in einem Dokument zu speichern und die Dialoge des Open Office-Dialog-Editors direkt nutzen können.
Eine klassische Makrosprache muss mindestens Fall eins und drei abdecken, Fall zwei ist für Entwickler interessant, die eigene Zusätze oder Erweiterungen programmieren wollen.
Die mitgelieferten Sprachen
Bis zur Version 1.1.x lieferte Open Office lediglich eine Skriptsprache mit: StarOffice Basic, ein Basic-Derivat. Mit Version 2.x kamen Interpreter für zwei weitere Sprachen hinzu, nämlich für Python und Javascript. Geht man weiter davon aus, dass jede vollständige Open Office-Installation auch Zugriff auf ein Java-Runtime Environment hat, das zwar nicht für die Kernfunktionen, aber für einige Assistenten und Open Office Base sowieso Voraussetzung ist, so kann man auch Java direkt als unterstützte Sprache werten.
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