Open Source im professionellen Einsatz
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Wer das HTC G2 Hero kauft, bindet sich an Google.

Kein freier Held ...

29.10.2009

Die Kritiken fallen unterschiedlich aus, vom gnadenlosen Verriss bis zum "Toll, weiter so" reicht die Bandbreite der Meinungen über das neueste Android-Handy aus dem Hause HTC, dem G2 Hero, vertrieben von T-Mobile. Linux-Magazin Online hat sich das Mobiltelefon mit den Augen eines Open-Sourclers angeschaut.

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Eins vorneweg: Der Held ist wirklich nicht perfekt. Unter der schicken Oberfläche des G2 läuft ein Linux-basierendes Android-Betriebssystem von Google, das derzeit wohl mit die fortschrittlichste, vielleicht auch die sicherste Basis für Mobiltelefone sein dürfte. Aber was die Herstellerallianz unter dem Deckmantel des "Branding" daraus machen, erscheint gerade im Licht des Datenschutzes sehr fragwürdig.

Import der Kontaktdaten?

Fast immer ist eine der ersten Aktionen mit einem neuen Handy der Versuch, das Telefonbuch und die Adressen vom alten Gerät zu übernehmen. Aber hier erlebt der Android-Benutzer eine böse Überraschung: Ohne Google geht nichts. Wer seine Daten nicht online beim Suchmaschinenriesen speichern will, wer nichts von Features wie "Sicherungskopien bei Google", dem "Zugriff der Regierung auf Konteninformationen" oder "zielgerichteter Werbung" hält, der hat bei Android (noch?) nichts verloren.

Wer dagegen kein Problem damit hat, seine Daten einem Konzern zu überlassen, der (siehe Punkt 4 der Nutzungsbedingungen) sich das Recht vorbehält, die Dienste jederzeit zu sperren oder die Daten zu löschen, der ist hier richtig aufgehoben und muss eben selbst, wie Google das empfiehlt, für Sicherungskopien sorgen. Für den Businesseinsatz ist das Modell allerdings eher ungeeignet.

Trotz Linux: Offene Standards Fehlanzeige

 

Beim Import seiner Telefonnummern und Adressdaten stellt ihm das Googlephone nur drei Möglichkeiten zur Seite, von denen jede einen faden Beigeschmack hat.

Der Benutzer kann (natürlich) Googles Adressbook verwenden, dafür braucht er aber einen Google-Account. Oder er verwendet Active Sync, um mit MS Exchange oder Windows die Daten auszutauschen. Unter Linux ist das noch die Ausnahme, neben Zarafa und Openmapi beherrschen nur wenige Groupware-Server Microsofts Technologie. Komplette Fehlanzeige herrscht dagegen bei den offenen Standards Syncml, Caldav und seltsamerweise auch beim Empfang von Visitenkarten über Bluetooth.

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