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Werkzeugkasten

Wieder daheim braucht der Linux-Anwender ein Werkzeug, mit dem er die gesammelten Geodaten vom GPS auf den Rechner bekommt. Dafür steht das Universaltool Gpsbabel bereit, das in allen großen Distributionen enthalten ist. Der Name ist Programm: Die große Anzahl an unterschiedlichen GPS-Empfängern auf dem Markt hat zu einem fast unüberschaubaren Wirrwarr an Dateiformaten und Implementierungen geführt, aber Gpsbabel spricht fast alle nötigen Dialekte. Um die Daten von unserem Testgerät in eine KML-Datei auf den Rechner zu laden, genügt ein einfaches: "gpsbabel -i garmin -f /dev/ttyUSB0 -t -o kml -f tracks.kml". Danach lässt sich schon mit Googleearth die gewanderte Strecke bewundern (Abbildung 3). Für die Windows-Anwender steht Gpsbabel sogar mit einer schicken GUI zur Verfügung, detaillierte Infos zu den umfangreichen Befehlszeilen-Optionen des Tools gibt es hier.


Wenn der Benutzer die Daten vom GPS als KML-File in Googleearth lädt, erkennt er das Höhenprofil der Wanderung auf den ersten Blick. Bei der Tour im Bayerischen Wald zeigt sich nebenbei der Vorteil der Original-Karten: Da finden sich auch die Wege, die in Openstreetmap noch fehlen.

Das freie Desktop-Programm Qlandkarte kann neben den IMG- und KML-Dateien aber auch noch das auf dem Garmin vorliegende GPX-Format einlesen. Dabei ergibt sich überraschenderweise eine deutlich genauere Routenbeschreibung als bei den KML-Dateien. Bei der Radtour rund um Regensburg scheint im KML-File das GPS-System zeitweise den Satellitenempfang verloren zu haben. Zumindest springt der Pfad, den Gpsbabel in der KML-Datei gespeichert hat, von der Altstadt plötzlich zur Steinernen Brücke. (Abbildung 4), während das GPS auch zwischen den vierstöckigen mittelalterlichen Wohntürmen einigermaßen genau den Standort berechnen konnte.


Mit Gpsbabel lassen sich die Waypoints, Tracks und Routen aus dem GPS auslesen. Über das "Datei Öffnen" - Menü von Googleearth kann der Benutzer die beschrittenen Pfade bequem auf dem 3D-Satellitenbild betrachten. Allerdings ist die Qualität der Route nicht optimal, wie der Sprung aus der Regensburger Altstadt zur Steinernen Brücke zeigt. Qlandkarte kann das genauer.

Deutlich detailreicher stellt sich da dieselbe Route in Qlandkarte dar, wenn der Benutzer das GPX-File aus dem Garmin lädt, ebenfalls mit Gpsbabel. Abbildung 5 zeigt deutlich mehr Wegpunkte auf der gleichen Strecke. Vermutlich verwendet Gpsbabel bei der Erstellung des KML-Files nicht alle Wegpunkte, die in der GPX-Datei gespeichert sind.


Der Ausschnitt einer Radtour zeigt die Regensburger Alltstadt. Als Kartengrundlage dienen die Openstreetmap-Daten, die Wegpunkte stammen vom GPS-Gerät und sind mit Gpsbabel auf den Rechner übertragen. Allerdings zeigt sich, dass im hier verwendeten GPX-Format deutlich genauere Tracks hinterlegt sind. Deshalb ist die freie KDE-Software in der Darstellung deutlich genauer als Googleearth: Der Weg zur Steinernen Brücke ist detailiert erkennbar - auch wenn sich die Radler sicher nicht mit 226km/h bewegt haben (Waypoint 441).

Dass Qlandkarte deutlich mehr Features als Googleearth hat, zeigt schon der Screen Shot. Das Tool dient nicht nur zum Betrachten der Karten, sondern auch zum Editieren von Tracks und Karten. Abbildung 5 verwendet übrigens die Kartengrundlage des Openstreetmap-Projektes als Hintergrund für den Radausflug durch Regensburg, hier lässt sich das gleiche .img-File laden, das auch auf dem Garmin seinen Dienst versieht.

Fazit

Wer auf die Routing-Dienste verzichten kann, und nicht permanent im bayerischen Wald oder den Bergen, abseits ausgetretener Pfade unterwegs ist, kann sich die teuren Karten von den GPS-Herstellern sparen. Dank Tools wie Gpsbabel und Qlandkarte können auch die Linux-Anwender Funktionen nutzen, wie sie die mit den Geräten mitgelieferte, herstellerspezifische (Windows-) Software bietet.

Der größte Vorteil der Openstreetmap-Karten ist natürlich der Preis, aber auch Aktualität und Freiheit: Die Karten werden tagtäglich verbessert und aktualisiert, während die kommerziellen Geodaten meistens jahrelang im Einsatz sind. Und wie bei Freier Software üblich, stehen bei OSM die Interessen der Anwender und nicht die des Marketings im Vordergrund. Wer dann mit seinem GPS-Gerät aktiv bei Openstreetmap mitmachen und kartieren helfen will, kann den Java-basierten Editor JOSM nutzen.

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Kommentare (8)
von
computerteddy,
29.03.2009 14:25
bitte nie direkte Links verwenden
Bitte verwendet niemals die direkten Links zu einzelnen Kartendateien. Geht stattdessen immer über
http://wiki.openstreetmap.org/wiki/User:Computerteddy

Dort sind dann auch immer aktuelle Informationen zu den Karten zu finden.

von
OSM-Freund,
16.09.2008 17:32
@ Shiml
Du solltest mal hinter deinem Horizont hervor kommen, da gibt es eine Welt die bunt und schön (und real abgebildet) ist..
von
bachel,
16.09.2008 14:45
Gibts scho?
@Shiml
Wuerde mich ja echt interessieren, wo es solche Karten schon in ansprechender Qualitaet und kostenlos gibt.
von
newby,
16.09.2008 10:31
Interessante Alternative
Super Artikel werde das auf meinem Gerät gleich mal ausprobieren

@Shiml, D-Irie

Lasst euren Müll doch bei euch und nutzt eure Zeit sinnvoller als solche Kommentare abzugeben.



von
Massiv,
15.09.2008 16:27
Das ist kein Label, das ist eine Bewegung
Wie kann man open source und professionell in einen Kontext bringen?
von
D-Irie,
15.09.2008 16:23
Ich bin anders
Ich kann den Open-Source Scheiß nicht mehr hören....
von
Shiml,
15.09.2008 16:21
Hinterm Horizont
Was soll denn das schon wieder? Gibts doch schon welche in gut und genauso kostenlos. Hoffentlich ist euch gegenüber mal das Amt genauso geizig und streicht euch den Internetzugang vom Hartz!
von
mobafan,
11.09.2008 15:58
Mitgeholfen?
Netter Artikel. Ich hoffe, der Autor hat den bemängelten, fehlenden beliebten Wanderweg im Bayerischen Wald auf seiner Tour gleich erfasst und der OpenStreetMap hinzugefügt.