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Backupspezialist Arkeia im Intevriew

Arkeia: Neuer CEO, neues Geld, neuer Firmensitz

von Briita Wülfing
 

Beim Backup-Hersteller Arkeia gibt es frisches Geld aus Amerika, einen neuen Chief Executive Officer, einen neuen alten Marketingleiter, eine neue alte Firmenzentrale und die nächste Version des Network Backup mit einem Virtualisierungsclient.

Im November wurde der US-Amerikaner Bill Evans der neue Arkeia Chef und Nachfolger des Franzosen Frederic Renard. Dieser hatte das Unternehmen verlassen, als die Investoren die Firmenzentrale von Paris nach San Diego verlegten. Evans holte als eine seiner ersten Amtshandlungen Renard zurück ins Unternehmen; der Franzose leitet damit weiterhin das Marketing von Arkeia. In einem Gespräch in München erläutern die Arkeia-Manager gemeinsam die Hintergründe, stellen Arkeia Network Backup v8.0 vor und sprechen über Zukunftspläne und Open Source.

LMO: Welche Gründe gab es, den Firmensitz von Frankreich in die USA zu verlegen?

Evans: Arkeia war all die Jahre ein amerikanisch-französisches Unternehmen. Im Gründungsjahr 1996 war der Firmensitz schon einmal in San Diego. Dann brachte ein französischer Investor 10 Millionen US-Dollar in das Unternehmen, und der Firmensitz wurde nach Paris verlegt. Nun ist Arkeia wieder zurück an seinen ersten Standort gegangen.


Seit November leitet Bill Evans Arkeia als CEO.

LMO: Wie lange war die Zentrale in Frankreich?

Renard: Insgesamt vier Jahre, von 2004 bis 2008.

LMO: Mit welcher Summe wurde Arkeia zurück in die USA geholt? Wer ist der Investor?

Evans: Eine Summe können wir nicht kommunizieren. Es ist eine private Investorengemeinschaft, mehr können wir nicht dazu sagen. Jedenfalls wurden die bisherigen Gelder vorwiegend in die Entwicklung gesteckt, und dafür können wir sehr dankbar sein. Das war aber auch das Problem: Es gab nur Techniker im Unternehmen, praktisch kein Marketing und keinen Vertrieb, deshalb kennen viel zu wenige Leute unsere Produkte.

Linux-Markt

Renard: Ja, aber im Linux-Markt sind wir schon immer sehr stark und bekannt. Arkeia läuft aktuell auf 130.000 Plattformen, davon 100.000 Linux-Plattformen. Darunter sind auch Distributionen ohne Herstellerfirma, wie Debian, CentOS oder Ubuntu. Für all diese Plattformen leisten wir Support, da haben wir eine einzigartige Stellung.

LMO: Welche Auswirkungen hatte die Verlegung der Zentrale auf die Arbeitsplätze in Frankreich?

Evans: Na ja, es arbeiten ja nicht alle dauerhaft im Unternehmen. Von den Entwicklern, die an Arkeia arbeiten, sind auch viele Freiberufler, und manche Aufgaben lösen wir durch Outsourcing.

LMO: Wurden alle Entwickler übernommen?

Renard: Es waren vorher rund 25, und in etwa so viele bleiben es auch.

LMO: Bleibt die Entwicklung in Frankreich?

Evans: Wir sagen unseren Entwicklern nicht, wo sie leben sollen. Das ist ja einer der großen Vorteile der verteilten Arbeit - die Flexibilität. Linux ist ja eines der besten Beispiele dafür, wie verteilte Entwicklung funktioniert. Wir haben jetzt zwei Standorte - San Diego und Frankreich. Vertriebsaussenstellen haben wir sowieso mehr, Arkeia-Kunden kommen aus 70 Ländern.

LMO: Wie sieht Arkeias Strategie aus?


Ex-Chef Frederic Renard kehrte ins Unternehmen zurück.

Evans: Wir haben großartige Produkte aus Eigenentwicklung, aber wenig Brand-Awareness, unsere Marke wird im Markt nicht ausreichend wahrgenommen, noch nicht mal im Linux-Umfeld. Das wollen wir ändern.

Open Source?

LMO: Spielt Open Source eine Rolle bei Ihren Überlegungen?

Evans: Aktuell ist Arkeia kein Open-Source-Unternehmen. Wir haben in der Vergangenheit darüber nachgedacht, wir denken aktuell darüber nach. Aber wir sind es heute nicht.

Renard: Aber unsere Entwickler tragen viel zur Open Source Community bei, es fließt viel Code zurück an die Community. Besonders zu nennen ist MySQL, und wir stellen auch einzelne Pakete frei zur Verfügung, so zum Beispiel bei den Tape Libraries.

LMO: Mit der neuen Version 8 von Arkeia Network Backup stellen Sie eine virtuelle Backup-Appliance vor. Sehen Sie Virtualisierung als Teil Ihrer Strategie?

Evans: Ja, auf jeden Fall. Linux-Anwender greifen neue Technologien begeistert auf ("early adopters"), und sie sind die ersten die auch Virtualisierung aufgreifen werden. Außerdem ist Linux dafür bekannt, andere Betriebssysteme neben sich zu dulden, es gibt in diesem Umfeld sehr heterogene Umgebungen. Windows ist nicht gerade dafür bekannt, die Ko-Existenz zu fördern. In seinen Anfangszeiten wurde Linux als Unruhestifter betrachtet, weil es einen bestehenden Markt neu geordnet hat. Wir glauben, dass Virtualisierung auf die gleiche Art Unruhe stiftet.

LMO: Die neue virtuelle Appliance von Arkeia unterstützt die kommerzielle Virtualisierung ESX und ESXi von VMware. Sind weitere Virtualisierungslösungen geplant?

Renard: Ja, bald kommen werden Xen, KVM und Microsoft.

Evans: VMware hat derzeit einen Marktanteil von 70 Prozent, da war das klar, dass das als erstes kommen sollte. Und Microsoft hat viel Geld, wenn die ihre Virtualisierung erst richtig vermarkten, wird sich das wohl auch auf den Markt auswirken.

Renard: Wir setzen viel auf das Format „ovf“, das ist flexibel, damit sind wir nicht herstellerabhängig.

Evans: Arkeia ist da technologisch wirklich immer ein Vorreiter, das will ich nochmal sagen. Mit Arkeia Network Backup Version 8 gibt es unsere Datensicherung in drei Varianten: Einmal klassisch als Software, dann gibt es ja seit mehr als einem Jahr die physikalische Appliance, das war schon neu. Damals führte Arkeia eine Vmware-basierende virtuelle Appliance ein, mit der die Kunden die Funktionalität der physikalischen Appliance beurteilen konnten. Und auf Basis dieser Erfahrungen können wir nun mit die virtuelle Appliance als schlüsselfertige dritte Variante anbieten, und damit sind wir weltweit der erste Anbieter.

Renard: Mit der Version 8 wird der VMware ESX Hypervisor die 130. Backup-Plattform, die wir unterstützen.

LMO: Wann kommt Arkeia Network Backup Version 8 auf den Markt?

Evans: Der Beta-Test läuft, und die Markteinführung ist für März geplant. Den Termin können wir bestimmt auch halten.

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