Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin Online Artikel/
361

Besonders beeindruckend: Ksplice, Coherence, Graphite

Die Jury (Galerie) vergab auch dieses Jahr wieder Sonderpreise. Deren Empfänger rekrutieren sich aus den Preisträgern, sind der Jury jedoch besonders aufgefallen. Karsten Schmitz, der bei den letzten Trophees du Libre 2007 mit Limesurvey einen ersten Preis einheimste und dieses Jahr Mitglied der Jury war, erläuterte die besondere Hervorhebung gegenüber Linux-Magazin Online.

Demnach verdiene Ksplice gesonderte Erwähnung, weil es den Open-Source-Gedanken in besonderer Weise trägt und verbreitet. Das ausschließlich für Linux nutzbare Programm ermöglicht Kernel-Updates am laufenden System: "Weil sich jeder normale Systemadministrator nach einem solchen Updateprinzip sehnt", begründet Schmitz die innovative Kraft von Ksplice, "ist dieses Projekt geeignet, dem Open-Source-Betriebssystem Linux einen großen Vorteil zu verschaffen und somit die Verbreitung von Open-Source-Software im Allgemeinen zu fördern." Allerdings sei der Name des Sonderpreises etwas irreführend, berichtigt er noch. Die englische Übersetzung der französischen Seite führte zu einem Ehrenpreis mit dem Attribut "very large", was bei den vier Entwicklerköpfen von Ksplice nicht ganz überzeugt. Gemeint sei, so Schmitz, eher die sehr große Bedeutung.

Neben dem Ehrenpreis gab es einen "Special Jury Award" für Coherence, das in der Kategorie Medien den zweiten Platz belegte. "Coherence hat die komplette Jury extrem beeindruckt", berichtet Carsten Schmitz, "indem es zeigte, was bisher nur theoretisch möglich war: die Verknüpfung von allen computerisierten Geräten inklusive Verstärker der Hifi-Anlage, Videoplayer und Computer." Die Software benutzt dazu den bereits vorhandenen UPnP-Standard. Bisher gäbe es zwar einige Implementierungen von Herstellern für eine solche Vernetzung, aber keine quelloffene.

Als drittes hob die Jury Graphite als "Innovative project" heraus. Der 3D-Modellierer verweilt auf dem dritten Platz in der Science-Kategorie. "Man kann sagen, dass eine Menge Gehirnschmalz in diesem Produkt steckt", begründet Schmitz die Entscheidung. "Beispielsweise hat der Autor Routinen entwickelt, um die Textur eines 2D-Bildes auf 3D-Körper sauber abzubilden. Die Jury empfand als extrem innovativ und daher wegweisend, dass hier nicht blanke Theorie zählt, sondern die Umsetzung der Theorie auf konkrete Anwendungsfälle."

Galerie-Jury

Linux-Magazin kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

comments powered by Disqus

Ausgabe 11/2014

Digital Issue: Price € 6,40
(incl. VAT)

Artikelserien und interessante Workshops aus dem Magazin können Sie hier als Bundle erwerben.