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Ethan Galstad zum Nagios-Fork
Nagios-Gründer kommentiert Icinga
von Anika Kehrer
15.05.2009
Der Nagios-Erfinder und -Maintainer Ethan Galstad gibt Engpässe in der Entwicklung zu, und erkennt, dass die Nagios-Entwickler stärker an dem Projekt Teil haben wollen. Er zeigt sich aber enttäuscht, dass das Fork-Projekt ihn vor der Entscheidung nicht kontaktiert habe.
Den von den Icinga-Gründern vorgebrachten Grund, er habe zu wenig kommuniziert, lässt Galstad bouncen: "Ich bin enttäuscht, dass mich niemand aus dem Icinga-Projekt kontaktiert hat, bevor es sich zu der Spaltung entschloss. Die unerwartete Verkündung zeugt davon, dass auf beiden Seiten Kommunikationsdefizite herrschen." Er richtet außerdem an die Nagios-Kritiker die Frage, warum sie nicht einfach gefragt haben, wenn sie Nagios stärker beeinflussen wollen: "Ganz offensichtlich müssen wir alle an der Kommunikation und am Verständnis füreinander arbeiten."
"Communitys machen Spaß, und Communitys frustrieren"
Jeder mit mehrjähriger Erfahrung in Open-Source-Projekten wisse, dass die gemeinschaftliche Methode keine süße Wunderpille ist, so Galstad. "Es ist interessant zu sehen, wie Einzelne und ganze Unternehmen in Stresssituationen reagieren", fährt er fort, "denn Herausforderungen fördern unsere besten und schlechtesten Eigenschaften zu Tage." Wenn der Nagios-Maintainer jetzt von den "wahren Absichten" und dem "persönlichen Charakter" spricht, die durch den Fork offengelegt wurden, und seiner Überzeugung Ausdruck gibt, dass das Ergebnis ein noch stärkeres Nagios-Projekt sei, wirkt der Vorwurf des Verrats am Projekt nicht fern.

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Der Nagios-Gründer Ethan Galstad zeigt sich enttäuscht, dass die forkenden Icinga-Entwickler sich nicht zunächst an ihn gewandt haben.
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Galstad konkretisiert seine Enttäuschung in einem eigenen Blogeintrag. Ein Fork könne aus verschiedenen Gründen passieren und steht einer Open-Source-Community als Mittel zum Beispiel des Selbstschutzes zur Verfügung, so Galstad. Aber es sei nicht in Ordnung, ein neues Projekt abzuspalten, ohne vorher mit dem Gründer des Ursprungprojekts zusammengekommen zu sein. Sichtlich von den Ereignissen überrumpelt, gibt sich der Nagios-Gründer unsicher über die Auswirkungen der Spaltung für Nagios-Anwender. Aber es wirkt kämpferisch und fast drohend, wenn er schreibt: "Es kann passieren, dass die Weiterentwicklung und Innovation von Nagios explodiert wie nie zuvor. Es kann sein, dass die Spaltung das beste war, was Nagios passieren konnte."
"Wir brauchen einen weiteren Nagios-Fork: einen mentalen"
Den Verbliebenen und generell den Kritikern ruft Galstad zu, aufzustehen, wenn sie was wollen - oder zu gehen. In Veränderungen müsse derjenige Zeit und Mühe investieren, anstatt zu erwarten, dass andere sie durchführen. Der Projektvater spricht aber auch eine Warnung aus: "Ich kann garantieren, dass Ihr nicht immer bekommt, was Ihr wollt. Weder ich noch irgendjemand sonst in dem Projekt will jedermanns Liebling sein."

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Galstads Nagios war ein den letzten Jahren geradezu ein Synonym für freie Monitoring-Software.
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Als Lösung steht am Ende des Kommentars der Appell, Nagios ein weiteres Mal zu spalten - aber nicht den Code, sondern die Einstellung seiner Entwicklergemeinschaft. Konstruktive Zusammenarbeit und Kommunikation stehen laut Galstad auf der Agenda, denn Veränderungen seien in der Tat nötig. Aber tot sei Nagios "kaum".
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Julian Hein,
16.05.2009 13:10
Ebenso wird Icinga weitestgehen kompatibel zu Nagios bleiben, so dass es auch da kein entweder oder geben soll. Das gleiche gilt für die Community: Die hat bisher auch vertragen, dass es Quasi-Forks gibt: Groundwork Monitor beispielsweise. Also wird sie auch nicht von Icinga gespalten. Sondern beides sind Projekte innerhalb der selben Community.