Speicherverwaltung ade
Ein weiteres, von Java und C# bekanntes Merkmal der Sprache, ist die Unterstützung für automatische Speicherverwaltung. Dem Programmierer bleiben damit Zeiger, Speicherallozierung und das Aufräumen von nicht mehr benötigten Objekten erspart. Speicherlecks und vor allem Null-Pointer, die zu Programmabstürzen führen, gehören bei Vala der Vergangenheit an. Durch das Funktionspaar "g_object_ref()" und "g_object_unref()" realisiert der Compiler dies intern (mehr dazu finden Sie auch im Interview mit dem Vala-Erfinder Jürg Billeter). Der Vala-Compiler selbst ist in Vala geschrieben, also self-hosting. Die jeweils neueste Version steht bei Gnome Live zum Download bereit. Die Befehlszeile "configure && make && make install" installiert den Compiler inklusive der Bibliotheken und Header-Dateien nach "/usr/local/". Wer eine Version aus dem Vala-Subversion-Repository übersetzen möchte, benötigt zuvor das aktuellste Vala-Release. Das Kommando "valac --help" gibt alle verwendbaren Optionen aus.
Ein einfaches Vala-Programm besteht aus wenigen Zeilen Quelltext. Es empfiehlt sich, einen neuen Typ stets von "Object" abzuleiten, außer ernsthafte Gründe stehen dem entgegen. Dann stehen allerdings die weiter oben erwähnten Merkmale von GObject nicht zur Verfügung. Vala bringt eine weitere mächtige Bibliothek mit: Libgee stellt Datenstrukturen, wie dynamische Arrays, Hashmaps, aber auch Interfaces für Iteratoren, Collections und Sets bereit. Der gesamte Code basiert auf GObject, erbt also die komplette Funktionalität. Ziel ist es, dass Projekte, die Libgee einsetzen, in Zukunft besser zusammenarbeiten können und erweiterbar sind. Mit den in der GLib vorhandenen Datenstrukturen funktioniert dies nicht so gut, da sie das Potential von GObject nicht nutzen. Eine Vielzahl von Anwendungen lassen sich durch Module oder Plugins erweitern. Besonders hervorzuheben sind die Gnome-Programme Rhythmbox, Totem, Epiphany und Gedit. Vala bietet hierzu die Möglichkeit, diese Erweiterungen mit der deutlich einfacheren Syntax zu schreiben. Im Gnome-Repository findet sich unter anderem der Vala-Quelltext für eine simple Beispielerweiterung für den Audioplayer Rhythmbox. Wichtig ist das Attribut "[ModuleInit]", das Vala alle notwendigen Informationen gibt. Die Schnittstellen der Programme sind unterschiedlich, weshalb auch der Code der Erweiterungen etwas anders aussieht.

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Mit den passenden Bibliotheken und Vala ist auch ein einfacher PDF-Betrachter schnell gemacht.
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Ein paar Zeilen
Vala ist für viele Entwickler, die bisher zwangsweise auf C angewiesen waren, eine nützliche Technologie. Der Umstand, weniger Code schreiben und sich nicht um die Speicherverwaltung kümmern zu müssen, kommt vielen geplagten C-Programmierern sehr gelegen. Bereits jetzt findet Vala in der Gnome-Community Anerkennung: Programme wie Rhythmbox enthalten die notwendige Unterstüzung für den neuen Stern am Opensource-Himmel. Andere Experimente demonstrieren, dass schon wenige Zeilen Code ausreichen, einen kleinen Webbrowser oder PDF-Betrachter (siehe Abbildung) zu schreiben. Der mutige Schritt, eine Highlevel-Sprache zur Entwicklung von Anwendungen auf den Markt zu bringen, ging sicherlich in die richtige Richtung. (mhu)
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